Herstellerprofile müssen sicherer werden
Nutzer vertrauen darauf, dass die Einstellungen aus XMP, D.O.C.P und Expo-Profilen der entsprechend beworbenen Speicherkits sicher sind. Obwohl es keine Garantie gibt, dass der Rechner mit den streng genommen als Übertaktung geltenden Einstellungen funktioniert, sollten diese jedenfalls nicht die Hardware beschädigen.
Asus hat als erster Mainboard-Hersteller bereits reagiert und ältere Bios-Versionen von der Webseite entfernt, mit denen unsichere Spannungen besonders für Ryzen-7000-X3D-Prozessoren möglich waren. Wer kann, sollte unabhängig vom Hersteller auf das aktuelle Bios wechseln und in der nächsten Zeit erneut überprüfen, ob noch eine weitere Version mit zusätzlichen Fehlerbehebungen erschienen ist.
Wir erwarten von AMD sowie den Mainboard-Herstellern in den nächsten Tagen mehr Informationen und bestenfalls auch detailliertere Angaben, ab welcher Bios-Version die Probleme behoben sind. Wer die SoC-Spannung überprüft hat, ist unabhängig davon aber allem Anschein nach bereits auf der sicheren Seite.
Hersteller sollten hohe Standardspannungen überdenken
Es ist normal, Komponenten mit etwas höherer Spannung als wirklich notwendig zu betreiben. Schließlich müssen diese unter unterschiedlichen Bedingungen und auf diversen Mainboards fehlerfrei über viele Jahre funktionieren. Warum allerdings die Empfehlungen der Hersteller von XMP und Expo-Profilen teilweise so stark übertroffen werden, dass ein Defekt sogar wahrscheinlich ist, ist uns ein Rätsel.
Mainboard, Speicher und CPU-Hersteller müssen hier dringend nachbessern. Wenn ein mit 1,35 Volt SoC-Spannung voreingestellter Speicher selbst bei 1,15 Volt noch fehlerfrei läuft, kann von Toleranz wohl keine Rede mehr sein, sondern schlicht von Faulheit. Am Ende zahlt schließlich der Kunde, denn bei Overclocking gibt es keine Garantie.
Das Phänomen von zu hohen IO-, Cache- und Speichercontroller-Spannungen ist nicht neu. Auch auf Intel-Systemen und der AM4-Plattform setzen Speicherprofile gern unnötig hohe Spannungen, um stabilen Betrieb auch unter ungünstigen Bedingungen zu garantieren. Wer mit Bios-Einstellungen einigermaßen vertraut ist, kann die Spannung im Nachhinein teilweise deutlich reduzieren und so die Langlebigkeit der Komponenten erhöhen.