Ubuntu-Trademark: EFF widerspricht Canonicals rigider Markenwahrnehmung

Canonical hatte den Betreiber der kritischen Webseite Fix Ubuntu gebeten, auf die Nutzung des Logos der Distribution zu verzichten. Mittlerweile räumt das Unternehmen ein Versehen ein, die EFF gibt sich in einer grundlegenden Position aber noch nicht zufrieden.

Artikel veröffentlicht am ,
Fix Ubuntu hilft gegen Amazon-Suchergebnisse im Unity-Dash.
Fix Ubuntu hilft gegen Amazon-Suchergebnisse im Unity-Dash. (Bild: Screenshot Golem.de)

Es sei nur ein Versehen und nicht beabsichtigt gewesen, die kritische Webseite Fixubuntu.com zensieren zu wollen, heißt es im Canonical-Blog und auch bei Mark Shuttleworth. Das Unternehmen müsse aber seine Rechte an der Marke durchsetzen, um nicht Gefahr zu laufen, diese zu verlieren. In einer offiziellen Stellungnahme der Electronic Frontier Foundation (EFF) akzeptiert die Organisation zwar, dass Canonical nicht bösartig habe handeln wollen, mit der Argumentation will sich die EFF aber nicht abfinden.

Redefreiheit und Markenverlust

Stellenmarkt
  1. IT-Administrator (m/w/d)
    BSS IT GmbH, Nürnberg
  2. Architekt (m/w/d) für den Bereich Identity und Access-Management (IAM)
    Allianz Deutschland AG, München Unterföhring
Detailsuche

Denn zum einen erlaube der erste Verfassungszusatz also die Redefreiheit jedweder Art von nichtkommerzieller Nutzung einer Marke, insbesondere auch eine Auseinandersetzung mit dieser. Glücklicherweise lebten wir nicht in einer Welt, in der es die Erlaubnis eines Rechteinhabers brauche, um deren Marken zu kritisieren.

Zum anderen widerspricht die EFF aber dem "Mythos", dass Markenrechte zwingend durchgesetzt werden müssten, um die Rechte daran nicht zu verlieren. Denn es gebe tatsächlich nur sehr wenige Voraussetzungen, die diese Aberkennung rechtfertigen würden. Dazu gehört etwa, wenn der Name eines Produktes in den Standard-Sprachgebrauch übergeht, wie dies in den USA bei Zypper (Reißverschluss) und Escalator (Rolltreppe) der Fall gewesen sei. Das heißt, solange Ubuntu kein allgemeingültiger Ausdruck für Betriebssystem werde, wird Canonical die Markenrechte daran auf keinen Fall verlieren.

Die zweite Möglichkeit, die Rechte an einer Marke zu verlieren, ist, die Marke über mehrere Jahre hinweg nicht mehr zu verwenden. Nicht gegen Rechtsverletzungen vorzugehen, heiße aber eben nicht, dass ein Unternehmen eine Marke aufgebe. Mit dieser Erklärung möchte die EFF grundlegend auf den Missstand der übereifrigen Rechtsdurchsetzung hinweisen. Denn dies sei einzig "großartig für Anwälte, aber irritierend und kostspielig für alle anderen."

Fix Ubuntu

Golem Akademie
  1. Linux-Systeme absichern und härten
    8.-10. November 2021, online
  2. Python kompakt - Einführung für Softwareentwickler
    28.-29. Oktober 2021, online
  3. Docker & Containers - From Zero to Hero
    27.-29. Oktober 2021, online
Weitere IT-Trainings

Auf der Webseite Fixubuntu.com stellt der EFF-Mitarbeiter Micah Lee eine Anleitung bereit, mit der sehr schnell die Weiterleitung der Unity-Dash-Suche auf fremde Server unterbunden werden kann. Wie vor einer Woche bekanntwurde, hat die Rechtsabteilung von Canonical mit einem Cease-And-Desist-Letter, ähnlich einer deutschen Abmahnung, Lee dazu aufgefordert, das Ubuntu-Logo nicht weiter zu verwenden.

Dieser hat daraufhin das Logo entfernt, wird aber weiterhin den Namen der Domain behalten und weist nun in einer etwas polemisch formulierten Haftungsablehnung darauf hin, dass die Webseite in keiner Weise mit Canonical assoziiert sei und auch nicht von dem Ubuntu-Macher anerkannt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
600 Millionen Euro
Bundeswehr lässt Funkgeräte von 1982 nachbauen

Das SEM 80/90 mit 16 KBit/s wird exakt nachgebaut, zum Stückpreis von rund 20.000 Euro. Das Retrogerät geht für die Bundeswehr in Serie.

600 Millionen Euro: Bundeswehr lässt Funkgeräte von 1982 nachbauen
Artikel
  1. Foundation bei Apple TV+: Die unverfilmbare Asimov-Trilogie grandios verfilmt
    Foundation bei Apple TV+
    Die unverfilmbare Asimov-Trilogie grandios verfilmt

    Gegen die Welt von Asimovs Foundation-Trilogie wirkt Game of Thrones überschaubar. Apple hat mit einem enormen Budget eine enorme Science-Fiction-Serie geschaffen.
    Eine Rezension von Peter Osteried

  2. Browser: Edge unterstützt Maus und Tastatur auf Xbox
    Browser
    Edge unterstützt Maus und Tastatur auf Xbox

    Microsoft hat Edge auf den aktuellen Xbox-Konsolen aktualisiert. Jetzt lässt sich der Browser fast wie am PC per Maus und Tastatur bedienen.

  3. Staatliche Hacker: Stasi hörte seit 1975 Autotelefone in West-Berlin ab
    Staatliche Hacker
    Stasi hörte seit 1975 Autotelefone in West-Berlin ab

    Das B-Netz der Deutschen Bundespost wurde spätestens seit 1975 von der DDR-Staatssicherheit abgehört.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Samsung Odyssey G7 499€ • Alternate (u. a. Thermaltake Level 20 RS ARGB 99,90€) • Samsung 980 1 TB 83€ • Lenovo IdeaPad Duet Chromebook 229€ • Lenovo-Laptops zu Bestpreisen • 19% auf Sony-TVs bei MM • Samsung SSD 980 Pro 1TB 150,50€ • AeroCool Cylon 4 ARGB 25,89€ [Werbung]
    •  /