Ubuntu: Canonical verteidigt Snap-Store gegen Kritik von Linux Mint

Das Team des Ubuntu-Derivats Linux Mint will auf den Snap-Store verzichten und bezeichnet das System sogar als "Backdoor".

Artikel veröffentlicht am ,
Das Team von Linux Mint will seine Pakete selbst ausliefern können und verzichtet deshalb auf Snaps.
Das Team von Linux Mint will seine Pakete selbst ausliefern können und verzichtet deshalb auf Snaps. (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Mit dem kommenden Linux Mint 20 wechselt das Team der Linux-Distribution auf Ubuntu 20.04 LTS als technische Basis. Den vom Ubuntu-Team damit endgültig umgesetzten Wechsel hin zu seinem eigenen Snap-Paketformat wird das bekannte Ubuntu-Derivat Linux Mint jedoch nicht umsetzen. Hauptkritikpunkt ist dabei die zentralisierte und proprietäre Umsetzung des Snap-Stores in Ubuntu. Auf Anfrage des Magazins ZDNet verteidigt Canonical jedoch weiter seinen Ansatz.

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Das zunächst grundlegend technische Problem der Diskussion ist, dass Canonical die Chromium-Browser in Ubuntu standardmäßig nur noch als Snap-Paket ausliefert, jedoch nicht mehr als klassisches Deb-Paket. Da Linux Mint seine Pakete größtenteils von Ubuntu übernimmt, müsste das Team der Distribution also entweder eine Alternative dazu finden oder ebenfalls den Snap-Store nutzen. Letzteres kommt für Projektleiter Clement Lefebvre jedoch nicht in Frage.

Keine Snaps für Linux Mint

Im Blog der Distribution schrieb der Entwickler bereits vor rund einem Jahr, dass der Snap-Store damit unerkannt installiert werde. Ebenso werde damit einfach die Apt-Paketverwaltung überschrieben. In einem aktuellen Blogpost bezeichnet der Projektleiter das Paket deshalb sogar als "Backdoor". Immerhin könnten Snap-Pakete in dem Store von Canonical nicht einfach gepatched, überprüft oder verändert werden, was insbesondere auch für das Linux-Mint-Team notwendig sein könne. Selbst ein alternativer Snap-Store sei nicht möglich. Der Servercode dazu ist proprietäre Software von Canonical.

Wie erwähnt wird Linux Mint aber eben auf Snaps verzichten. So werde die Paketverwaltung standardmäßig so konfiguriert, dass die Installation der Snap-Werkzeuge unterbunden werde, heißt es in dem Blogeintrag. Darüber hinaus werde das Chromium-Paket zunächst leer bleiben, man werde über die Situation informieren und eine Anleitung zur Installation des freien Browsers bereitstellen. Ebenso soll es aber auch natürlich weiter möglich sein, Snaps und dafür notwendige Werkzeuge selbst zu installieren.

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Ubuntu-Sponsor Canonical verweist in einer Anfrage von ZDNet auf die mit Snaps einhergehende bessere Sicherheit und einfachere Nutzung. Außerdem erklärt Canonicals Community Manager Alan Pope, dass dank der Snaps die Pflege von Anwendungen deutlich einfacher sei. So müssten die Snap-Pakete nur genau einmal pro Architektur gebaut werden, während Anwendungen sonst für viele verschiedene Versionen mit unterschiedlichen Compilern erstellt würden. Gerade bei sehr komplexen Anwendungen wie dem Chromium-Browser vereinfachen Snaps aus Sicht von Canonical also vieles.

Auf die eigentlich Kritik des Linux-Mint-Teams geht das Unternehmen jedoch nicht ein. Vielmehr lädt Canonical zur Diskussion ein, wie dies auch mit anderen Distributionen geschehe.

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deisi 11. Jun 2020

Das stimmt xD

FreiGeistler 11. Jun 2020

Wer redet vom Service? Den dürfen sie gerne kommerziell anbieten. Aber Canonical kann...

FreiGeistler 11. Jun 2020

Nichts mit "Natürlich", das ist blosse Meinung.

FreiGeistler 11. Jun 2020

Kannst du so doch nicht sagen. Bei Linux musst du schon angeben, welchen Desktop. 8...

koelnerdom 11. Jun 2020

Klar, wenn man die entsprechenden Teile rauslässt, dann sieht das so aus, ja. Damit...



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