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Über Zero-Day-Lücke: Angreifer schleusen Backdoor in Onlineshops ein

Security-Alert
Hacker kompromittieren Onlineshops auf Basis von Magento über eine Sicherheitslücke. Sie schleusen Schadcode ein und platzieren eine Backdoor.
/ Marc Stöckel
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Beim Onlineshopping ist dieser Tage besondere Vorsicht geboten. (Bild: pexels.com/SiljeAO -)
Beim Onlineshopping ist dieser Tage besondere Vorsicht geboten. Bild: pexels.com/SiljeAO -

Sicherheitsforscher von Sansec warnen vor einer neuen Angriffskampagne, bei der die Angreifer eine gefährliche Zero-Day-Lücke in der weitverbreiteten Onlineshop-Software Magento respektive Adobe Commerce ausnutzen. Laut Sicherheitsmeldung der Forscher(öffnet im neuen Fenster) läuft die beobachtete Angriffswelle bereits seit dem 4. September und zielt auf eine Schadcodeausführung auf anfälligen Systemen ab.

Die Sansec-Forscher nennen den Angriff Stylesmuggler. Angreifer können den Angaben zufolge durch spezielle Styles-Eigenschaften bestehende Sicherheitsvorkehrungen anfälliger Shopsysteme umgehen. Dadurch soll es möglich sein, etwa bei der Erzeugung von Fehlerberichten bösartigen PHP-Code einzuschleusen.

Ausgeführt wird dieser Code laut Sansec anschließend durch den Versand von E-Mails, die auf angeblich fehlgeschlagene Zahlungen hinweisen. "Niemand muss die E-Mail öffnen, da der Schadcode bereits ausgeführt wird, während Magento sie rendert. Der Angriff kann auch dann erfolgreich sein, wenn die Zustellung der E-Mail fehlschlägt", so die Sansec-Forscher.

Admins sollten handeln

Administratoren sollten daher auf ein ungewöhnlich hohes Aufkommen von E-Mails achten, die auf fehlgeschlagene Zahlungen im Shopsystem hinweisen. Diese können laut Sansec auf einen laufenden Angriff hindeuten. Die Angreifer haben es den Angaben zufolge darauf abgesehen, eine Rust-Anwendung einzuschleusen, die auf dem Zielsystem im Hintergrund ausgeführt wird, auf weitere Befehle wartet und als Backdoor fungiert.

Eine weitere Ausnutzung dieser Backdoor haben die Forscher bisher nicht beobachtet. Zudem ist unklar, in welchem Ausmaß die beschriebenen Attacken stattfinden. Betreiber sollten die Warnung aber dennoch ernst nehmen und Maßnahmen einleiten, um die Besucher ihrer Shops zu schützen. Laut Sansec kann das Deaktivieren von GraphQL möglichen Angriffen vorbeugen.

Am Ende des Sansec-Berichts sind Kompromittierungsindikatoren zu finden, die bei der Abwehr helfen können. Als anfällig gelten alle derzeit unterstützten Magento- und Adobe-Commerce-Versionen(öffnet im neuen Fenster) bis hin zur neuesten Version 2.4.9 vom 12. Mai. Einen Patch scheint es derweil noch nicht zu geben. Der nächste Patchday ist bei Adobe der 8. September. Ob dann eine Korrektur bereitgestellt wird, bleibt abzuwarten.


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