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Zwangslage führt zu Zahlung oder Totalverzicht

Mit dieser Vorgehensweise nutzt Canonical sein Recht an der Marke Ubuntu genau so, wie es gedacht ist. Würden etwa Hoster dauerhaft schlecht gepflegte Images von Ubuntu mit Sicherheitslücken anbieten, könnte sich dies negativ auf die Marke Ubuntu auswirken. Damit das nicht geschieht, verpflichtet Canonical die Hoster dazu, mit dem Unternehmen zusammenzuarbeiten, falls diese die Marke nutzen wollen.

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Theoretisch könnten Hoster zwar auf das Branding aus Logo und Schriftzug verzichten. Laut den offiziellen Trademark-Richtlinien von Canonical müssen die Pakete der Distribution dafür aber neu kompiliert werden. Letzteres war immer wieder Ausgangspunkt von Streit innerhalb der Community. Deshalb wirkte sogar die Free Software Foundation (FSF) auf eine Änderung hin. Shuttleworth nutzt dies, um darauf hinzuweisen, dass die FSF ebenso wie das Software Freedom Law Center (SFLC) die Richtlinien bestätigt und akzeptiert hätten.

Dies konnte allerdings nicht alle Kritiker zufriedenstellen. Mit Bezug auf die Ankündigung von Canonical wiederholt der Programmierer und Free-Software-Aktivist Matthew Garrett seine fundamentale Kritik an den Richtlinien von Canonical. Diese könnten so interpretiert werden, dass auch auf Ubuntu basierende Projekte nur bei einer Lizenzzahlung weiterverbreitet werden dürften. Letzteres widerspricht aber klar den Prinzipien freier Software.

Im Zweifel ist es für Hoster jedoch unabhängig davon unmöglich, auf Ubuntu zu verzichten. Denn diese könnten dann die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Linux-Distribution ihren Kunden nicht mehr anbieten, was sich sehr schlecht aufs Geschäft auswirken dürfte. Deshalb sind Hoster geradezu gezwungen, eine Vereinbarung mit Canonical über die Nutzung der Marke und die Pflege der Distribution zu treffen. Denn der Neubau und das Umbenennen der entstandenen Distribution sind für Hoster schlicht nicht praktikabel, und das von Garrett aufgezeigte Problem bliebe auch dann noch bestehen.

Wirtschaftliches Interesse von Canonical naheliegend

Dass Canonical diese Richtlinien aber nicht nur benutzt, um die Marke Ubuntu zu schützen, sondern auch aus finanziellem Interesse handelt, legen zumindest die Ausführungen von OVH-Chef Klaba nahe. Dieser behauptete, dass OVH 1 bis 2 Euro pro Virtual Private Server (VPS) oder Public Cloud Instance (PCI) an Canonical zahlen solle. Canonical hat diese Zahlungsaufforderung nie explizit dementiert, sondern nur die Darstellung von Klaba als irreführend bezeichnet.

Canonical führt dazu aus, dass die Zahlungen keine reinen Markenlizenzen seien. Das heißt, die Hoster zahlten mitnichten nur für die Verwendung der Ubuntu-Marke. Vielmehr seien insbesondere wegen der wachsenden Verbreitung von Cloud-Diensten spezielle Anpassungen an die Ubuntu-Images notwendig, um eine sichere und konsistente Arbeitsweise zu gewährleisten. Letztlich müsse Ubuntu für den Einsatz in der Cloud immer angepasst werden, was im Einzelnen aber meist schwer nachzuvollziehen sei.

Wie hoch die von Canonical geforderte Summe dabei letztlich ist, lässt sich jedoch nur vermuten, da Canonical seine Finanzen nicht offenlegen muss und sich mit derartigen Informationen sehr zurückhält. Sofern die von Klaba genannten Zahlen aber annähernd richtig sind, ist ein zweistelliger Millionenbetrag sehr wahrscheinlich.

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 Ubuntu: Canonical verklagt Hoster mit Hilfe des Markenrechts
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chefin 05. Dez 2016

Falsch, der Code ist frei, nur der Namen nicht. Den Code nutzen aber einfach nicht Ubuntu...

jb (Golem.de) 04. Dez 2016

Ist geändert, vielen Dank für den Hinweis!

Technik Schaf 03. Dez 2016

Wieso sollte man von canonical die Finger lassen wenn. Oh es verbockt hat?

Technik Schaf 03. Dez 2016

Ein hoster der (undokumentiert? ) ein OS so verändert dass es sich derart negativ für...


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