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Ungewohnt starke Verhandlungsposition

Damit sichert sich der Speicherhersteller auch gegen einen unerwarteten Einbruch der Speicherpreise ab, etwa durch ein Platzen der KI-Blase.

Das hält der Hersteller aber für unwahrscheinlich. Er rechnet eher mit steigendem Bedarf. Nicht nur Rechenzentren benötigten wegen KI mehr Speicher, sondern auch Geräte wie Smartphones und Laptops. Auch im Automobilbereich sieht Micron durch komplexere Fahrassistenzsysteme und autonomes Fahren zunehmenden Bedarf an DRAM und Flash. Neun der Unterzeichner eines SCA kommen laut Micron aus dem Automobilbereich.

Für die Speicherhersteller ist die aktuelle Situation ein Novum: Erstmals sind sie auf Jahre diejenigen, die die Preise bestimmen. Langjährige Verträge sind zwar nicht neu, traditionell waren die Speicherhersteller dabei aber der schwächere Partner, da ihr Produkt einfach austauschbar war. Dass Micron und zuvor bereits Samsung und SK Hynix solche für sie günstigen Verträge schließen können, liegt nun am enormen Engpass bei den Fertigungskapazitäten.

Micron geht davon aus, dass sich die Situation frühestens 2028 schrittweise entspannen wird, da 2027 in größerem Umfang erste neue Werke den Betrieb aufnehmen. Das Unternehmen erwartet zudem aufgrund der aktuell hohen Investitionskosten und höherer technischer Komplexität künftiger Fertigungsprozesse für (LP)DDR6 weiter steigende Kosten pro Bit. Selbst mit höherer Fertigungskapazität werden die Preise demnach hoch bleiben.

Die Verantwortung für den aktuellen Kapazitätsengpass sieht Micron derweil bei einigen Kunden: Chief Business Officer (CBO) Sumit Sadana sagte dem Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster), einige Kunden hätten die schwache Nachfrage nach Speicher 2023 genutzt, um besonders niedrige Preise zu verhandeln. Das habe Investitionen praktisch unmöglich gemacht, wodurch ein Kapazitätsausbau zu spät habe begonnen werden können. Die Zeitung geht davon aus, dass Sadana insbesondere Apple meint, das für seine harten Verhandlungen bekannt ist.


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