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Ubuntu 12.10: Quantal Quetzal verzichtet auf Unity 2D

In Ubuntu 12.10 wird es keine Qt-basierte 2D-Version des Unity-Desktops mehr geben. Stattdessen wird Llvmpipe 3D-Effekte auf der CPU berechnen.
/ Jörg Thoma
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Der Quetzal ist das Wappentier von Ubuntu12.10. (Bild: D. Hatcher/Public Domain)
Der Quetzal ist das Wappentier von Ubuntu12.10. Bild: D. Hatcher/Public Domain

Canonical will in Ubuntu 12.10 auf Unity 2D verzichten. Auf Rechnern ohne hardwarebeschleunigte Grafik funktionierte Unity 2D bisher als Desktopersatz für die 3D-Variante. Mit Ubuntu 12.10 soll Llvmpipe stattdessen 3D-Berechnungen auf der CPU vornehmen. Unity 3D samt Compiz soll dann auf allen Rechnern laufen – auch ohne 3D-beschleunigte Hardware oder entsprechende proprietäre Treiber.

Überraschend ist dieser Schritt nicht, denn bereits Anfang Mai 2012 hatten sich die Canonical-Entwickler auf dem Ubuntu Developer Summit darauf geeinigt, auf das auf Qt-basierende Unity 2D zu verzichten. Llvmpipe wird bereits in Fedora 17 eingesetzt , damit dort die Gnome-Shell genutzt werden kann, die ebenfalls 3D-Effekte voraussetzt.

Llvmpipe seit Mesa 8.0

Llvmpipe kann seit der Veröffentlichung von Mesa 8.0 genutzt werden. Der Software-Rasterizer läuft auf 32- und 64-Bit-Systemen und benötigt idealerweise SSE2-Erweiterungen im Prozessor. Auf CPUs ohne diese Erweiterungen bringt der Treiber nicht genügend Leistung. Aber auch mit SSE könnten schwächere CPUs mit den Berechnungen nicht nachkommen. Er ist aber allemal schneller als der herkömmliche Software-Rasterizer Swrast, der in Mesa als Alternative zur Verfügung steht.

Außerdem beschränkt sich Llvmpipe weitgehend auf Funktionen von OpenGL 2.1. OpenGL 3.0 unterstützt Llvmpipe so gut wie gar nicht. Unter Ubuntu 12.10 soll Mesa 8.1 samt aktuellem Llvmpipe zum Einsatz kommen, das inzwischen die Versionsnummer 9.0 trägt und im September 2012 veröffentlicht werden soll.

Nicht für 3D-Spiele

Für 3D-Spiele ist Llvmpipe fast nicht geeignet. Wer mit Llvmpipe den Desktop mit halbwegs kräftiger CPU nutzt, wird keine Leistungseinbrüche bemerken, muss aber auf einige Effekte wie Übergänge oder Transparenz verzichten, die ohnehin auch in Unity 2D nicht zur Verfügung standen.

Ubuntu 12.10 alias Quantal Quetzal soll am 18. Oktober 2012 veröffentlicht werden.


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