Twitter: #Aufschrei gegen Alltagssexismus

Nachdem die Sexismus-Vorwürfe gegen Rainer Brüderle für Wirbel sorgten, haben zwei Twitter-Nutzerinnen unter dem Hashtag #Aufschrei eine gesellschaftliche Debatte zu Alltagssexismus angestoßen. Nicht alle finden das gut.

Artikel veröffentlicht am , Timo Herzig/Handelsblatt
Bei Twitter schreiben Frauen über ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung.
Bei Twitter schreiben Frauen über ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung. (Bild: Lionel Bonaventure/AFP/Getty Images)

Die Tweets laufen im Sekundentakt ein. Von gierigen Blicken auf der Straße oder in der Disco ist da die Rede. Von Dozenten, die ihre Studentinnen wie selbstverständlich zu sich nach Hause einladen, um bei einem Kaffee über die Hausarbeit zu sprechen. Oder von Bankern, die ihre "frauenlose Abteilung" mit den Worten rechtfertigen, diesen "Umgangston wolle man auch keiner Frau antun".

Inhalt:
  1. Twitter: #Aufschrei gegen Alltagssexismus
  2. Frauen mehr Gehör verschaffen

"Konferenzteilnehmer, die auf die Twitterwall schreiben, endlich säße mal etwas fürs Auge auf dem Podium", schreibt zum Beispiel @fraeulein_tessa. "Dass ich mein Leben anpassen soll, um Männern keine Möglichkeit für Übergriffe zu geben", zwitschert @Nienor. Und @Monte_Croe hält fest: "Der Chefarzt, der es schafft, mir in einstündigem Interview dreimal in die Augen und den Rest der Zeit auf den Busen zu glotzen."

Während in den Medien die Sexismus-Vorwürfe gegen FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle thematisiert werden, veröffentlichen Twitter-Nutzerinnen seit dem späten Donnerstagabend ihre persönlichen Erfahrungen mit Alltagssexismus unter dem Hashtag #Aufschrei.

Das Hashtag #Aufschrei ist inzwischen unter den in Deutschland am meisten diskutierten Themen bei Twitter. Hunderte Frauen haben etwas beizutragen. Viele männliche Twitterer reagieren erstaunt: "Und wir Männer fragen uns, wie oft wir selbst schon Anlass für einen #Aufschrei waren", zwitschert beispielsweise @astefanowitsch.

Stellenmarkt
  1. Android Mobile Entwickler (m/w/d)
    ING Deutschland, Nürnberg
  2. Fachinformatiker (m/w/d)
    itsc GmbH, Hannover, Essen
Detailsuche

Auch @paulezei ist sichtlich betroffen: "Schlimm, dass alle so spontan eine Geschichte erzählen können. Schäme mich etwas für meine Geschlechtsgenossen!" Andere Männer allerdings machen sich lustig über die vorgetragenen Erfahrungen oder fordern den sofortigen "Schluss des #Aufschrei-Scheiß". So meint @silvereisen: "Mädels, diese Opferrolle steht euch nicht."

Eins steht fest: Die Diskussion ist in vollem Gange. Verantwortlich dafür ist Nicole von Horst, die unter dem Namen @vonhorst twittert. Sie verschickte den ersten Tweet zum Thema, prompt stieg eine andere Twitter-Nutzerin ein.

Anne Wizorek alias @marthadear schlug schließlich das Hashtag #Aufschrei vor. "Es war und ist sehr beeindruckend zu beobachten, wie sich das Thema verselbstständigte, wie alle, die unter diesem Hashtag von ihren Erfahrungen berichten, es zu ihrer Sache machen", freut sich Nicole von Horst im Gespräch mit Handelsblatt Online.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Frauen mehr Gehör verschaffen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Naomi "SexyCyborg" Wu
Pappbüste einer Tech-Youtuberin ist Youtube zu anstößig

Naomi Wu wird in der Maker-Szene für ihr Fachwissen geschätzt. Youtube demonetarisiert sie aber wohl wegen ihrer Körperproportionen.

Naomi SexyCyborg Wu: Pappbüste einer Tech-Youtuberin ist Youtube zu anstößig
Artikel
  1. Gesichtserkennung verbessert: iOS 15.4 unterstützt Face ID mit Maske
    Gesichtserkennung verbessert
    iOS 15.4 unterstützt Face ID mit Maske

    iOS 15.4 ermöglicht es, das iPhone per Gesichtserkennung trotz Maske zu entsperren. Die Apple Watch ist dazu nicht mehr nötig.

  2. Giga Factory Berlin: Tesla kauft Bahngleis in Brandenburg
    Giga Factory Berlin
    Tesla kauft Bahngleis in Brandenburg

    Tesla will sein neues Werk in Grünheide besser an den öffentlichen Nahverkehr anbinden und kauft ein Schienenstück für einen eigenen Zug.

  3. Aus dem Verlag: Golem-PC mit Geforce RTX 3050 und 6C-Ryzen
    Aus dem Verlag
    Golem-PC mit Geforce RTX 3050 und 6C-Ryzen

    Sechs CPU-Kerne dank AMDs Ryzen und eine Raytracing-Grafikkarte für 1080p-Gaming: Der Golem Basic Plus ist dafür gerüstet.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RX 6900 XTU 16GB 1.449€ • Intel i7 3,6Ghz 399€ • Alternate: u.a. Acer Gaming-Monitor 119,90€ • Logitech Gaming-Headset 75€ • iRobot Saugroboter ab 289,99€ • 1TB SSD PCIe 4.0 128,07€ • Razer Gaming-Tastatur 155€ • GOG New Year Sale: bis zu 90% Rabatt • LG OLED 65 Zoll 1.599€ [Werbung]
    •  /