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Ubisoft-Chef Yves Guillemot beim Gespräch mit Golem.de in Shanghai.
Ubisoft-Chef Yves Guillemot beim Gespräch mit Golem.de in Shanghai. (Bild: Peter Steinlechner / Golem.de)

Neue Plattformen und Vivendi

Golem.de: Ubisoft hat immer früh auf neue Plattformen gesetzt. Wie wichtig ist Ihnen das - oder hätten sie eigentlich lieber, dass es eine Art Evolution auch bei den Konsolen gibt, etwa mit den Nachfolgern von Playstation 4 Pro oder Xbox One X?

Guillemot: Ein regelmäßiger Neustart der ganzen Branche durch völlig neue Hardware alle paar Jahre ist heute für uns tatsächlich nicht mehr so wichtig. Das liegt daran, dass wir genug Marken und Serien haben, die wir auch so noch viele Jahre pflegen und verbessern können.

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Wir brauchen also nicht unbedingt die Chance, mit neuen Konsolen auch neue Serien zu starten, wie das früher der Fall war. Mehr Evolution hätte noch weitere Vorteile, etwa dass es nicht zu einer Zersplitterung der Community kommt.

Trotzdem finde ich es gut, wenn sich unsere Branche alle paar Jahre neu erfinden muss. So bekommen kleine Firmen die Möglichkeit, durch kluge Entscheidungen zu wachsen. Wenn das nicht stattfindet, führt das unter anderem zu weniger Kreativität. Ich freue mich, wenn ab und zu eine Revolution stattfindet - und ich weiß auch schon, dass da einiges auf uns zukommt.

Golem.de: Was halten Sie denn von Virtual und Augmented Reality?

Guillemot: VR hat eine wirklich gute Chance, aber wir müssen unbedingt die Sache mit der Bewegungsübelkeit in den Griff bekommen. Das betrifft einfach immer noch eine bestimmte Prozentzahl von Spielern, und daran müssen wir arbeiten - ich bin überzeugt, dass wir das hinkriegen.

Mir geht es ja selbst so: Wenn ich ein VR-Spiel wie unser Rabbids VR ausprobiere, weiß ich vorher nicht, ob die nächsten ein oder zwei Stunden für mich weitgehend gelaufen sind. Wobei es bei diesem Titel bislang immer gut gegangen ist. Bei Sachen wie Star Trek Bridge Crew ist die Übelkeit auch kein Problem, weil man sich ja nicht wirklich bewegt. Aber auch sonst werden wir das hinkriegen, selbst wenn es vermutlich noch etwas dauert.

Vermutlich wird Augmented Reality deshalb früher durchstarten. Wir haben da selbst noch keine Projekte am Start, aber die Marktdurchdringung wird wohl früher gelingen als bei VR. Es gibt aber noch ein paar weitere technologische Neuerungen, die ich spannend finde, etwa das Streaming von Spielen.

Golem.de: Wir haben in Deutschland momentan die Diskussion, wie die Spielebranche vom Staat gefördert werden sollte. Ubisoft hat davon in Frankreich ein Stück weit profitiert - welche Empfehlungen haben Sie für Ihre Kollegen in Deutschland?

Guillemot: Das Wichtigste für den Aufbau einer Branche sind gute Entwickler - und die wird es früher oder später allein schon deswegen geben, weil es viele neugierige und aufgeschlossene Spieler gibt. Es kann aber nicht schaden, das durch gezielte Maßnahmen zu fördern, also auf Ausbildung zu setzen. Das wäre meine wichtigste Empfehlung.

Golem.de: In Deutschland wollen viele Politiker vor allem pädagogisch wertvolle Spiele fördern. Kann das funktionieren?

Guillemot: Ich glaube nicht. Die Leute lernen ja gerne etwas beim Spielen, aber richtige Lernspiele - die es ja durchaus mal gab - funktionieren heute nicht mehr. Vielleicht gibt es da mal ein Comeback, aber derzeit ist das nicht absehbar.

Golem.de: Ubisoft steht derzeit im Mittelpunkt eines Übernahmeversuchs durch Vivendi. Sie wehren sich vehement. Warum?

Guillemot: Wir brauchen Freiheit, Kreativität und Geschwindigkeit, um in unserer dynamischen Branche voranzukommen. Innerhalb eines großen Konzerns wie Vivendi kann das nicht funktionieren. Denken Sie an Riesenfirmen wie Disney - diese Unternehmen kennen sich nicht mit den Entscheidungen aus, wie wir sie regelmäßig treffen müssen.

Golem.de: Haben Sie einen Plan für den Tag, an dem Vivendi doch die Mehrheit an Ubisoft bekommen sollte?

Guillemot: Dann bin ich sicher nicht mehr auf meinem Posten, sondern fahre mit dem Motorrad in Richtung Sonne.

Offenlegung: Golem.de hat auf Einladung von Ubisoft an der China Joy in Shanghai teilgenommen. Die Reisekosten wurden zum größten Teil von Ubisoft übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

 Ubisoft: "Ich freue mich, wenn ab und zu eine Revolution stattfindet"

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Dudeldumm 05. Aug 2017

Hmmm ok, wundert mich, dass die Leute hier das nicht wollen. Aber jedem Tierchen sein...

Dennis 05. Aug 2017

Das sehe ich dann doch genau anders herum, ich habe noch nie mehr als eine Stunde damit...

Hotohori 04. Aug 2017

Äh, nein, eben nicht. Wenn du viele F2P Fans fragst wieso sie das Modell so toll finden...

Hotohori 04. Aug 2017

Eben darum rolle ich jedes mal mit den Augen wenn ich etwas von Marktforschung lese...



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