Uber, Freenow und Co.: Tausend Taxi-Alternativen sind illegal unterwegs
Für Fahrdienst-Plattformen wie Uber arbeiten viele Fahrer ohne Konzession. Die zuständige Behörde spricht von organisierter Kriminalität.
Auf Berlins Straßen lassen sich neben Taxis über Plattformen wie Uber oder Freenow auch andere Fahrdienste buchen. Ein großer Teil davon ist aber wohl illegal und ohne die notwendigen Genehmigungen unterwegs. Das ist das Ergebnis einer Recherche von RBB24.
Insgesamt sind in der Hauptstadt demnach für rund 4.500 Fahrer gültige Konzessionen vom Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (Labo) ausgestellt. Mindestens jedes fünfte Fahrzeug, das in Berlin unterwegs ist, verfügt den Recherchen zufolge nicht über eine solche Konzession.
RBB24 spricht von mindestens 1.000 Fahrzeugen, der verkehrspolitische Sprecher der Berliner SPD-Fraktion Tino Schopf geht sogar von mindestens doppelt so vielen illegal verkehrenden Fahrzeugen aus.
Die vierstellige Konzessionsnummer ist in der Regel über ein blaues Schild an der Heckscheibe für Fahrgäste einsehbar. Einige Plaketten von Anbietern, deren Dienste über die Plattformen vermittelt werden, seien aber sogar gefälscht. Der Referatsleiter des Labo, Günter Schwarz, geht "hier von organisierter Kriminalität aus."
Anbieter sehen selbst den Wettbewerb gefährdet
Alexander Mönch, Deutschland-Präsident von Freenow sagte, er könne "selbst nicht ausschließen, dass illegale Fahrzeuge über unsere Plattform vermittelt werden." Sein Unternehmen setze sich für eine stärkere Prüfung durch das Labo ein, um die Wettbewerbsgleichheit zwischen den Plattformen zu gewährleisten.
Freenow sieht das Geschäftsmodell von Mietwagen-Diensten momentan kritisch und als nicht zukunftsfähig gefährdet, da es durch die Plattform-Anbieter subventioniert sei und sich "illegale Strukturen herausbilden", so Mönch. Freenow habe deshalb "Investitionen, die wir in die Mietwagen gegeben haben, schon letztes Jahr komplett auf Taxi umgelenkt."
Uber sagte dem RBB, man sei in einem engen Austausch mit dem Labo. Der internationale Marktführer hatte im vergangenen Jahr erstmals einen Gewinn erwirtschaftet. Zuletzt kündigte das Unternehmen eine Kooperation mit der Mediamarktsaturn-Gruppe an, um einen Lieferdienst anzubieten.