Typ C: USB bekommt neuen verdrehsicheren Stecker

Zum ersten Mal seit 17 Jahren bekommt der USB-Standard eine neue Klasse für seine Anschlüsse. Die neuen Ports vom Typ C erlauben das Einstecken in jeglicher Ausrichtung. Sie werden nicht abwärtskompatibel sein, daher sind auch Adapter vorgesehen.

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Das Logo für USB 3.1
Das Logo für USB 3.1 (Bild: Intel/Screenshot: Golem.de)

Das USB Implementors Forum (USB-IF) hat mit dem Typ C eine neue Anschlussklasse für die Schnittstelle angekündigt. Sie soll eines der größten Ärgernisse beheben, das wohl jeder Anwender schon einmal beim Gefummel hinter einem PC oder einem anderen Gerät erlebt hat: dass der Stecker falschherum nicht ans Gerät passt. Künftig kann ein Typ-C-Stecker in jeder Drehrichtung eingesteckt werden, ein oben oder unten gibt es nicht mehr.

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Wie die neuen Stecker aussehen und ob sie beispielsweise mit auf beiden Seiten vorhandenen Kontakten an Apple ebenfalls verpolungssicheren Lightning-Port erinnern, gab das USB-IF noch nicht bekannt. Im ersten Quartal des Jahres 2014 soll der neue Standard den Mitgliedern des Gremiums vorgeschlagen werden, danach beginnt eine 45-tägige Überprüfung der Norm. Mitte 2014 ist dann mit einem Beschluss des Standards zu rechnen, erste Geräte könnten also noch 2014 erscheinen.

Der USB-Stecker vom Typ C soll Teil des bisherigen Standards für USB 3.1 werden, und auch viele bisher darin vorgesehene, aber kaum genutzte Funktionen wie das Aufladen mit hohen Stromstärken unterstützen. Seine Größe wird laut einer Mitteilung des USB-IF in etwa beim bisherigen Micro-USB 2.0 in Typ B liegen, die Stecker sollen besonders flach sein. Damit passen die neuen Ports besser an portable Geräte wie Smartphones und Tablets. Auch durch die nicht ideale Mechanik sind die Micro-USB-Buchsen in Typ 3.0 dort bisher nur selten zu finden, offenbar will das USB-IF deswegen zurück zum kleineren 2.0-Anschluss.

Erstmals in der Geschichte von USB gibt es mit Typ C keine vollständige mechanische Abwärtskompatibilität, USB-Sticks mit dem großen Typ-A-Stecker werden beispielsweise nicht in Typ-C-Buchsen passen. Daher sieht das USB-IF auch ausdrücklich Adapterkabel vor. Auch wenn es am Markt viele Adapter und Verlängerungskabel für USB 3.0 gibt, sind diese in den Standards für 3.0 bisher nicht spezifiziert, ob sie funktionieren, ist Glückssache. Solche Effekte will das USB-IF bei den Typ-C-Adaptern vermeiden.

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Nicht nur für Datenübertragung und Aufladen soll Typ C dienen, auch die Übertragung von Video soll standardisiert und für Typ C festgeschrieben werden. Ob dabei wie bei MHL das HDMI-Protokoll über die Typ-C-Stecker geführt wird, ist aber noch nicht bekannt.

  • Könnte man ihn drehen, wäre dieser Cardreader an diesem Sat-Receiver sinnvoll nutzbar. (Foto: Nico Ernst, Golem.de)
Könnte man ihn drehen, wäre dieser Cardreader an diesem Sat-Receiver sinnvoll nutzbar. (Foto: Nico Ernst, Golem.de)

Die Unzulänglichkeiten bei Mechanik und Handhabung von USB haben das USB-IF offenbar dazu gezwungen, mit der Kompatibilität zu brechen. Schon die Namensgebung, Typ C, deutet auf einen Neuanfang hin. Auch wenn durch die sich überschneidende Marktverbreitung von Mini-USB und Micro-USB der Eindruck entstanden sein mag, es gebe eine unüberschaubare Zahl von USB-Ports, so waren doch nur zwei Anschlussklassen vorhanden. Typ A ist der bekannte, große und flache Port an Hosts wie einem PC, Typ B sein Gegenstück an anderen Geräten, die nur als Client dienen - zuerst waren die fast quadratischen Buchsen vom Typ B an Druckern und Festplatten zu finden.

Dabei war stets vorgesehen, dass mit einem Kabel für den existierenden Standard auch ein moderneres Gerät angeschlossen werden kann. Eine USB-3.0-Festplatte kann mit einem USB-2.0-Kabel etwa an einen PC mit USB-2.0-Port angeschlossen werden - das höhere Tempo entfällt dann, aber immerhin funktionieren die Geräte miteinander. Mit USB 3.0 waren aber mehr Datenleitungen als früher nötig, so dass die Stecker mechanische Erweiterungen brauchten. Insbesondere bei Micro-USB-3.0 gibt das manchmal wacklige Verbindungen, der schmale und breite Stecker ist zudem nicht allzu einfach in den Port zu bringen.

Stecker und Buchsen ganz neu zu gestalten, hat das USB-IF bisher vermieden, um die Kompatibilität zu sichern. Inzwischen ist das wohl kaum noch sinnvoll möglich, insbesondere, wenn mobile Geräte schneller angebunden werden sollen. Neben der für den Anwender sichtbaren Größe der Buchse ist dabei ein anderer Aspekt für den Gerätehersteller wichtiger: der Abstand der Anschlüsse im Inneren des Geräts, also das sogenannte Pinout der Buchse. Wenn das auf beiden Seiten eines Steckers angebracht ist, können die Leitungen auf der Platine besser verteilt werden, was Kosten spart und die Platine kleiner macht. Durch ein durchdachtes Pinout können auch Störungen der Datenleitungen durch die Stromversorgung vermieden werden.

Da bisherige USB-Ports aber stets abwärtskompatibel sein sollten, war die Belegung der größten Zahl von Pins fest vorgegeben, die neuen Datenleitungen für USB 3.0 konnten kaum noch elegant verteilt werden. Auch auf den Platinen der Geräte war die Verteilung der Leitungen damit eingeschränkt. Ein doppelseitiger Stecker vom Typ C mit sinnvoll verteilten Leitungen könnte all diese Probleme lösen.

Nachtrag vom 17. März 2014, 12:45 Uhr

Ein Leser hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass der neue Typ-C-Stecker nicht wie an einer Stelle des Artikels beschrieben auf Micro-USB-3.0, sondern Micro-USB-2.0 Typ B basieren soll. Dies geht auch aus einem neueren PDF des USB-IF vom Februar 2014 hervor. Wir haben den entsprechenden Satz korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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Anonymer Nutzer 09. Dez 2013

Ja ich persönlich finde die Typ B Stecker auch viel schöner und hätte mir gewünscht da...

muhviehstah 07. Dez 2013

optimist 2.0 :))

muhviehstah 07. Dez 2013

lustig wirds erst wenn man die internen Stecker am Mainboard falsch verkabelt...

muhviehstah 07. Dez 2013

gehts hier nicht eh im das andere Ende das Kabels?



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