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Ubuntu on Windows im Test: Eine neue Hassliebe auf der Kommandozeile

Wenn der Linux-Redakteur über die Windows-Nutzung flucht, ist eigentlich alles wie immer. Doch die Vorschau von Ubuntu auf Windows ist viel mehr als nur ein weiterer Grund zum Aufregen.

Artikel von veröffentlicht am
Bash on Ubuntu on Windows ist schon jetzt ein Coup.
Bash on Ubuntu on Windows ist schon jetzt ein Coup. (Bild: Screenshot: Golem.de)

Es wäre wahrscheinlich ein sehr schöner Aprilscherz gewesen zu behaupten, dass der Ubuntu-Userspace künftig ohne Anpassungen auf Windows 10 laufen wird. Doch so abwegig die Idee auch erscheinen mag, Microsoft meint es mit dem auf der Entwicklerkonferenz Build vorgestellten Projekt wohl sehr ernst. Offenbar ist dem Unternehmen inzwischen jedes Mittel recht, um Entwickler auf seiner Plattform zu halten oder von OS X und Linux zurückzugewinnen. Die derzeit verfügbare Vorschau zeigt, dass das Potenzial dafür vorhanden ist. Doch es gibt auch einige deutliche Einschränkungen.

Die Installation ist keine Hürde

Inhalt:
  1. Ubuntu on Windows im Test: Eine neue Hassliebe auf der Kommandozeile
  2. Ubuntu als kaputter Fremdkörper
  3. Für Entwickler und Experimentierfreudige
  4. Technische Details, Ausblick und Fazit

Die Mühe, die die Microsoft-Entwickler in das Windows-Subsystem für Linux (WSL), so der offizielle Projektname, gesteckt haben, wird schon bei der Einrichtung erkennbar. Die Installation ist geradezu verblüffend einfach. So reicht es aus, im aktuellen Insider Build 14316 von Windows 10 die Entwickleroptionen zu aktivieren, die Funktion über die Systemsteuerung auszuwählen und dann im Startmenü nach Bash zu suchen. Wird der gefundene Eintrag ausgewählt, öffnet sich ein Terminalfenster, in dem nur eine kurze Lizenzabfrage bestätigt werden muss. Die verlinkten Lizenzbestimmungen sind die der Linux-Distribution Ubuntu. Danach wird das System automatisch heruntergeladen.

Bei dem Download handelt es sich um ein Root-Dateisystem von Ubuntu 14.04. Es enthält viele bekannte Basiswerkzeuge und Bibliotheken. Die Binärpakete sind nicht speziell an die Verwendung mit Windows angepasst, sondern sind exakt jene, die auch in der Linux-Distribution enthalten sind und über die Ubuntu-Server verteilt werden. Für diesen reibungslosen Ablauf hat Microsoft eng mit dem Ubuntu-Sponsor Canonical zusammengearbeitet.

  • Bash on Ubuntu on Windows (Bild: Screenshot Golem.de)
  • Bash on Ubuntu on Windows (Bild: Screenshot Golem.de)
  • Bash on Ubuntu on Windows (Bild: Screenshot Golem.de)
  • Bash on Ubuntu on Windows (Bild: Screenshot Golem.de)
  • Bash on Ubuntu on Windows (Bild: Screenshot Golem.de)
  • Bash on Ubuntu on Windows (Bild: Screenshot Golem.de)
  • Bash on Ubuntu on Windows (Bild: Screenshot Golem.de)
  • Bash on Ubuntu on Windows (Bild: Screenshot Golem.de)
  • Bash on Ubuntu on Windows (Bild: Screenshot Golem.de)
  • Bash on Ubuntu on Windows (Bild: Screenshot Golem.de)
Bash on Ubuntu on Windows (Bild: Screenshot Golem.de)

Nach dem Abschluss der Installation öffnet sich die Gnu Bash in einem Fenster und die Nutzer sind mit dem Root-Account auf dem Ubuntu angemeldet. Das nutzt allerdings keinen Linux-Kernel als Unterbau, sondern läuft eben nativ auf Windows 10. Dafür übersetzt das WSL die Linux-Systemaufrufe (Syscalls) der einzelnen Anwendungen so, dass diese letztlich vom NT-Kernel ausgeführt werden können. Das Arbeitsverzeichnis ist dabei zuerst /mnt/c/WINDOWS/system32. Bei einem erneuten Start der Umgebung befinden sich Nutzer dann im Ordner /root. Zu finden ist die Anwendung einfach über das Startmenü unter dem Namen Bash on Ubuntu on Windows.

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Diese Terminalsitzung ist tatsächlich so gut umgesetzt, dass der Windows-Unterbau zunächst ganz schnell vergessen werden kann. Das System meldet sich beim Aufruf von lsb_release -a als Ubuntu 14.04, uname -a gaukelt sogar einen Linux-Kernel 3.4 vor. Darüber hinaus ist das Ubuntu in der üblichen Verzeichnisstruktur aufgebaut, selbst die virtuellen Verzeichnisse /proc und /sys sind vorhanden und in /etc finden sich die von Ubuntu bekannten Konfigurationsdateien.

Viele der GNU-Basiswerkzeuge lassen sich außerdem wie gewohnt direkt einsetzen: Ordner und Dateien erstellen oder wieder löschen, mit sed oder awk verändern und mit grep darin suchen. Which findet die Pfade für Anwendungen und sort -R liefert das gewünschte zufällige Ergebnis. File und stat listen ausführliche Informationen zu einzelnen Dateien.

Mit Curl und Wget lassen sich Dateien einfach herunterladen, und zur Paketverwaltung kann wie angekündigt Apt verwendet werden. Doch schon hierbei zeigen sich erste kleine Probleme ebenso wie fundamentale Schwierigkeiten, die das WSL noch hat. Der positive erste Eindruck wird dementsprechend schnell und nachhaltig getrübt.

Ubuntu als kaputter Fremdkörper 
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Crass Spektakel 28. Apr 2016

Binärkompatibilität war nur nie irgendetwas was relevant war wenn ich von Cygwin aus für...

nille02 22. Apr 2016

Da auch die "neue" bash Windows nicht steuern kann, muss man es zu PS greifen.

kendon 22. Apr 2016

find, grep, sed, sort, gescheites scripting, (brauchbare) tab-completion, aliase (könnte...

Schnapsbrenner 22. Apr 2016

Hi, ich habe irgendwann aufgehört die Insider Preview zu nutzen und zu verfolgen, bin...

elf 21. Apr 2016

Wine ist aber weit umfangreicher als WSL. Wine läuft zudem selbst im Userspace. WSL...


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