Twitter: Tweetdeck wird kostenpflichtig

Das bei Vielnutzern beliebte Twitter-Tool Tweetdeck soll in Kürze nur noch kostenpflichtigen Accounts zur Verfügung stehen. "In 30 Tagen müssen Nutzer verifiziert sein, um auf Tweetdeck zugreifen zu können" , teilte Twitter am 4. Juli 2023 mit(öffnet im neuen Fenster) . Die aktuellen Probleme bei der Nutzung des Werkzeugs hingen jedoch nicht mit den vor wenigen Tagen eingeführten Leselimits zusammen, schrieb ein Twitter-Mitarbeiter(öffnet im neuen Fenster) .
Dem Twitter-Support zufolge müssen die Nutzer auf die neue Tweetdeck-Version umsteigen. Diese lässt sich in der linken Menüleiste aktivieren. "Wir haben gerade eine neue, verbesserte Version von Tweetdeck eingeführt" , hieß es weiter. Die in der bisherigen Version gespeicherten Suchen, Listen und Spalten würden übernommen. Funktionen wie die Einrichtung von Spaces, Video-Docking und Umfragen werden demnach unterstützt. Die Team-Funktion sei jedoch vorübergehend nicht verfügbar und werde in den kommenden Wochen wiederhergestellt.
Twitter-Eigentümer Elon Musk begrenzte vor wenigen Tagen drastisch die Zahl der Tweets, die Nutzer täglich lesen können. Zuvor hatte er bereits unangemeldete Nutzer ausgesperrt. Als Grund für die Einschränkungen nannte Musk ein "extremes Ausmaß von Data Scraping und Systemmanipulation" . Weiter schrieb er, dass "mehrere Hundert Organisationen (vielleicht auch mehr)" dabei seien, die Daten seines Kurznachrichtendienstes "extrem aggressiv" abzugreifen.
Die Leselimits sollen angeblich bei 10.000 Tweets für Abonnenten, bei 1.000 Tweets für angemeldete Nutzer und bei 500 Tweets für neu angemeldete Nutzer liegen. Wer Twitter über Tweetdeck verfolgt, erreicht jedoch schnell diese Grenzen. Das dürfte auch auf Abonnenten zutreffen.
Bisherige APIs abgeschaltet
Die Probleme bei der bisherigen Tweetdeck-Version sollen jedoch nicht mit den Limits zusammenhängen. "Hey Leute, es sieht so aus, als ob die jüngsten Änderungen das alte Tweetdeck kaputt gemacht haben, also arbeiten wir daran, alle auf die Preview-Version zu migrieren" , hieß es(öffnet im neuen Fenster) . "Um das Scraping zu reduzieren, haben wir die alten APIs entfernt" , schrieb der Entwickler zur Begründung. Die Limits sollen nur für das neue Tweetdeck und Twitter gelten.
Anders als bei den kostenpflichtigen APIs, die 100 Dollar im Monat kosten, dürften durchaus etliche Vielnutzer wie Journalisten bereit sein, für eine Nutzung von Tweetdeck auf Twitter Blue(öffnet im neuen Fenster) umzusteigen und damit 8 US-Dollar im Monat zu zahlen.
Unklar ist jedoch, ob die Leselimits weiterhin bestehen bleiben. Diese werden bei Tweetdeck sehr schnell erreicht. Das dürfte erst recht der Fall sein, wenn sich mehrere Accounts einen Tweetdeck-Zugang teilen.
Tweetdeck war ursprünglich ein eigenes Computerprogramm, um Twitterinhalte anzuzeigen. Twitter kaufte den Anbieter im Mai 2011 . Im Juli 2022 wurde auch der Mac-Client abgeschaltet(öffnet im neuen Fenster) , so dass es nur noch eine Browserversion gibt. Twitter kündigte bereits damals eine verbesserte Version an.



