Sideloading funktioniert - aber noch mit kleinen Einschränkungen
Wie auch beim ersten Fire TV können bei Bedarf Apps installiert werden, die es nicht in Amazons eigenem App-Shop gibt. Das Verfahren wird als Sideloading bezeichnet und wurde jüngst vereinfacht. Denn vor einigen Wochen hat Amazon zuerst den Total Commander und dann den ES Datei Explorer im Fire-TV-App-Shop freigegeben. Damit stehen zwei Dateimanager bereit, über die unkompliziert Apps installiert werden können, wenn diese als APK-Installationsdatei vorliegen. Im Fall von Kodi, ehemals XBMC, ist das unkompliziert möglich, die Archive stehen direkt zum Download bereit, für das neue Fire TV wird die ARM-Variante benötigt.
Damit sich eine solche APK-Datei installieren lässt, muss das Installieren von Apps aus unbekannten Quellen in den Entwickleroptionen der Systemrubrik der Fire-TV-Einstellungen erlaubt werden. Dann braucht die gewünschte APK-Datei nur noch auf einen USB-Stick oder eine Micro-SD-Karte kopiert zu werden. Von beiden Speichermedien kann die App dann mit einem Dateimanager installiert werden.
Ein noch bequemerer Weg steht für Besitzer eines Android-Geräts zur Verfügung: Sie können mit speziellen Apps jede beliebige auf dem Android-Gerät befindliche App auf das Fire TV übertragen. In Googles Play Store gibt es unter anderem Apps2Fire oder Fire Installer, mit denen diese Aufgabe erledigt werden kann. Anders als beim Kopieren über ein angeschlossenes Speichermedium muss dafür zuvor allerdings das ADB-Debugging in den Entwickleroptionen der Fire-TV-Einstellungen aktiviert werden. Nach der Installation kann die Option wieder abgeschaltet werden. Apps2Fire kann das betreffende Fire TV im Netzwerk selbst finden, beim Fire Installer muss die IP-Adresse derzeit zwingend manuell eingegeben werden.
Sideloading-Apps erscheinen weiterhin nicht auf Startbildschirm
Amazon gestattet das Sideloading von Apps zwar nach wie vor, zeigt sie aber weiterhin nicht auf dem Fire-TV-Startbilschirm an. Ohne weitere Hilfsmittel lässt sich eine solche App nur starten, indem in den Einstellungen des Geräts die Liste aller installierten Apps aufgerufen wird. Und dann muss darin die gewünschte App gesucht und gestartet werden.
Bisher war es mit Hilfe einiger Verrenkungen möglich, eine Sideloading-App trotzdem auf den Fire-TV-Startbildschirm zu bekommen. Das funktioniert mit dem neuen Fire TV nicht mehr, auf dem Fire OS 5 läuft. Weder der Weg über Llama noch mit Hilfe von Tasker ist es uns gelungen, eine Platzhalter-App mit Kodi zu verknüpfen. Es ist denkbar, dass ein Update von Tasker das Verknüpfen von Kodi mit einer Platzhalter-App wieder möglich macht. Bei Llama stehen die Chancen hingegen schlecht, denn die App wurde seit fast einem Jahr nicht mehr aktualisiert.
Alternative App-Starter helfen
Hier können aber weiterhin alternative App-Starter helfen. Der FiredTV Launcher funktioniert auch unter Fire OS 5 problemlos. Wie auch bisher funktioniert die Home-Button-Erkennung der Fernbedienung aber nicht immer ganz einwandfrei.
Wesentlich besser schneidet hier der Fire Starter ab. Er kann problemlos parallel zum normalen Fire-TV-Startbildschirm verwendet werden, der Home-Knopf an der Fire-TV-Fernbedienung lässt sich entsprechend umbelegen. Allerdings verlangt dieser, dass das ADB-Debugging in den Fire-TV-Einstellungen immer aktiviert ist - aber dann spuckt die App unter Fire OS 5 derzeit immer Fehlermeldungen aus. Damit diese verschwinden, muss ADB-Debugging nach jedem Geräteneustart aus- und dann wieder eingeschaltet werden. Der Entwickler hat bereits in Aussicht gestellt, die App an Fire OS 5 anzupassen, so dass der Fire Starter bald auch unter Fire OS 5 ohne diesen Kniff funktionieren könnte.
Eine weitere Alternative erfordert zusätzlich ein Smartphone oder Tablet, um von dort aus die auf dem Fire TV installierten Apps starten zu können. Das geht unter anderem mit dem ES Datei Explorer. Wenn das betreffende Fire TV als Android-TV-Gerät eingebunden ist, zeigt der Dateimanager alle auf dem Fire TV befindlichen Apps und erlaubt es, diese von dort aus zu starten. Mit App Shortcuts for Fire TV gibt es auch eine App, die speziell dafür gemacht wurde und außer für Android auch für iOS und Windows Phone zur Verfügung steht. Anders als beim Ansatz mit dem Dateimanager muss dazu eine spezielle App auf dem Fire TV installiert werden.
Die beschriebenen Probleme beim Sideloading dürften bald vergessen sein, wenn die betreffenden Apps entsprechend angepasst sind. All diese Probleme gab es nicht, als Amazon das erste Fire TV vor rund einem Jahr auf den deutschen Markt gebracht hat. Denn das Gerät wurde damals in den USA schon ein paar Monate früher verkauft, so dass Entwickler einen längeren Vorlauf hatten, ihre Apps anzupassen.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed
| Verbesserungen helfen Netflix-App | Verfügbarkeit und Fazit |










Ja! Funktioniert hervorragend!
Ich hatte bereits die erste Generation des AFTV und war von Prinzip und Zuverlässigkeit...
Dass Streamingdienste fehlen, liegt ja nicht nur an amazon, oder? für den Großteil der...
kwt