Ubisoft: Big-Data-KI entdeckt Bugs beim Programmieren
Nicht erst beim Debuggen oder noch später beim Testing durch die QA-Abteilung, sondern bereits beim Eintippen von Codezeilen soll ein neues Verfahren von Ubisoft Programmfehler erkennen können. Das System namens Commit Assistant hat dazu einen Großteil der Quellcodes ausgewertet, die in den vergangenen zehn Jahren bei Ubisoft entstanden sind. Vor allem hat Commit Assistant darauf geachtet, welche Zeilen später wegen Bugs überarbeitet wurden. Das schreibt unter anderem Wired(öffnet im neuen Fenster) nach einer Entwicklertagung bei Ubisoft in Montreal.
Das dort vorgestellte selbstlernende System soll inzwischen schon bei der Eingabe durch die Programmierer rund sechs von zehn typischen Bugs erkennen und darauf hinweisen können. Bei drei von zehn Meldungen soll es sich um falschen Alarm handeln, ein Fehler bleibe unentdeckt.

Das auf Big-Data-Algorithmen basierende, selbstlernende Verfahren werde allerdings im Laufe der Zeit immer besser, sagte Yves Jacquier. Er leitet das Forschungslabor La Forge von Ubisoft in Montreal, wo Commit Assistant in Zusammenarbeit mit der McGill und der Concordia University entstanden ist. Die beiden Hochschulen haben ihre Ergebnisse in Form wissenschaftlicher Paper veröffentlicht.
Eine Herausforderung für die algorithmische Fehlererkennung ist nach Angaben von Jacquier, dass sie enorme Mengen an älterem Beispielcode benötigt, um zu lernen. Andernfalls würden die Ergebnisse zu unzuverlässig, so dass die Programmierer die Hinweise rasch nicht mehr ernst nehmen würden. Deshalb sei das Verfahren vor allem für Unternehmen mit sehr großen Projekten geeignet und weniger für kleine Betriebe.

Jacquier weist laut Wired auch darauf hin, dass die Programmierer eng in die Einführung von Systemen wie Commit Assistant einbezogen werden sollten, damit sie es nicht als lästige Besserwisserei oder gar Bedrohung wahrnehmen würden. Ganz unbegründet sind derlei Sorgen wohl nicht: Nach Angaben von Ubisoft sollen durch das Verfahren die Entwicklungskosten um bis zu 70 Prozent gesenkt werden – da könnte langfristig durchaus auch der ein oder andere Arbeitsplatz wegfallen.
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