Überbewertete Tech-Aktien: US-Börsen zeigen besorgniserregende Marktkonzentration
Der US-Aktienmarkt hat am 29. Oktober 2025 sein 36. Rekordhoch in diesem Jahr erreicht. Trotz dieser Rekorde wächst die Besorgnis darüber, dass die aktuelle Entwicklung nur von wenigen großen Tech-Unternehmen angetrieben wird.
Wie die Financial Times (FT, Paywall)(öffnet im neuen Fenster) berichtet, schloss der Aktienindex S&P 500 an diesem Tag im grünen Bereich, obwohl 397 der darin gelisteten Aktien keinen Gewinn verzeichnet hatten. Auch der Blue Chip Index habe an diesem Tag Gewinne verzeichnet, wenngleich viele seiner Bestandteile verkauft wurden, was in den vergangenen 35 Jahren noch nie der Fall gewesen sei.
Acht der zehn am höchsten bewerteten Aktien im S&P 500 sind Tech-Aktien. Diese machen 36 Prozent des gesamten US-Marktwertes aus und sind für fast 80 Prozent des Nettogewinnwachstums in diesem Jahr verantwortlich, heißt es weiter. Hinzu komme, dass KI-Aktien seit November 2022 um 165 Prozent gestiegen sind, während der breiter aufgestellte S&P 500 im selben Zeitraum lediglich um 70 Prozent zulegte.
Bedenken wegen Rentabilität der Tech-Firmen
Diese Konzentration des Marktes auf wenige Unternehmen bezeichnete der Portfolio-Manager Jacob Sonnenburg von der kalifornischen Investmentgruppe Irving Investors gegenüber der FT als "zutiefst besorgniserregend" und ergänzte: "Wenn man nicht zu den etwa zehn größten Namen gehört, ist es wahnsinnig schwierig, Geld zu verdienen."
Die für das Jahr 2026 geplanten weiterhin massiven Investitionen von Firmen wie Google, Amazon, Meta, Microsoft und OpenAI lassen vermehrt Bedenken wegen deren Rentabilität aufkommen. Laut der FT warnen Experten davor, dass die "einfache, gut durchdachte Phase, in der der KI-Aufbau vollständig selbstfinanziert wurde, zu Ende geht".
Stattdessen werde vermehrt auf den Schuldenmarkt zurückgegriffen, wodurch laut Charlie McElligott, Stratege beim japanischen Finanzunternehmen Nomura, die KI-Euphorie schnell in Skepsis umschlagen könnte, falls die Konzerne die Schuldenmärkte zu aggressiv anzapfen.
"Fear of missing out" dominiert Risiken
Skeptiker beschreiben den Markt zudem als impulsgesteuert und von Unternehmen mit dubiosen Bewertungen geführt, wobei Letztere fast ausschließlich auf KI-Unternehmen zurückzuführen sind. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liege über dem der Dotcom-Blase von 1999.
Werde in Anlagemodellen der Faktor der Anlegerstimmung ignoriert, würden diese alle zu massiven Verkäufen raten, heißt es weiter. Dass viele Anleger die Risiken ignorieren, liege an der aktuell noch dominanteren Angst, mögliche Gewinne zu verpassen (fear of missing out).
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