Autoexperten geben Uber die Schuld

Ob im konkreten Fall der Unfall hätte vermieden werden können, ist daher strittig. Viel Reaktionszeit blieb nicht, nachdem die Frau mit ihrem Fahrrad im Scheinwerferlicht aufgetaucht war. Selbst wenn der Testfahrer konzentriert die Fahrbahn beobachtet hätte. US-Autoexperten geben dennoch dem Auto die Schuld, weil die Sensoren die Frau auf jeden Fall hätten rechtzeitig wahrnehmen müssen. "Während ein Mensch die Kollision möglicherweise nicht hätte verhindern können, sollte ein gut entwickeltes und gut funktionierendes Kollisionsvermeidungssystem zumindest eine Bremsung eingeleitet haben", sagte Alain Kornhauser, der an der Princeton Universität den Bereich autonomes Fahren leitet, der Los Angeles Times zufolge.

Das nächste Dilemma: Autonome Autos sollen nicht nur menschliche Fahrer ersetzen können, sondern auch noch sicherer sein. Aber muss es die Gesellschaft akzeptieren, dass es bei den Testfahrten im öffentlichen Straßenverkehr zu tödlichen Unfällen kommt? Weil die Technik noch nicht ausgereift ist oder die Testfahrer unaufmerksam sind? Sicherlich nicht, wenn dahinter der Druck steht, aus wirtschaftlichem Interesse möglichst schnell und billig die Testkilometer zu sammeln.

Deutsche Hersteller setzen Design über Sicherheit

Denn dann besteht die Gefahr, dass eine an sich sinnvolle Technik, die den Tod vieler Menschen verhindern könnte, von Anfang an nicht akzeptiert wird. Der Ansatz der deutschen Hersteller, sich langsam über die einzelnen Automatisierungsstufen zum autonomen Auto vorzuarbeiten, hat da schon etwas für sich.

Doch selbst bei diesem Ansatz zeigen sich strukturelle Probleme und Widersprüche. Denn den deutschen Oberklasseherstellern ist ein Graus, die Optik ihrer Autos den Erfordernissen der Technik anzupassen. Während die aktuellen Testautos von Google, General Motors oder auch Uber nicht ohne Grund die Sensoren wie Lidar und Kamera oben auf dem Dach positionieren, verstecken Audi, Daimler und BMW sie möglichst gut hinter der Karosserie oder im Kühlergrill. Das schränkt die Reichweite ein, was vor allem bei schnellen Fahrten auf der Autobahn ein Problem werden könnte. Stattdessen verwenden die Hersteller eine große Anstrengung darauf, mit der Vernetzung der Autos die designbedingte Kurzsichtigkeit zu kompensieren.

Autonome Autos als Verkehrshindernis

Sind die autonomen Autos von heute daher wirklich das, was die Fantasien vom atomgetriebenen Auto in den 1950er Jahren waren, wie es die FAZ andeutet? Sicherlich nicht. Dafür ist die Technik schon auf vielen Gebieten schon recht weit fortgeschritten. Allerdings reicht es für einen sinnvollen Einsatz der autonomen Autos nicht aus, dass tödliche Unfälle verhindert werden. Die Autos müssen auch in der Lage sein, sich in den bestehenden Verkehr gut einzufügen. Daran scheint es beispielsweise bei GMs Cruise AV noch sehr zu hapern, wie jüngste US-Medienberichte zeigen. Demnach beherrschen die Autos viele Verkehrssituationen noch nicht und sind deutlich langsamer als menschliche Fahrer unterwegs.

Ist die künstliche Intelligenz, die trotz aller Fortschritte noch keinen Text zuverlässig in eine andere Sprache übersetzen kann, vielleicht doch noch nicht so weit, ein Auto sicher und flüssig zu steuern? Ob die teils vollmundigen Ankündigungen wirklich dem Stand der Technik entsprechen oder reines Marketing darstellen, lässt sich von außen nur schwer beurteilen.

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 Schnelligkeit vor SicherheitAutoingenieure sind noch skeptisch 
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GeroflterCopter 22. Mai 2018

Das würde sogar passen. Evtl. wollten sie testen ob man ein autonomes KFZ auch ohne...

quineloe 28. Apr 2018

§ 315b StGB Gegenfrage: warum machen das gelangweilte Jugendliche heute schon nicht?

quineloe 28. Apr 2018

Also bei uns wird es dann ohnehin kein autonomes Fahren geben, weil das halbe Land...

melaw 13. Apr 2018

Schaut man das Video ohne den Hintergrund zu kennen sieht man eine typische...



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