Übernahme durch VK: Russische Suchmaschine Yandex verkauft ihr News-Portal

Nach Vorwürfen der Desinformation im Ukrainekrieg steigt Yandex aus dem Nachrichtengeschäft aus. Käufer der Sparte ist VK.

Artikel veröffentlicht am , Daniel Ziegener
Yandex betreibt bereits einen eigenen Essenslieferdienst.
Yandex betreibt bereits einen eigenen Essenslieferdienst. (Bild: Egor Myznik/Unsplash)

Der russische Internetkonzern Yandex verkauft seine Newsaggregationsplattform sowie das Portal Yandex Zen. Das gab das Unternehmen am 23. August 2022 in einer Pressemitteilung bekannt. Der Käufer ist mit VK eines der größten sozialen Netzwerke in Russland. Im Tausch übernimmt Yandex den Essenslieferdienst Delivery Club.

Der Verwaltungsrat von Yandex sei zu dem Schluss gekommen, dass ein strategischer Ausstieg aus dem Mediengeschäft im Interesse der Anleger sei. Man konzentriere sich auf andere Dienstleistungen wie Suche und Werbung, heißt es. Auf der Startseite von Yandex werden momentan noch Nachrichtenmeldungen angezeigt, in Zukunft soll sie durch eine einfache Suchmaske ersetzt werden. Mit der Übernahme von Delivery Club erweitert Yandex gleichzeitig seine E-Commerce-Sparte.

Obwohl Yandex seinen Firmensitz offiziell in Amsterdam hat, ist das Unternehmen von den internationalen Sanktionen gegen Russland betroffen (g+). So beendeten etwa die US-amerikanischen Partner Uber und Grubhub nach Beginn des Ukrainekriegs die Zusammenarbeit mit Yandex.

Vorwürfe der Desinformation im Krieg

Wenige Tage nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 warf der ehemalige Leiter des Yandex-Newsportals, Lev Gershenzon, dem Unternehmen eine direkte Beteiligung an der Desinformation des Kreml vor. "Heute ist der sechste Tag, an dem auf der Hauptseite von Yandex mindestens 30 Millionen russische Benutzer sehen, dass es keinen Krieg gibt", schrieb er eine Woche nach Kriegsbeginn auf Facebook.

2021 hatte Yandex Zen 22 Millionen täglich aktive Nutzer. "Die Tatsache, dass ein bedeutender Teil der russischen Bevölkerung glauben mag, dass es keinen Krieg gibt, ist die Grundlage und treibende Kraft dieses Krieges", schrieb Gershenzon und sah auch Yandex in der Verantwortung. "Jeder Tag und jede Stunde solcher 'Nachrichten' kostet Menschenleben. Und sie, meine ehemaligen Kollegen, sind auch dafür verantwortlich."

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