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Ubuntu 18.04 LTS erschienen: Gnome kommt, um zu bleiben

Die neue Version mit Langzeitunterstützung (LTS) von Ubuntu 18.04 alias Bionic Beaver setzt wie erwartet auf Gnome statt auf Unity, verzichtet aber auf Wayland. Das Live-Patching gibt es auch für den Desktop, und der Server bekommt einen neuen Installer.

Artikel von und Kristian Kißling/Linux Magazin veröffentlicht am
Ubuntu 18.04 heißt Bionic Beaver, bionischer Biber
Ubuntu 18.04 heißt Bionic Beaver, bionischer Biber (Bild: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Erstmals seit acht Jahren ist mit dem aktuellen Ubuntu 18.04 alias Bionic Beaver eine Ubuntu-Version mit Langzeitunterstützung (LTS) erschienen, die standardmäßig wieder auf den Gnome-Desktop setzt statt auf den Eigenbau Unity. Den Wechsel von Unity hin zu Gnome für die Nutzeroberfläche hat das Ubuntu-Team bereits mit der Zwischenversion 17.10 alias Artful Aardvark umgesetzt und entsprechend ausgiebig getestet. Der Langzeit-Support von Bionic beträgt fünf Jahre, was vor allem auch den Desktopnutzern des aktuellen Ubuntu eine lange Arbeitszeit mit dem Gnome-Desktop verspricht.

Der neue Gnome-Desktop von Ubuntu unterscheidet sich in einigen Teilen von der Standardansicht, die die Gnome-Community erstellt, so dass dieser stark an Unity erinnert. Ausführliche Details dazu finden sich im Test von Ubuntu 17.10. Anders als noch in Artful und damit auch für Bionic erwartet, startet das nun verfügbare System jedoch nicht in eine Wayland-Session, sondern setzt standardmäßig weiterhin auf das X11-Fenstersystem. In Ubuntu 17.10 wurde Wayland bereits für unterstützte Hardware eingesetzt, also auf jener mit freien Grafiktreibern.

Schlechtes Netz mit Wayland

Die Gründe für die Abkehr von Wayland im Entwicklungsprozess von Bionic nannte Ende Januar Canonicals Desktop-Chef Will Cooke. Er erinnerte daran, dass Versionen wie Ubuntu 17.10 zugleich als Testversionen für die LTS-Ausgaben dienen. Nach etwa der Hälfte des Bionic-Entwicklungszyklus entschied das Team, weiter den X.org-X-Server als Standard zu nutzen und nennt vor allem drei dafür verantwortliche Bereiche: VoIP, Remote-Desktop und Crash Recovery.

  • Der Willkommensdialog stellt die Neuerungen am Desktop vor ... (Bild: Ubuntu, Screenshot: Golem.de)
  • ... ermöglicht das Einrichten der Livepatches ...(Bild: Ubuntu, Screenshot: Golem.de)
  • ... informiert über das Sammeln der Telemetriedaten ...(Bild: Ubuntu, Screenshot: Golem.de)
  • ... und verweist auf das Software-Center. (Bild: Ubuntu, Screenshot: Golem.de)
  • Ubuntu 18.04 setzt auf Gnome statt Unity. (Bild: Ubuntu, Screenshot: Golem.de)
  • Das Live-Patching lässt sich leicht selbst konfigurieren. (Bild: Ubuntu, Screenshot: Golem.de)
  • Das Software-Center ermöglicht die Installation von Snaps ebenso wie von Deb-Paketen. (Bild: Ubuntu, Screenshot: Golem.de)
  • Die Übersicht des Apps-Button zeigt die Gnome-Grundlage. (Bild: Ubuntu, Screenshot: Golem.de)
  • Ubuntu 18.04, alias Bionic Beaver, bekommt fünf Jahre Support. (Bild: Ubuntu, Screenshot: Golem.de)
Der Willkommensdialog stellt die Neuerungen am Desktop vor ... (Bild: Ubuntu, Screenshot: Golem.de)

So gibt es unter Wayland offenbar Probleme mit WebRTC-Anwendungen, mit Skype sowie mit Google Hangouts und dabei vor allem mit dem Screen-Sharing. Das funktioniert unter X.org ebenso problemlos wie Remote-Desktop-Anwendungen, mit denen Wayland laut Aussage von Cooke noch Probleme zu haben scheint.

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Die Verwendung des X-Servers soll aber nicht von Dauer sein: Laut Cooke arbeiten die Entwickler mit einem Screen-Sharing-Protokoll und Techniken wie Pipewire an Lösungen für die bestehenden Probleme. Bis diese einsatzbereit sind, dürfte es aber noch eine Weile dauern, und dann müssen auch noch die Anwendungsentwickler die Protokolle und Software integrieren. Wer kein Screen-Sharing brauche, erhalte hingegen mit Wayland eine sicherere Umgebung, schreibt Cooke.

Wenn Mutter abstürzt

Darüber hinaus scheint es mit Wayland aber auch größere Probleme bei Abstürzen der Gnome Shell zu geben. Stürzt diese und der Fenstermanager Mutter ab, reißen sie auch die laufenden Anwendungen mit, und der Nutzer landet wieder vor dem Login-Schirm. Beim Einsatz des X-Servers startet die Shell unabhängig von den laufenden Anwendungen und vom Display-Server dagegen neu. Mit Gnome Shell 4 sollen die Probleme dank Architekturänderungen behoben werden, aber auch hier dürfte noch etwas Zeit vergehen, bis eine fertige Lösung ins Haus steht.

Laut einem Blogbeitrag von Will Cooke soll beim ersten Login abgefragt werden, ob die Livepatch-Funktion aktiviert werden soll. Der Login-Screen beinhaltet dann einen Link zur Aktivierung. Dabei handelt es sich um ein Angebot von Canonical, Kernel-Updates im Live-Betrieb einzuspielen. Der Dienst erfordert eine Anmeldung bei Canonical und ist für drei Systeme kostenlos. Zudem soll beim ersten Einrichten auch schon gefragt werden, ob und welche Systeminformationen der Nutzer an Canonical übermitteln will.

Was Gnome-Nutzer erwartet 
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tuxer77 13. Jul 2018

"Allerdings ist diese konkrete Verschlüsselungstechnik nur ein Notbehelf, denn sie lässt...

Tamaskan 13. Mai 2018

Laut Golem-Artikel (https://www.golem.de/news/sled-12-im-test-die-sinnhaftigkeit-eines...

Gremlin2 07. Mai 2018

Nochmals Danke. :-) Ich muss an dieser Stelle (ungünstiger Weise) sagen: Trotz Interesse...

FreiGeistler 02. Mai 2018

Googlen und vergleichen. Diese Frage hängt zu sehr von Geschmack und Prioritäten ab, um...

FreiGeistler 02. Mai 2018

Deine Versionen werden wohl noch langsamer geupdatet als die von XFCE. Tearing ist schon...


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