Typische Steuerirrtümer: Die Steuererklärung lohnt sich nicht? Stimmt nicht!
Inhalt
- Typische Steuerirrtümer: Die Steuererklärung lohnt sich nicht? Stimmt nicht!
- Mythos 2: ''Wenn ich mehr verdiene, rutsche ich in den Spitzensteuersatz.''
- Mythos 3: ''Wer nicht arbeitet, ist nicht steuerpflichtig.''
- Mythos 4: ''Das Finanzamt hat immer recht.''
- Mythos 5: ''Beim ETF-Sparplan muss ich steuerlich nichts tun.''
- Mythos 6: ''Die Homeoffice-Pauschale gibt es nur mit Arbeitszimmer.''
Zu kompliziert, zu viel Aufwand, und am Ende lohnt es sich ja doch nicht – so denken viele Menschen, wenn es um die Steuererklärung geht. Noch immer kostet es vielen Menschen Überwindung, sich mit Steuerfragen auseinanderzusetzen. Dabei ist die Hürde durch die digitale Abgabe heute deutlich niedriger als noch zu Zeiten der Papierabgabe.
Die Steuererklärung im staatlichen Programm Elster oder bei vielen Apps und Onlinesteuerprogrammen (g+) ist mittlerweile bereits vorausgefüllt. Die Daten dafür werden direkt aus der Lohnsteuerbescheinigung eingefüllt. Das spart das mühsame Abtippen – allerdings sollte man die Angaben immer noch einmal prüfen und alles ergänzen, was die eigene, individuelle Situation ausmacht, um kein Geld liegen zu lassen.
Der Grund, warum sich so viele um die Steuererklärung drücken, hat nicht unbedingt nur mit Trägheit zu tun. Viele schrecken auch vor der scheinbaren Komplexität zurück oder halten an teuren Denkfehlern fest. Maike Richterstetter, Steuerexpertin bei der Steuerplattform Taxfix, ordnet gängige Mythen rund um die Steuererklärung ein und gibt Tipps, wie man kein Geld verschenkt.
Mythos 1: "Steuererklärung? Lohnt sich nicht!"
Der häufigste und zugleich teuerste Irrtum: die Erklärung gar nicht erst zu machen, da sie sich angeblich nicht lohnt. Dabei kann jede(r), der oder die nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, freiwillig eine Erklärung abgeben und das sogar rückwirkend für die letzten vier Jahre. 2026 lassen sich also noch die Erklärungen bis zum Jahr 2022 nachholen.
Trotzdem verzichtet fast jeder zweite Arbeitnehmer auf die Abgabe, mehr als 11 Milliarden Euro an Steuererstattungen bleiben so jedes Jahr ungenutzt. Dabei bekamen im vergangenen Jahr 87 Prozent der Steuerpflichtigen, die eine Erklärung abgaben, Geld zurück – im Schnitt 1.240 Euro.
Maike Richterstetter nennt zwei konkrete Beispiele, bei denen sich die Abgabe einer freiwilligen Erklärung besonders lohnen kann. "Wer während des Studiums wenig oder gar nichts verdient, sammelt Verluste an – etwa durch Studiengebühren oder Fachliteratur", sagt sie. "Dieser Verlustvortrag wird vom Finanzamt festgestellt und senkt die Steuerlast, sobald man ins Berufsleben einsteigt."
Auch wer in einem Jahr nur ein paar Monate gearbeitet hat, sollte die Steuererklärung machen. "Die Lohnsteuer wird erstmal so berechnet, als hätte man das ganze Jahr gleich viel verdient", erklärt Richterstetter. Wer wegen Studium, Berufseinstieg oder einer Auszeit nur einige Monate gearbeitet hat, hat dann oft zu viel gezahlt und kann sich das Geld über die Steuererklärung zurückholen.
- Typische Steuerirrtümer: Die Steuererklärung lohnt sich nicht? Stimmt nicht!
- Mythos 2: ''Wenn ich mehr verdiene, rutsche ich in den Spitzensteuersatz.''
- Mythos 3: ''Wer nicht arbeitet, ist nicht steuerpflichtig.''
- Mythos 4: ''Das Finanzamt hat immer recht.''
- Mythos 5: ''Beim ETF-Sparplan muss ich steuerlich nichts tun.''
- Mythos 6: ''Die Homeoffice-Pauschale gibt es nur mit Arbeitszimmer.''