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U12+ im Hands On: HTC setzt auf drückbaren Rand und Dualkameras

HTCs neues Smartphone heißt U12+: Das Gerät kommt mit hochauflösendem Display, Snapdragon-845-Prozessor, Dualkamera und neuen Möglichkeiten, den Rahmen als Eingabefläche zu nutzen. Spektakulär ist die serienmäßige Farbe Translucent Blue, die auf der Rückseite transparent ist.
/ Tobias Költzsch
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Das neue HTC U12+ in Translucent Blue, Schwarz und Flame Red (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Das neue HTC U12+ in Translucent Blue, Schwarz und Flame Red Bild: Martin Wolf/Golem.de

Mit dem U12+ hat HTC ein neues Smartphone vorgestellt. Ein U12 gibt es nicht – der taiwanische Hersteller hat sein neues Modell direkt mit einem Plus versehen, um sich eigener Aussage zufolge der Konkurrenz mit ihren Plus- und Pro-Modellen anzupassen.

Das U12+ ist ein Android-Smartphone im Oberklassebereich, bei dem HTC die Bedienung per Druck auf den Rahmen sowie die Kamera in den Vordergrund stellt. Golem.de konnte sich das Smartphone in einem ersten Hands On bereits anschauen.

HTC U12 Plus – Hands on
HTC U12 Plus – Hands on (01:19)

Vom Design her übernimmt HTC auch beim U12+ die Formsprache der U11-Serie: Das Smartphone ist aus Glas und hat einen Metallrahmen. Die Rückseite ist leicht gewölbt, so dass das Gerät gut in der Hand liegt. Die Bedienknöpfe an der Seite sind nicht mehr mechanisch, sondern im Metall hervorgehobene Schaltflächen. Drücken wir sie, erhalten wir ein Vibrations-Feedback, was gut funktioniert.

Das U12+ wird in Schwarz, Flame Red und Translucent Blue erhältlich sein. Flame Red ist eine metallisch zwischen Rot und Orange changierende Farbe; wirklich spektakulär wird es allerdings bei Translucent Blue: Hier verwendet HTC ein blaues, auf der Rückseite durchsichtiges Gehäuse. Dadurch sind einige der technischen Bauteile im Inneren des Smartphones zu sehen, was unserer Meinung nach sehr gut aussieht.

Der Rand des Gehäuses ist wie bei der U11-Serie berührungsempfindlich. HTC spricht beim neuen Smartphone von Edge Sense 2.0, da die Bedienmöglichkeiten erweitert wurden. So können wir jetzt auch drücken und halten sowie auf den Rand tippen, um eine Aktion auszulösen.

Wir können beispielsweise mit einer normalen Druckgeste den Google Assistant aufrufen, mit einem kurzen Tippen ein seitliches Schnellzugriffmenü aufrufen und mit einem langen Druck den Einhandmodus aufrufen. Die Gesten lassen sich nach Belieben konfigurieren und sehr individuell einstellen. In unserem Kurztest haben wir ab und an versehentlich Aktionen ausgelöst, da die Empfindlichkeit des Systems zu hoch eingestellt war. Dies kann in den Einstellungen jedoch geändert werden.

Das Display des U12+ ist 6 Zoll groß und hat eine Auflösung von 2.880 x 1.440 Pixeln, das Bildschirmformat ist 2:1. HTC verzichtet auf ein OLED-Display und verbaut stattdessen einen Super-LC-Bildschirm. Dieser macht in unserem ersten Kurztest einen sehr guten Eindruck: Die Schärfe ist hoch, die Farben und Schwarzwerte sind gut. Dank HDR10-Unterstützung sollen sich unter anderem Youtube-Videos in HDR anschauen lassen.

Dualkamera auf Vorder- und Rückseite

Auf der Rückseite hat HTC eine Dualkamera eingebaut, die aus einem 12- und einem 16-Megapixel-Sensor besteht. Das Hauptobjektiv hat eine auf das Kleinbildformat umgerechnete Brennweite von 25 m, eine Anfangsblende von f/1.75 und 1,4 µm große Pixel und nutzt den 12-Megapixel-Sensor. Das zweite Objektiv hat eine Brennweite von umgerechnet 50 mm, eine Anfangsblende von f/2.6 und 1 µm große Pixel. Entsprechend dieser Aufteilung können wir einen zweifachen optischen Zoom verwenden, zusätzlich zum zehnfachen Digitalzoom. Dank der Dualkamera lassen sich zudem Porträtaufnahmen machen.

Die allgemeine Bildqualität des U12+ macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck, im Rahmen unseres kurzen Tests können wir die Kamera aber noch nicht abschließend bewerten – das muss bis zu einem ausführlichen Test warten. Ob die verbesserte HDR-Boost-2-Funktion tatsächlich eine Verbesserung der Bilder gegenüber denen der Konkurrenz bringt, werden wir erst dann entscheiden können.

Videos macht das U12+ in 4K mit bis zu 60 fps. Auch bei Aufnahmen im 4K-Modus verwendet das Smartphone einen optischen Bildstabilisator. Eine Autozoom-Funktion kann während der Aufnahme ohne Zutun des Nutzers langsam in das Bild hineinzoomen, was sich gut mit Schwenks kombinieren lässt. Dank der Sonic Zoom genannten Funktion können wir bei der Aufnahme entscheiden, ob wir einen in alle Richtungen aufgenommenen Klang oder einen nach vorne fokussierten haben wollen.

Zeitlupenaufnahmen macht das Smartphone mit maximal 240 fps, extrem verlangsamte Aufnahmen wie bei manchen Konkurrenzgeräten sind mit dem neuen HTC-Smartphone also nicht möglich.

Auch bei der Frontkamera setzt HTC beim U12+ zwei Objektive ein: Beide haben 8-Megapixel-Sensoren mit einer Pixelgröße von 1,12µm und einer Anfangsblendenöffnung von f/2.0. Dank der nach vorne gerichteten Dualkamera können Nutzer mit dem U12+ auch Selbstporträts mit künstlich erzeugter Hintergrundunschärfe aufnehmen. Zudem lässt sich das Smartphone mit einer Gesichtserkennung entsperren, die auch räumliche Merkmale berücksichtigt.

Klang soll beim U12+ verbessert worden sein

Wie bei den vorigen Modellen legt HTC auch beim U12+ Wert auf den Klang. Das Smartphone hat Stereo-Frontlautsprecher: Der untere gibt tiefe Frequenzen wieder, der obere, auch als Ohrhörer verwendete Lautsprecher die hohen Frequenzen. Die Lautsprecher des neuen Smartphones sollen 50 Prozent lauter als die des U11 sein. Eine Bewertung des Klangs konnten wir aufgrund der Umgebungslautstärke noch nicht vornehmen.

Hardware lässt keine Wünsche offen

Im Inneren des Smartphones arbeitet Qualcomms Snapdragon-845-Prozessor mit einer maximalen Taktrate von 2,8 GHz. Der Arbeitsspeicher ist 6 GByte groß. In Deutschland wird das Gerät ausschließlich mit 64 GByte Flash-Speicher erscheinen. Das System reagiert in unserem ersten kurzen Test flott, genaue Aussagen zur Leistung können wir aber noch nicht treffen. Wenn HTC nichts falsch gemacht hat, sollte das U12+ ähnliche Leistungswerte erreichen wie etwa das Oneplus 6 oder das Sony Xperia XZ2.

Das Smartphone unterstützt Cat18-LTE und WLAN nach 802.11ac mit MU-MIMO. Bluetooth läuft in der Version 5.0, ein NFC-Chip und ein GPS-Empfänger mit Beidou-, Glonass- und Galileo-Unterstützung sind eingebaut.

Ausgeliefert wird das U12+ mit Android 8.0. Der nicht ohne Weiteres wechselbare Akku hat eine Nennladung von 3.500 mAh und soll für eine Sprechzeit von knapp 24 Stunden ausreichen. Geladen wird er über einen USB-C-Anschluss, der Display Port unterstützt. Dank Quick Charge 3.0 kann das U12+ seinen Akku innerhalb von 35 Minuten von null auf 50 Prozent aufladen. Das U12+ ist nach IP68 vor Wasser und Staub geschützt.

Fazit

Das U12+ von HTC macht im ersten Hands On einen guten Eindruck. Mit der verbesserten Edge-Sense-Funktion bietet das Smartphone eine Reihe an Möglichkeiten, verschiedene Funktionen ohne Bildschirmeingabe zu aktivieren. Als HTC Edge Sense beim U11 erstmals vorstellte, konnten wir uns noch nicht recht dafür begeistern – mit den neuen Möglichkeiten finden wir den Drückmechanismus allerdings durchaus spannend.

Die Verarbeitung des U12+ ist sehr gut. Besonders gut gefällt uns die neue Translucent-Blue-Variante mit durchsichtiger Rückseite. Angenehm finden wir auch, dass die beiden Kameras auf der Rückseite nicht aus dem Gehäuse hervorschauen. Die Dual-Kamera auf der Rückseite macht einen guten ersten Eindruck und die duale Frontkamera scheint ebenfalls gute Fotos zu machen.

Auch die restliche Hardware lässt für ein Topgerät keine Wünsche offen. Das U12+ bietet von einem schnellem Prozessor bis zu schneller Internetverbindung im Grunde alles, was man sich wünschen kann. Dass HTC keinen OLED-Bildschirm verwendet, finden wir angesichts der Qualität des eingebauten Super-LC-Displays nicht tragisch. Dass das Gerät keine Einbuchtung im Display hat, dürften manche Nutzer sogar gut finden – beliebt ist diese sogenannte Notch bei vielen Anwendern nicht.

Das U12+ soll ab Mitte Juni 2018 in Deutschland erhältlich sein. Das Smartphone soll 800 Euro kosten.


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