Twitter: Elon Musk zwischen CEO und Shitposter

Mit einem Tweet kann Musk den Tesla-Kurs abstürzen und Kryptowährungen aufsteigen lassen. Diese Macht ist ihm 41 Milliarden US-Dollar wert.

Artikel von Daniel Ziegener veröffentlicht am
Elon Musk ist laut eigenen Aussagen kein Freund von Drogen.
Elon Musk ist laut eigenen Aussagen kein Freund von Drogen. (Bild: Joe Rogan Experience)

Mehr als 80 Millionen Follower hat Elon Musk auf Twitter. Das ist in etwa so viel, wie Deutschland Einwohner hat. Damit besitzt der Tesla-Chef einen der reichweitenstärksten Accounts bei dem Kurznachrichtendienst, dessen Diskurse oft weit über Twitter selbst hinausreichen.

Inhalt:
  1. Twitter: Elon Musk zwischen CEO und Shitposter
  2. Von Peinlichkeiten bis Rechtsstreitigkeiten
  3. Man weiß nie, was er als nächstes schreibt

Unter anderen Twitter-Größen wie dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und dem mittlerweile suspendierten Donald Trump oder Popstars wie Lady Gaga und Ariana Grande sticht der Unternehmer hervor. Eigentlich haben CEOs keine Millionen Follower. Eine derartige Reichweite hat Einfluss selbst auf Personen, die Musks Lieblings-App (er schreibt seine Tweets über ein iPhone) nicht nutzen.

Seit April 2022 ist Musk mit 9,2 Prozent größter Anteilseigner von Twitter. Nun möchte er das Unternehmen für eine Gesamtsumme von 41 Milliarden US-Dollar sogar komplett übernehmen.

Worüber twittert Elon Musk - und warum?

Musks Tweets haben teils millionenschwere Auswirkungen, etwa wenn er den Wert von Kryptowährungen in die Höhe schnellen lässt - oder den seines eigenen Unternehmens Tesla in den Keller schickt. Als ihm die US-Börsenaufsicht SEC 2018 vorwarf, Anleger zu täuschen, kosteten ihn seine Tweets sogar den Posten als Verwaltungsratschef bei Tesla.

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Das Onlinemagazin Visual Capitalist hat Musks Tweets der letzten zehn Jahre auf die Frage hin ausgewertet, worüber der CEO am liebsten schreibt. Tesla und Elektromobilität, SpaceX und die Raumfahrt sind zentrale Themen. Politik spielt eine geringere Rolle, dafür werden Kryptowährungen und KI-Forschung immer wichtiger.

Der deutlichste Trend ist aber: Seit 2017 twittert Elon Musk immer mehr, immer unkontrollierter und mit immer größeren Folgen. Eine Chronologie der letzten Jahre macht das deutlich.

Teslas Einmann-Marketingabteilung

Sein Twitter-Konto hat Musk schon seit 2011. Zu dem Profil, das immer wieder Schlagzeilen macht, wurde @elonmusk aber erst 2017. Seitdem wird das private Konto des CEO immer wieder zum zentralen Marketinginstrument für seine Unternehmen Tesla, SpaceX und The Boring Company.

Im Dezember 2017 kündigt Musk öffentlichkeitswirksam an, mit seiner The Boring Company einen Flammenwerfer auf den Markt zu bringen. Als sein Raumfahrtunternehmen SpaceX im Februar 2018 einen Tesla Roadster in die Erdumlaufbahn schießt, bekommt er Hunderttausende Likes und Retweets.

Solche schrägen Aktionen kommen auf Twitter gut an. Seit 2017 hat sich die Zahl seiner Follower fast verzehnfacht. Autos im Weltraum und Flammenwerfer tragen auch dazu bei, Musks öffentliches Bild vom verrückten Erfinder zu etablieren.

Auch Musk selbst gefällt die Aufmerksamkeit offenbar - und offenbar etwas zu gut. Die Anzahl der veröffentlichten Tweets steigt 2017 und 2018 stark an und bleibt seitdem auf diesem hohen Niveau. Der vielbeschäftigte Unternehmer scheint seiner öffentlichen Selbstdarstellung immer mehr Zeit einzuräumen.

Mit Tweets zu Beziehungen und Kurscrash

Das Jahr 2018 wird ein Wendepunkt für Elon Musk, sowohl in seiner Rolle als CEO einer der wertvollsten Autofirmen der Welt als auch als Person des öffentlichen Lebens. Über Twitter lernt er die Musikerin Grimes kennen. Ein Witz über das KI-Gedankenexperiment Roko's Basilisk bringt die beiden Nerds zusammen. Musk landet so (nach einer vorangegangenen Beziehung mit der Schauspielerin Amber Heard) endgültig im Boulevard.

Während es privat gut läuft, wird seine allzu offene Kommunikation über Tesla zum Problem. Am 7. August 2018 postet Musk seinen bislang folgenschwersten Tweet: "Ich erwäge, Tesla bei 420 US-Dollar zu privatisieren." Der Aktienkurs von Tesla steigt daraufhin von 340 auf zeitweise bis zu 390 US-Dollar an. Dabei ist davon auszugehen, dass Musk die Privatisierung zumindest teilweise als Scherz gemeint hat, denn 420 ist für Eingeweihte ein Code für Cannabis.

Die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC findet den Tweet gar nicht witzig und verklagt Musk. Das Verfahren wird mit einer Einigung beigelegt. Tesla und Musk zahlen jeweils 20 Millionen US-Dollar an die SEC. Außerdem muss Musk seinen Platz als Chef des Aufsichtsrats räumen. Spätestens an diesem Punkt sind seine Tweets keine Randnotizen mehr, sondern Teil der offiziellen Außenkommunikation seiner Unternehmen mit millionenschweren Folgen.

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Von Peinlichkeiten bis Rechtsstreitigkeiten 
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nomorenoless 01. Mai 2022 / Themenstart

Offenbar gibts genugn Leute, die rothaarige Kobolde mögen.

Nasenbaer 18. Apr 2022 / Themenstart

Weil Bäume wachsen bedeutet das noch lange nicht, dass genügend Trinkwassergebiete...

tedeum 16. Apr 2022 / Themenstart

Es gibt noch andere Highlights, lowlights werden hier künstlich aufgebläht.

Rasczak 16. Apr 2022 / Themenstart

Wenigstens verzapft er ihn selber. Jeff Bezos kauft einfach sowas wie die Washington...

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