Überblick: Kabelsalat um USB Typ C entwirrt

Wer ein neues Smartphone oder Notebook sucht, stößt beim Blick auf die technischen Daten häufig darauf: ein Anschluss namens USB Typ C oder kurz USB-C. Damit ausgestattet sind beispielsweise Apples Macbook 12, Dells XPS 15 und Latitude 13, Googles Nexus 5X und Microsofts Lumia 950. Das Problem: Hinter dem USB-C-Anschluss verbergen sich allerhand Funktionen.
Beispielsweise verbinden viele Nutzer den USB Typ C mit USB 3.1 - dabei ist Ersteres ein Anschluss samt verdrehsicherem Stecker, Letzteres aber eine Schnittstelle. So funktioniert zwar USB 3.1 nur per USB Typ A und Typ C, der Stecker wird aber auch von anderen Schnittstellen verwendet. Vergleichsweise einfach für Käufer ist Intels Thunderbolt 3 zu erkennen: Neben dem USB-C-Port prangt ein kleiner Blitz, nicht zu verwechseln mit Apples ähnlichem Lightning-Anschluss beim iPad oder iPhone, neben welchem kein Blitz abgebildet ist.

Zumindest Intels Lösung ist transparent
Thunderbolt 3 unterstützt natürlich Thunderbolt und daneben USB 3.1, Displayport 1.2 und PCIe-3.0-x4. Was bedeutet das? Über einen TB3-USB-C-Anschluss können 5K-Monitore und USB-Sticks, aber auch Dockingstationen mit Ethernet und VGA angeschlossen werden. Dell etwa verkauft einen Adapter für den einzelnen USB-C-Port des XPS 15 , und Razer bindet an das Blade Stealth(öffnet im neuen Fenster) genannte Ultrabook eine externe Box mit dedizierter Grafikkarte an. Obendrein kann Thunderbolt 3 - genauer: generell USB Typ C - auch unter bestimmten Voraussetzungen als Netzteilanschluss verwendet werden. In diesem Fall ist das USB-Logo auf einer Batterie abgebildet.


Die Spezifikationen von USB Typ C sehen 15 Watt für externe Geräte vor, mit zusätzlichem Power-Delivery-Chip sind es bis zu 100 Watt für den internen Akku. Notebooks mit dieser Funktion sind neben dem Blade Stealth das Elitebook Folio G1 und Apples Macbook 12 . Letzteres verwendet aber keinen Thunderbolt-3-, sondern einen USB-Controller samt Typ-C-Anschluss. Der - nun wird es verwirrend - unterstützt Alternate Modes wie DP : Der Typ-C-Port des Macbook 12 gibt per Adapter Bild- und Tonsignale aus und müsste eigentlich mit einem Displayport-Logo versehen sein. Obacht: USB 3.0 wird mittlerweile als USB 3.1 Gen1 bezeichnet und liefert bis zu 5 statt 10 GBit pro Sekunde an Daten.
Smartphones mit USB-C-Anschluss sind mittlerweile im mittleren bis oberen Preisbereich üblich, aber auch hier ist nicht alles gleich: Nur weil USB Typ C draufsteht, ist nicht zwingend USB 3.1 Gen2 drin. Theoretisch sollte neben dem Anschluss ein USB-Logo mit zwei S für Super Speed und einer hochgestellten 10 stehen, doch die wenigsten Hersteller halten sich daran. Googles Nexus 5X und Oneplus' Two kombinieren den USB-C-Stecker mit einer lahmen USB-2.0-Schnittstelle, Samsungs Galaxy Note 3 mit USB 3.1 Gen1. Eine der Ausnahmen ist Microsofts Lumia 950 XL mit USB 3.1 Gen2 und Unterstützung von Continuum per Display-Dock, das via USB Typ C angeschlossen wird.


Augen auf bei USB Typ C
Um späteren Ärger zu vermeiden, sollten vor dem Kauf eines Smartphones oder Notebooks Datenblätter und Tests gründlich studiert werden. Bei einem Smartphone mag es nicht allzu tragisch sein, wenn der USB-C-Port die Daten per USB-2.0-Geschwindigkeit zum Computer überträgt. Es zeigt aber, dass der Hersteller ein paar Cent einsparen wollte.
Bei Notebooks sollte auf den kleinen Blitz für Thunderbolt 3 geachtet und zudem geprüft werden, ob per dediziertem Ladeanschluss der Akku befüllt wird. Ist USB-C ohne einen Hinweis auf Thunderbolt 3 verbaut, handelt es sich in den meisten Fällen um USB 3.1 Gen2. Sofern ein oder mehrere Alternate Modes unterstützt werden, müssen Kunden auf kleine Logos neben dem USB-Typ-C-Anschluss oder ein korrektes Datenblatt hoffen.