MTN: Afrika soll ein Festnetz aus Glasfaser bekommen

MTN baut nicht nur das Seekabel 2Afrika mit Facebook. Der südafrikanische Konzern will den gesamten Kontinent mit Glasfaser erschließen.

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Ricardo Varzielas, Chief Finance Officer vom südafrikanischen MTN Globalconnect
Ricardo Varzielas, Chief Finance Officer vom südafrikanischen MTN Globalconnect (Bild: UBBF/Screenshot: Golem.de)

MTN will den Kontinent Afrika, wo es bisher wenig Festnetz gibt, umfassend mit Glasfaser versorgen. Das sagte Ricardo Varzielas, Chief Finance Officer des südafrikanischen MTN GlobalConnect (MTN Group), am 19. Oktober 2021 auf dem Branchenkongress UBBF (Ultra-Broadband Forum). Dabei spielt das Seekabel 2Africa um den Erdteil eine wichtige Rolle. "Wir bringen den Kontinent online", kündigte Varzielas an. Europas Nachbarkontinent hat bisher die niedrigste Festnetzpenetration in der Welt.

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"Afrikas Bevölkerung wird sich in den kommenden Jahren - bis 2050 - verdoppeln. Es gibt 117,4 Millionen mobile Datennutzer, der Umsatz mit Daten ist bei MTN um 32,2 Prozent gewachsen", sagte Varzielas. Der Netzbetreiber geht von einer Verdreifachung des Datenbedarfs der Nutzer in den nächsten Jahren aus.

Afrika hat aber wenige Rechenzentren, wobei die meisten auf Südafrika konzentriert sind, erklärte Varzielas. "Weitere finden sich in Nigeria, Ghana und Kenia, da sind die vier Hubs. Und diese Rechenzentren brauchen Glasfaseranbindungen. Bisher wollen sie 1 GBit/s", sagte Varzielas. MTN wolle aber 10-Terabit-Leitungen bauen, die sich auf bis zu 100 TBit/s skalieren lassen.

Afrikanische Daten sollen in Afrika bleiben

Afrikanischen Daten sollten zudem, wie von den Regierungen gewünscht, auf dem Kontinent bleiben, betonte Varzielas. Dieses Bedürfnis werde von dem südafrikanischen Konzern berücksichtigt.

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MTN sei auch einer der wichtigsten Investoren für Seekabel auf dem Kontinent. Im Zentrum steht hier gegenwärtig das Seekabel 2Africa. Es soll drei Kontinente - Afrika, Europa und Asien - terrestrisch über Ägypten mit Landungen in Oman (Barka), den Vereinigten Arabischen Emiraten (Abu Dhabi und Kalba), Katar (Doha), Bahrain (Manama), Kuwait (Kuwait), Irak (Al-Faw), Pakistan (Karachi), Indien (Mumbai) und in Saudi-Arabien (Al Khobar) verbinden. "Seekabel müssen Open Access Networks sein", steht für Varzielas fest. "Das Projekt 2Africa mit Volumen von 1,5 Milliarden US-Dollar landet in 34 Ländern. Wenn es 2023 und 2024 live ist, versorgt es 3 Milliarden Menschen." Dieses Seekabel mit zwölf Glasfaserpaaren verdoppele die Seekabelkapazität des gesamten Kontinents und bringe alternative Routen nach Asien und Europa.

MTN will zudem terrestrisch Glasfaser verlegen und bestehende Dark Fiber Afrikas nutzen. Varzielas: "Wir wollen den Kontinent von Ost nach West mit einem Open-Access-Netzwerk versorgen, dabei existierende Kabel einbeziehen und alle Netzwerke nahtlos zu einem zusammenbringen." Das schließe alle bestehenden Glasfaserkabel ein, die an Bahngleisen, Stromtrassen und Pipelines liegen. "Wir arbeiten schon als Zero Touch Network, das afrikanische Netz soll auch Zero Touch sein", sagte er. MTN führe diesen Wandel an und werde zur Nummer eins der afrikanischen Glasfaserbetreiber. MTN werde Seekabel, Rechenzentren, Metroringe und FTTH zusammenbringen und zugleich viel Traffic auf den Glasfasernetzen haben.

Ein Glasfaser-Backbone sei sehr wichtig für den Start von 5G auf dem Kontinent mit dem dabei wichtigen Edge Computing. "Wir müssen die Versprechen von 5G auch erfüllen", erklärte Varzielas.

135.000 Kilometer Glasfaser als nächstes Ziel

Gegenwärtig besitze MTN ein 85.000 Kilometer langes proprietäres Glasfasernetzwerk. Bereits bis zum Jahr 2025 seien 135.000 Kilometer das Ziel. "Ein Netz, das alle verschiedenen Länder Afrikas verbindet." MTN sei die Nummer 1 bei afrikanischen Seekabeln und werde das auch bei terrestrischer Glasfaser, betonte Varzielas.

MTN ist in Afrika aktiv in Staaten wie Benin, Botswana, Kamerun, Republik Kongo, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Elfenbeinküste, Liberia, Nigeria, Ruanda, Südafrika, Sudan, Südsudan, Swasiland, Uganda, Sambia, Namibia und Kenia. Der Hauptsitz des Netzbetreibers ist in Johannesburg, Südafrika.

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