Twitter und Facebook: Zensurdebatte über ein repariertes Notebook

Auf einer Festplatte sollen angeblich Mails zum US-Präsidentschaftskandidaten Biden aufgetaucht sein. Doch Twitter und Facebook blockieren den Bericht.

Artikel veröffentlicht am ,
US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden (l.) mit seinem Sohn Hunter
US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden (l.) mit seinem Sohn Hunter (Bild: Jonathan Ernst/Reuters)

In den USA ist wenige Wochen vor den Präsidentschaftswahlen eine Debatte über mögliche Zensur in den sozialen Medien entbrannt. Hintergrund des Streits ist ein Bericht, in dem der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden durch E-Mails belastet werden soll. Da der Ursprung der E-Mails dubios erscheint, haben die sozialen Netzwerke Twitter und Facebook die Verbreitung des Artikels eingeschränkt, um ihn von Faktencheckern überprüfen zu lassen.

Inhalt:
  1. Twitter und Facebook: Zensurdebatte über ein repariertes Notebook
  2. Twitter verweist auf Regeln zu Hacker-Material

Der Vorgang lässt Erinnerungen an den Wahlkampf vor vier Jahren wach werden, als nach einem Hack der Demokratischen Partei interne E-Mails auf Wikileaks veröffentlicht worden waren. Doch in diesem Fall sollen die Dokumente nicht aus einem Hack stammen, sondern von der Festplatte eines Laptops, der im April 2019 zur Reparatur in Bidens Heimatstaat Delaware abgegeben worden sein soll.

Sehr dubiose Herkunft des Materials

Das berichtet die New York Post, die zum Medienkonzern Rupert Murdochs gehört. Demnach wurde das Macbook Pro nach einem Wasserschaden nie vom Besitzer abgeholt. Nach einem Hinweis des Ladeninhabers habe die US-Bundespolizei das Gerät im Dezember 2019 beschlagnahmt. Doch die Werkstatt habe eine Kopie der Festplatte gemacht und deren Inhalt einem Anwalt des früheren New Yorker Bürgermeisters Rudy Giuliani gegeben, der als einer der beharrlichsten Unterstützer von US-Präsident Donald Trump gilt.

Der New York Post zufolge machte Trumps früherer Berater Steve Bannon im September 2020 die Zeitung auf die Existenz der Festplatte aufmerksam. Guiliani soll den Datenträger dann am vergangenen Sonntag übergeben haben.

Biden weist Behauptungen zurück

Stellenmarkt
  1. IT-Supporterin/IT-Supporter (m/w/d) Regionaldirektion Ost Berlin Hauptabteilung IT
    Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik, Berlin
  2. Software-Entwickler CAE (m/w/d) C/C++
    GNS Gesellschaft für numerische Simulation mbH, Braunschweig (mobiles Arbeiten deutschlandweit)
Detailsuche

Dem Bericht zufolge ist unklar, wem der Computer gehört hat, obwohl der anonyme Ladenbesitzer mehrfach vergeblich versucht haben soll, den Besitzer zu kontaktieren. Das Gerät soll jedoch einen Aufkleber der Beau-Biden-Stiftung getragen haben, die nach Joe Bidens verstorbenem Sohn benannt ist. Die E-Mails selbst sollen von Bidens zweitem Sohn Hunter stammen, der nach 2014 dem Verwaltungsrat des ukrainischen Gasproduzenten Burisma angehörte. Auch ein Sexvideo des Biden-Sohns soll gefunden worden sein. Eine nun veröffentliche Mail soll belegen, dass Hunter Biden im April 2015 einem Burisma-Manager ein Treffen mit seinem Vater, damals Vizepräsident der USA, vermittelt haben soll.

Das Wahlkampfteam Bidens wies die Behauptungen umgehend zurück. Den Terminkalendern zufolge habe ein solches Treffen nie stattgefunden, sagte ein Sprecher dem Magazin Politico. Doch warum reicht das für Twitter und Facebook aus, die Verbreitung des Artikels einzuschränken?

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Twitter verweist auf Regeln zu Hacker-Material 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bundesservice Telekommunikation
Schlecht getarnte Tarnorganisation praktisch enttarnt

Inzwischen ist offensichtlich, dass der Bundesservice Telekommunikation zum Bundesamt für Verfassungsschutz gehört.

Bundesservice Telekommunikation: Schlecht getarnte Tarnorganisation praktisch enttarnt
Artikel
  1. Digitalisierung: 500-Euro-Laptops für Lehrer leistungsfähig und gut nutzbar
    Digitalisierung
    500-Euro-Laptops für Lehrer "leistungsfähig und gut nutzbar"

    Das Land NRW hat seine Lehrkräfte mit Dienst-Laptops ausgestattet. Doch diese äußern deutliche Kritik und verwenden wohl weiter private Geräte.

  2. Volkswagen Payments: VW entlässt Mitarbeiter wohl wegen Cybersicherheits-Bedenken
    Volkswagen Payments
    VW entlässt Mitarbeiter wohl wegen Cybersicherheits-Bedenken

    Volkswagen entlässt einem Bericht nach einen Mitarbeiter, nachdem dieser Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit von Volkswagen Payments äußerte.

  3. Frequenzen: Bundesnetzagentur erfüllt Forderungen der Mobilfunkkonzerne
    Frequenzen
    Bundesnetzagentur erfüllt Forderungen der Mobilfunkkonzerne

    Jochen Homann könnte vor seinem Ruhestand noch einmal Vodafone, Deutsche Telekom und Telefónica erfreuen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3080 Ti 12GB 1.699€ • Intel i9-10900K 444,88€ • Huawei Curved Gaming-Monitor 27" 299€ • Hisense-TVs zu Bestpreisen (u. a. 55" OLED 739€) • RX 6900 1.449€ • MindStar (u.a. Intel i7-10700KF 279€) • 4 Blu-rays für 22€ • LG OLED (2021) 77 Zoll 120Hz 2.799€ [Werbung]
    •  /