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Twitter-Chaos: Tweetdeck durch Datenlimit praktisch unbrauchbar

Zunächst hieß es, dass mit Tweetdeck das Leselimit bei Twitter umgangen werden könne. Doch nun ist der Dienst praktisch nicht mehr nutzbar.
/ Friedhelm Greis
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Twitter ist derzeit mal wieder sehr schwer zu erreichen. (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)
Twitter ist derzeit mal wieder sehr schwer zu erreichen. Bild: Justin Sullivan/Getty Images

Die neuen Einschränkungen zur Twitternutzung wirken sich auch auf das beliebte Tool Tweetdeck aus. Weltweit beklagten Nutzer(öffnet im neuen Fenster) , dass das Tool nur noch Übersichtsseiten mit leeren Spalten anzeige. Hintergrund der Probleme dürften die Leselimits sein, die Twitter-Eigentümer Elon Musk am vergangenen Wochenende einführte . Für angemeldete Nutzer soll das Limit bei 1.000 Tweets pro Tag liegen.

Tweetdeck ermöglicht einen individuellen Zugriff auf die Twitterinhalte. Diese lassen sich in einzelnen Listen organisieren, die die Tweets beispielsweise nach Stichwörtern oder Nutzern filtern. Gerade im professionellen Umfeld lässt sich Twitter ohne ein solches Werkzeug kaum nutzen.

Die Entwicklerin Molly White zeigte(öffnet im neuen Fenster) , wie schnell durch Tweetdeck die Limits erreicht werden. Nach wenigen Minuten funktionierten demnach nur noch die Home-Timeline und die Direktnachrichten. Die Anfragen liefen jedoch permanent weiter. "Tweetdeck verschlimmert noch das Selbst-DDos auf Twitter" , schrieb White. Zuvor gab es Berichte , wonach die Überlastung von Twitter durch zu häufige Anfragen durch die eigene App verursacht würden.

Zwischenzeitlich hieß es, dass mithilfe von Tweetdeck die Beschränkungen sogar umgangen werden könnten. Dazu sollte ein entsprechender User-Agent für die Browserabfrage eingetragen werden(öffnet im neuen Fenster) .

Wird Tweetdeck kostenpflichtig?

Tweetdeck war ursprünglich ein eigenes Computerprogramm, um Twitterinhalte anzuzeigen. Twitter kaufte den Anbieter im Mai 2011 . Im Juli 2022 wurde auch der Mac-Client abgeschaltet(öffnet im neuen Fenster) , so dass es nur noch eine Browserversion gibt. Twitter kündigte damals eine verbesserte Version an.

Zudem gab es Spekulationen(öffnet im neuen Fenster) , wonach Tweetdeck ein Bestandteil des Twitter-Abonnements und damit kostenpflichtig werden könnte. Von den aktuellen Problemen waren nach eigenen Angaben (öffnet im neuen Fenster) auch Twitter-Blue-Nutzer betroffen.

Nachtrag vom 3. Juli 2023, 18:15 Uhr

Berichten zufolge betreffen die neuen Einschränkungen auch Suchmaschinen, die Inhalte von Twitter automatisch aufrufen und indexieren. "Twitter leitet auch den Googlebot auf den Login-Prozess weiter" , schrieb der SEO-Experte Johannes Beus auf Linkedin(öffnet im neuen Fenster) und fügte hinzu: "Die Folgen sind bei einzelnen Accounts bereits klar zu sehen: Es gibt keine Daten mehr, die Google indexieren kann. Derzeit betrifft dies neue Inhalte und High-Profile-Profile, die häufig neu gecrawlt werden."

Das wird vor allem deutlich, wenn man die Suchergebnisse auf aktuelle Zeiträume wie eine Stunde oder 24 Stunden einschränkt. Dann gibt Google nur wenige brauchbare Links an. Schon auf der ersten Seite tauchen Inhalte auf, die nur noch einen Warnhinweis auf nicht aktiviertes Javascript enthalten.


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