Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Ubuntu 15.10 Erschienen: Das Konvergenz-Testen kann beginnen

In Ubuntu 15.10 ist das neue Unity8 erstmals offiziell als technische Vorschau enthalten, womit die konvergente Oberfläche von Interessierten getestet werden kann. An dem Standarddesktop ändern sich aber wieder nur Details.
/ Sebastian Grüner
8 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Ubuntu 15.10 enthält das neue Unity8 als technische Vorschau. (Bild: Ubuntu, Screenshot Golem.de)
Ubuntu 15.10 enthält das neue Unity8 als technische Vorschau. Bild: Ubuntu, Screenshot Golem.de

Canonical arbeitet seit langem daran, die neue Oberfläche Unity8 zu erstellen, die auf Smartphones und Tablets ebenso wie auf dem Desktop laufen soll. Jetzt kann sie erstmals in einer offiziellen Vorschau getestet werden. An dem bisherigen Standarddesktop der Linux-Distribution – Unity7 – ändern sich auch mit dem aktuellen Ubuntu 15.10 alias Wily Werewolf(öffnet im neuen Fenster) wieder nur Kleinigkeiten.

Zwar konnte der Entwicklungsfortschritt von Unity8 auch schon in den vorigen Veröffentlichungen verfolgt werden, indem die Pakete einfach nachinstalliert wurden. Doch bisher fehlte der für den Desktop essenzielle Fenstermodus, womit ein einfacher Wechsel zwischen Anwendungen ermöglicht wird. Da diese Funktion nun bereitsteht, liefert Canonical das neue Unity8 für alle Desktop-Nutzer offiziell zum Testen aus. Wie bisher müssen Interessierte die dazu notwendigen Pakete aber eigenständig installieren.

Konvergente Anwendungen und Kompatibilität zu Mir

Um die angestrebte volle Konvergenz der Anwendungen und Oberfläche zu erreichen, hat das Entwicklerteam auch einige Programme angepasst, damit diese sowohl auf kleinen Smartphone-Displays wie auch auf großen Monitoren genutzt werden können. Dazu gehören etwa der Musikplayer oder der neu geschriebene E-Mail-Client Deko.

Erst Anfang September demonstrierte das Entwicklerteam die Funktionsfähigkeit der Abwärtskompatibilität zu dem veralteten X11. Das Ubuntu-Team beschloss, für Unity8 die Eigenentwicklung Mir als Displayserver zu verwenden, weshalb sämtliche grafischen Anwendungen entweder auf die Benutzung mit Mir angepasst werden müssen oder eben die Zwischenschicht Xmir verwendet werden muss. Eine ähnliche Vorgehensweise verfolgen die anderen Linux-Distributionen, welche künftig auf Wayland setzen wollen, mit Xwayland.

Besitzer eines Smartphones mit Ubuntu Phone, wie dem MX4 von Meizu, erhalten laut Canonical außerdem erstmals ein Update, das dem Zyklus der Desktop- und Servervariante entspricht. Ubuntu Phone in den Prozess zum Erstellen und Aktualisieren der Standard-Distribution zu integrieren, ist wohl ebenfalls sehr wichtig für das Ziel der Konvergenz. Bisher entstand die Smartphone-Variante von Ubuntu parallel zu der restlichen Distribution, vermutlich um weniger stark abhängig von den Paketversionen zu sein.

Stabile Desktops, übliche Aktualisierungen, Steam-Controller-Unterstützung

Für den nach wie vor eingesetzten Standarddesktop Unity7 konzentrierte sich das Team hauptsächlich auf das Beheben von Fehlern und das Umsetzen einiger weniger, neuer Funktionen. So können Nutzer nun die Pfeiltasten zur Navigation in dem Dash genannten Hauptmenü verwenden. Falls der Bildschirm nur gesperrt ist, ist es nun zudem nicht mehr möglich, das System herunterzufahren.

Leicht verändert ist auch das Verhalten der Scrollleisten in Anwendungen. Diese erschienen nicht wie bisher erst, wenn der Mauszeiger in der Nähe ist, sondern werden dauerhaft dezent schmal in der Farbe Orange dargestellt. Sie werden jedoch breiter, falls sie mit dem Cursor berührt werden.

Weitere Desktops und Updates

Zusätzlich zu Unity stehen in den Derivaten von Ubuntu 15.10 weitere grafische Oberflächen bereit. So nutzt Kubuntu das aktuelle KDE Plasma 5.4 , das viele neue Einzelheiten an dem neuen Design-Thema Breeze enthält. Verbessert hat das KDE-Team in der Version auch die Unterstützung für Displays mit sehr hohen Auflösungen. Ubuntu Gnome verwendet Gnome 3.16, das im Frühjahr erschienen ist, der Gnome-2-Fork Mate steht in Version 1.10 bereit.

Als Office-Suite wird standardmäßig Libreoffice 5.0 eingesetzt, das Nutzern einige Verbesserungen an der Oberfläche liefert. Als Kernel wird Linux 4.2 genutzt, welcher unter anderen den neuen AMDGPU-Treiber für aktuelle Radeon-Grafikkarten enthält. In den Paketarchiven findet sich zudem ein Kernel für das Raspberry Pi 2.

Die aktuelle Ubuntu-Version unterstützt darüber hinaus den von Valve eigens für die Steam Machines erstellten Steam Controller. Mit der Installation des Steam-Clients werden die für das Gerät notwendigen Konfigurationsdateien erstellt, sodass der Controller automatisch erkannt wird.

Weitere Details zu der Veröffentlichung bieten die Release-Notes(öffnet im neuen Fenster) . Dort finden sich auch die Links zu den Downloads der verschiedenen Varianten der Linux-Distribution. Die nächste Version Ubuntu 16.04 wird Langzeitunterstützung erhalten und den Codenamen Xenial Xerus tragen.


Relevante Themen