Uber vs. Waymo: Uber spionierte Konkurrenten aus
Spionage, Überwachung Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen: Ein ehemaliger Mitarbeiter von Uber hat vor Gericht unlautere und illegale Geschäftspraktiken des Fahrdienstes enthüllt. Ubers Gründer und Ex-Chef Travis Kalanick soll über diese Aktivitäten Bescheid gewusst haben.
Die Geschäftspraktiken beschreibt Richard Jacobs, der bei Uber im Bereich Sicherheit gearbeitet hatte, in einem 37-seitigen Brief(öffnet im neuen Fenster) an Ubers Justiziarin Angela Padilla. Der Brief ist ein Beweismittel im Gerichtsverfahren von Waymo gegen Uber wegen Technologiediebstahls .
SSG suchte nach vertraulichen Geschäftsdaten
In dem Brief beschreibt Jacobs die Aktivitäten einer Uber-Abteilung, der Strategic Services Group (SSG). Deren Ziel war, Informationen über Konkurrenten zu sammeln sowie an vertrauliche Geschäftsdaten zu gelangen.
Dazu hätten die SSG-Mitarbeiter fragwürdige Methoden angewandt: So hätten sie unter falscher Identität Zugang zu Plattformen anderer Fahrvermittlungsdienste verschafft, Gespräche abgehört und unrechtmäßig aufgezeichnet. Außerdem verfolgten und überwachten sie leitende Mitarbeiter konkurrierender Unternehmen sowie Politiker. Über deren Aktivitäten berichteten sie dann Kalanick.
Uber-Mitarbeiter verwischten ihre Spuren
Die SSG-Mitarbeiter hätten einigen Aufwand betrieben, um ihre Aktivitäten zu verschleiern. Sie hätten beispielsweise Computer genutzt, die nicht mit Uber in Verbindung gebracht werden konnten. Die Kommunikation sei nicht über Ubers Netz abgewickelt worden, sondern unter anderem über virtuelle öffentliche Netzwerke.
Laut dem Dokument überwachten die Uber-Mitarbeiter auch den Kläger Waymo. Diesen Vorwurf zog Jacobs jedoch in seiner Zeugenaussage vor Gericht wieder zurück.
Die Existenz des Briefes wurde bereits im vergangenen Monat bekannt. Daraufhin wurde der Prozess sogar verschoben . Bisher waren vor Gericht nur Ausschnitte verlesen worden. Eine redigierte Fassung wurde jetzt veröffentlicht. Der Brief ist datiert auf den 5. Mai 2017. Jacobs wurde im April entlassen. Für eine Abfindung von 4,5 Millionen US-Dollar soll er sich verpflichtet haben, von den Praktiken nichts den Medien zu erzählen.
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