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Uber, Bolt, Freenow: Berlin lässt nach Betrugsverdacht alle Mietwagen überprüfen

Angeblich sind in Berlin bis zu 2.000 illegale Mietwagen unterwegs. Nun müssen Fahrdienstvermittler wie Uber oder Bolt ihre Daten offenlegen.
/ Friedhelm Greis
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In Berlin sollen viele Mietwagen illegal unterwegs sein. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
In Berlin sollen viele Mietwagen illegal unterwegs sein. Bild: Sean Gallup/Getty Images

Die zuständige Berliner Behörde will in den kommenden Wochen den kompletten Bestand an Mietwagen in der Hauptstadt überprüfen. Darauf hätten sich das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (Labo) und die Fahrdienstvermittler geeinigt, teilte die Senatsverwaltung für Verkehr am 14. März 2024 mit(öffnet im neuen Fenster) . "Ergibt die Prüfung, dass keine Genehmigung vorliegt, werden die betreffenden Unternehmen und Fahrzeuge von der Vermittlung ausgeschlossen" , hieß es weiter. Diese Prüfung solle bis Ende April 2024 abgeschlossen sein.

Hintergrund der Überprüfung sind Berichte, wonach viele Fahrer in Berlin ohne gültige Konzession unterwegs sein sollen . Ein Referatsleiter des Labo sprach in diesem Zusammenhang von "organisierter Kriminalität" . So sollen Plaketten mit der Konzessionsnummer, die am Fahrzeug befestigt ist, gefälscht worden sein.

Mit der nun vereinbarten Bestandsüberprüfung und unter Beibehaltung der Zugangskontrollen soll für Unternehmen ohne Genehmigung keine Möglichkeit mehr bestehen, über die Vermittlungsplattformen an Fahrtaufträge zu gelangen. "Die genannten Maßnahmen tragen zu einer höheren Sicherheit für die Nutzerinnen und Nutzer, die Angebote der Vermittlungsdienste in Anspruch nehmen, bei" , schrieb die Senatsverwaltung.

Auch Brandenburger Mietwagen betroffen

Der Mitteilung zufolge gibt es in Berlin rund 5.600 konzessionierte Taxen und rund 4.400 vom Labo genehmigte Mietwagen. Einem Bericht der Tageszeitung Tagesspiegel zufolge(öffnet im neuen Fenster) soll es 1.000 bis 2.000 illegale Fahrzeuge sowie rund 2.000 Fahrzeuge mit Brandenburger Konzession geben.

Die Vereinbarung soll auch Mietwagen aus Brandenburg betreffen. Es sei vorgeschrieben, dass ein Mietwagen nach jeder Fahrt an den Betriebssitz zurückkehre. Doch kaum ein Fahrer in Berlin halte sich wohl daran, erst recht nicht, wenn der Betriebssitz im weit außerhalb von Berlin liegenden Neuruppin liege.


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