Über 80 Prozent Marge: Micron sichert hohe Speicherpreise auf fünf Jahre ab
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Der Speicherhersteller Micron hat die Zahlen für das dritte Quartal seines Finanzjahres 2026 präsentiert(öffnet im neuen Fenster): Fast alle Bereiche erreichten eine Bruttomarge von deutlich über 80 Prozent, lediglich der Geschäftsbereich Automotive und Embedded kommt auf nur 79 Prozent. Bei Investoren dürfte das, nach einem kurzzeitigen Einbruch bei Tech-Aktien, zu Freudentränen geführt haben. Microns Aktienkurs legte um fast 16 Prozent zu.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt eine unglaubliche Entwicklung: Im letzten Quartal kam Micron auf einen Umsatz von 41,5 Milliarden US-Dollar, eine Steigerung um 346 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Gegenüber dem Vorquartal liegt das Plus bei 67 Prozent, obwohl die Menge an ausgeliefertem Speicher lediglich um wenige Prozent stieg. Die Marge, die vor einem Jahr lediglich im Segment Cloud Memory bei über 50 Prozent lag, konnte das Unternehmen in den anderen Bereichen verdoppeln, teils sogar verdreifachen.
Auf DRAM entfallen aktuell 76 Prozent von Microns Umsatz. Den Rest macht Flash-Speicher aus, bei dem das Unternehmen die Fertigungskapazität leicht reduzierte. Für das laufende Quartal werden mit 50 Milliarden US-Dollar Umsatz und einer Bruttomarge von 86 Prozent nochmals bessere Werte erwartet.
Angesichts dieser Zahlen wird angeblich sogar mittlerweile TSMC neidisch: Laut dem Analysten Tim Culpan(öffnet im neuen Fenster) habe der Auftragsfertiger angesichts der hohen Margen der Speicherhersteller seine Preise nochmals um 5 bis 10 Prozent erhöht. Betroffen seien alle modernen Prozesse ab der 7-nm-Generation.
Hohe Preise langfristig abgesichert
Alle, die Speicher kaufen wollen oder müssen, dürften hingegen Tränen der Verzweiflung in den Augen haben. Denn Micron kündigte zeitgleich an, hohe Preise auf Jahre fixiert zu haben.
16 Kunden, davon vier besonders große, hätten Abnahmeverträge mit Laufzeiten von fünf Jahren bis Ende 2030 unterschrieben. Ein Fünftel der DRAM- und ein Drittel der NAND-Flash-Fertigungskapazität seien über die sogenannten Strategic Customer Agreements (SCAs) für diesen Zeitraum bereits verkauft.
Die Abnahme ist dabei verpflichtend, allein Nvidia hat sich laut Reuters(öffnet im neuen Fenster) zur Abnahme von Speicher im Wert von 22 Milliarden US-Dollar verpflichtet. Insgesamt kommen 14 der 16 geschlossenen SCAs auf ein Volumen von 100 Milliarden US-Dollar – die zwei weiteren könnten weit umfangreicher sein als die hier summierten. Einige Kunden haben laut Micron sogar Vorauszahlungen geleistet.
Micron schloss dabei unterschiedliche Verträge ab. Einige orientieren sich am Marktpreis zum Lieferzeitpunkt, andere definieren einen festen Preis. Bei den vier umfangreichsten SCAs hingegen ist ein Preisbereich festgelegt. Gedeckelt ist er auf den aktuellen Marktpreis des jeweiligen Speichers, nach unten verhandelte Micron individuelle Mindestpreise.