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Twitter: Twitcident unterstützt Einsatzkräfte im Katastrophenfall

Twitter ist längst zu einer wichtigen Nachrichtenquelle geworden. Die Software Twitcident nutzt das aus und kann Einsatzkräfte bei einem Notfall mit Informationen versorgen.
/ Steve Haak
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Rettungskräfte könnten von Twitcident unterstützt werden. (Bild: Miguel Riopa/AFP/Getty Images)
Rettungskräfte könnten von Twitcident unterstützt werden. Bild: Miguel Riopa/AFP/Getty Images

Forscher an der Technischen Universität Delft in den Niederlanden(öffnet im neuen Fenster) haben eine Software entwickelt, um Einsatzkräfte im Katastrophenfall mit zusätzlichen Informationen versorgen zu können. Twitcident(öffnet im neuen Fenster) soll aktuelle Informationen über Erdbeben, Feuer und andere Katastrophen praktisch in Echtzeit wiedergeben. Dazu sucht es Nachrichten aus dem Microbloggingdienst Twitter(öffnet im neuen Fenster) heraus.

Tweets werden gefiltert

Die webbasierte Software filtert mit speziellen Algorithmen die Informationen aus den Tweets, die für den Einsatz relevant sind. Zum Beispiel kann die Feuerwehr informiert werden, wenn sich am Einsatzort ein zweiter Brand entwickeln sollte. Ein Team könnte dann den neuen Brand bekämpfen. Die Filter können auch verwendet werden, um bei einer Katastrophe den Ort herauszufinden und die Anzahl der Verletzten und den Schaden einschätzen zu können.

 
Video: Twitcident-Demonstrationsvideo der Entwickler

Im Katastrophenfall twittern Menschen über blockierte Straßen, Staus, eingestürzte Häuser und andere relevante Vorkommnisse. Normalerweise können diese Nachrichten nur schwer aus der Informationsflut herausgefiltert werden. Twitcident soll diese Aufgabe übernehmen: "Es war eine große Herausforderung, das hinzubekommen" , schreiben die Entwickler(öffnet im neuen Fenster) auf der Homepage des Projekts. "Bei über 150 Millionen veröffentlichten Tweets täglich dauert es ziemlich lange, um die benötigten Inhalte zu finden. Wir halten es für wichtig, auf die Menschen zu hören, die an dem Vorfall beteiligt sind und diese Aussagen herausfiltern."

Neben Behörden sollen auch Privatpersonen Zugriff auf den Dienst haben, damit sie sich von den Notfallgebieten fernhalten können.

Das System wurde bereits erfolgreich getestet

Bei Einsätzen mit der niederländischen Polizei und Feuerwehr wurde das System in den vergangenen zehn Monaten erfolgreich getestet. Demnächst soll ein öffentlicher Betatest von Twitcident beginnen.

Die Entwickler stellen ihre Software auf der Konferenz World Wide Web 2012(öffnet im neuen Fenster) vor, die in diesen Tagen im französischen Lyon stattfindet.


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