Übernahme: Apple braucht dringend ein KI-Hardware-Start-up
Apple will Halbleiter-Start-ups und KI-Serverchip-Experten übernehmen. Das berichtet das Branchenmagazin The Information(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Insider aus dem Umfeld von Apple sowie aus der Banken- und Halbleiterbranche.
In den vergangenen Monaten habe Apple Gespräche mit Investmentbanken über potenzielle Übernahmeziele geführt und direkten Kontakt zu Halbleiter-Start-ups gesucht, um deren Bereitschaft für einen Verkauf auszuloten.
Der Hintergrund: Apples erster echter dedizierter KI-Serverchip mit dem Codenamen Baltra sollte eigentlich noch in diesem Jahr einsatzbereit sein. Insidern zufolge habe sich das Projekt jedoch verzögert und es gebe Performance-Probleme bei großen KI-Modellen.
Dabei geht es Apple um fertige Chip-Architekturen für Rechenzentren, aber auch um Technologien wie die von PrismML, um große KI-Modelle so zu verkleinern, dass sie auf dem iPhone laufen können.
Historisch gesehen mied Apple milliardenschwere Übernahmen bisher eher und kaufte lieber kleinere Technologie-Firmen für wenige hundert Millionen US-Dollar, um deren Know-how einzusammeln. Eine Ausnahme war die 3-Milliarden-Dollar-Übernahme von Beats im Jahr 2014.
KI-Wettrennen verändern den Kurs auch bei Apple
Doch der Druck im KI-Konkurrenzkampf verändert den Kurs: Erst Anfang des Jahres kaufte Apple das israelische KI-Start-up Q.ai für knapp 2 Milliarden US-Dollar.
Es wäre nicht das erste Mal, dass Apple für Chip-Kompetenz nicht ohne Zukäufe auskommt. Der Grundstein für die heutigen, extrem erfolgreichen Apple-Silicon-Prozessoren (M- und A-Serie) wurde bereits 2008 gelegt. Damals kaufte Apple für 278 Millionen US-Dollar den Chip-Designer PA Semi. Nun könnte versucht werden, dies im Server- und KI-Bereich zu wiederholen.
Anders als die meisten Unternehmen setzt Apple bereits für das KI-Training nicht auf Nvidias GPU-Beschleuniger: Das Betriebssystem KI Apple Intelligence wurde zuletzt auf Googles TPUs trainiert(öffnet im neuen Fenster). Auf der Hausmesse re:invent von Amazon Web Services (AWS) sagte Benoit Dupin, verantwortlich für Apples KI-Produkte, das Unternehmen nutze für Inferencing deren Inferentia2-Beschleuniger(öffnet im neuen Fenster) und teste auch Trainium2(öffnet im neuen Fenster), den von AWS selbst entwickelten Beschleuniger für KI-Training.
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