Abo
  • Services:
Anzeige
Mit der Ubuntu-Marke scheint Canonical gut Geld verdienen zu können.
Mit der Ubuntu-Marke scheint Canonical gut Geld verdienen zu können. (Bild: Aaron Hockley, flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Zwangslage führt zu Zahlung oder Totalverzicht

Mit dieser Vorgehensweise nutzt Canonical sein Recht an der Marke Ubuntu genau so, wie es gedacht ist. Würden etwa Hoster dauerhaft schlecht gepflegte Images von Ubuntu mit Sicherheitslücken anbieten, könnte sich dies negativ auf die Marke Ubuntu auswirken. Damit das nicht geschieht, verpflichtet Canonical die Hoster dazu, mit dem Unternehmen zusammenzuarbeiten, falls diese die Marke nutzen wollen.

Theoretisch könnten Hoster zwar auf das Branding aus Logo und Schriftzug verzichten. Laut den offiziellen Trademark-Richtlinien von Canonical müssen die Pakete der Distribution dafür aber neu kompiliert werden. Letzteres war immer wieder Ausgangspunkt von Streit innerhalb der Community. Deshalb wirkte sogar die Free Software Foundation (FSF) auf eine Änderung hin. Shuttleworth nutzt dies, um darauf hinzuweisen, dass die FSF ebenso wie das Software Freedom Law Center (SFLC) die Richtlinien bestätigt und akzeptiert hätten.

Anzeige

Dies konnte allerdings nicht alle Kritiker zufriedenstellen. Mit Bezug auf die Ankündigung von Canonical wiederholt der Programmierer und Free-Software-Aktivist Matthew Garrett seine fundamentale Kritik an den Richtlinien von Canonical. Diese könnten so interpretiert werden, dass auch auf Ubuntu basierende Projekte nur bei einer Lizenzzahlung weiterverbreitet werden dürften. Letzteres widerspricht aber klar den Prinzipien freier Software.

Im Zweifel ist es für Hoster jedoch unabhängig davon unmöglich, auf Ubuntu zu verzichten. Denn diese könnten dann die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Linux-Distribution ihren Kunden nicht mehr anbieten, was sich sehr schlecht aufs Geschäft auswirken dürfte. Deshalb sind Hoster geradezu gezwungen, eine Vereinbarung mit Canonical über die Nutzung der Marke und die Pflege der Distribution zu treffen. Denn der Neubau und das Umbenennen der entstandenen Distribution sind für Hoster schlicht nicht praktikabel, und das von Garrett aufgezeigte Problem bliebe auch dann noch bestehen.

Wirtschaftliches Interesse von Canonical naheliegend

Dass Canonical diese Richtlinien aber nicht nur benutzt, um die Marke Ubuntu zu schützen, sondern auch aus finanziellem Interesse handelt, legen zumindest die Ausführungen von OVH-Chef Klaba nahe. Dieser behauptete, dass OVH 1 bis 2 Euro pro Virtual Private Server (VPS) oder Public Cloud Instance (PCI) an Canonical zahlen solle. Canonical hat diese Zahlungsaufforderung nie explizit dementiert, sondern nur die Darstellung von Klaba als irreführend bezeichnet.

Canonical führt dazu aus, dass die Zahlungen keine reinen Markenlizenzen seien. Das heißt, die Hoster zahlten mitnichten nur für die Verwendung der Ubuntu-Marke. Vielmehr seien insbesondere wegen der wachsenden Verbreitung von Cloud-Diensten spezielle Anpassungen an die Ubuntu-Images notwendig, um eine sichere und konsistente Arbeitsweise zu gewährleisten. Letztlich müsse Ubuntu für den Einsatz in der Cloud immer angepasst werden, was im Einzelnen aber meist schwer nachzuvollziehen sei.

Wie hoch die von Canonical geforderte Summe dabei letztlich ist, lässt sich jedoch nur vermuten, da Canonical seine Finanzen nicht offenlegen muss und sich mit derartigen Informationen sehr zurückhält. Sofern die von Klaba genannten Zahlen aber annähernd richtig sind, ist ein zweistelliger Millionenbetrag sehr wahrscheinlich.

 Ubuntu: Canonical verklagt Hoster mit Hilfe des Markenrechts

eye home zur Startseite
chefin 05. Dez 2016

Falsch, der Code ist frei, nur der Namen nicht. Den Code nutzen aber einfach nicht Ubuntu...

jb (Golem.de) 04. Dez 2016

Ist geändert, vielen Dank für den Hinweis!

Technik Schaf 03. Dez 2016

Wieso sollte man von canonical die Finger lassen wenn. Oh es verbockt hat?

Technik Schaf 03. Dez 2016

Ein hoster der (undokumentiert? ) ein OS so verändert dass es sich derart negativ für...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. AES GmbH, Bremen
  2. Daimler AG, Leinfelden-Echterdingen
  3. über Jobware Personalberatung, Raum Mannheim / Ludwigshafen
  4. AICHINGER GmbH, Wendelstein


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 15,99€
  2. 59,99€/69,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. 44,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Wissens-Guide und Kaufberatung für Cloud-Sicherheit
  2. Beurteilungskriterien für den Schutz in der Cloud


  1. Satelliteninternet

    Apple holt sich Satellitenexperten von Alphabet

  2. Microsoft

    Bis 2020 kein Office-Support mehr für einige Cloud-Dienste

  3. Sonos Playbase vs. Raumfeld Sounddeck

    Wuchtiger Wumms im Wohnzimmer

  4. Regierungspräsidium

    Docmorris muss Automatenapotheke schließen

  5. System-Update

    Android-Malware millionenfach aus Play Store runtergeladen

  6. Internetdienste

    VZBV fordert Kontrolle von Algorithmen

  7. SK Hynix

    Erste Grafikkarte mit GDDR6-Videospeicher erscheint 2018

  8. Internetzugang

    Bei halber Datenrate auch nur halber Preis

  9. Suchmaschinen

    Internet Archive will künftig Robots.txt-Einträge ignorieren

  10. OWASP Top 10

    Die zehn wichtigsten Sicherheitsrisiken bekommen ein Update



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Quantenphysik: Im Kleinen spielt das Universum verrückt
Quantenphysik
Im Kleinen spielt das Universum verrückt
  1. Die Woche im Video Kein Saft, kein Wumms, keine Argumente
  2. Quantenmechanik Malen nach Zahlen für die weltbesten Mathematiker
  3. IBM Q Qubits as a Service

Elektromobilität: Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?
Elektromobilität
Wie kommt der Strom in die Tiefgarage?
  1. Elektroauto Opel Ampera-E kostet inklusive Prämie ab 34.950 Euro
  2. Elektroauto Volkswagen I.D. Crozz soll als Crossover autonom fahren
  3. Sportback Concept Audis zweiter E-tron ist ein Sportwagen

Hate-Speech-Gesetz: Regierung kennt keine einzige strafbare Falschnachricht
Hate-Speech-Gesetz
Regierung kennt keine einzige strafbare Falschnachricht
  1. Neurowissenschaft Facebook erforscht Gedanken-Postings
  2. Rundumvideo Facebooks 360-Grad-Ballkamera nimmt Tiefeninformationen auf
  3. Spaces Facebook stellt Beta seiner Virtual-Reality-Welt vor

  1. Kreative Bankrotterklärung

    deus-ex | 13:18

  2. Re: ab 2007: Kompatibilität für lange Laufzeit

    MrAnderson | 13:18

  3. Re: Vollidioten

    Cok3.Zer0 | 13:17

  4. Re: Raumfeld unterstützt inzwischen Chromecast

    KillerSoftware | 13:17

  5. Re: Wie erkenne ich solche MITM-Attacken als User

    My1 | 13:16


  1. 13:13

  2. 12:30

  3. 12:04

  4. 11:47

  5. 11:00

  6. 10:42

  7. 10:27

  8. 10:12


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel