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Microblogging: Umbau bei Identi.ca

Das einst als Twitter-Alternative gepriesene Projekt Identi.ca stellt auf eine neue Software um. Das ändert auch seinen Charakter - künftig bietet Identi.ca ein vollständiges soziales Netzwerk statt einen Microblogging-Dienst.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Identi.ca wechselt zu Pump.io und ähnelt damit einem sozialen Netzwerk wie Facebook.
Identi.ca wechselt zu Pump.io und ähnelt damit einem sozialen Netzwerk wie Facebook. (Bild: Identi.ca)

Bei der Microblogging-Plattform Identi.ca stehen einige Umbauarbeiten an. Neuregistrierungen auf der Seite, die einst als Twitter-Alternative auf Basis freier Software bekanntwurde, sind zurzeit nicht möglich. Der hinter der Plattform stehende Entwickler Evan Prodromou will in Kürze die bisher verwendete Software Status.net durch die Neuentwicklung Pump.io ersetzen.

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Identi.ca, das seit 2008 existiert, setzte bisher auf die dezentrale Software Status.net. Das Konzept dabei war, einen Service ähnlich dem von Twitter zu schaffen, allerdings auf der Basis freier Software. Ähnlich dem großen Vorbild ist die Nachrichtenlänge auf 140 Zeichen beschränkt. Die Idee war ursprünglich, zahlreiche dezentrale Installationen von Status.net aufzusetzen; durch das dahinterstehende Protokoll OStatus ist es möglich, auf einer Installation von Status.net auch den Usern einer anderen Installation zu folgen.

Wie die Linux-Nachrichtenwebseite LWN berichtet, klappte das allerdings nicht besonders gut. Bis zum Schluss existierten nur wenige alternative Installationen von Status.net, die meisten Nutzer registrierten sich schlicht bei Identi.ca. Evan Prodromou war damit unzufrieden, da er und die hinter Status.net stehende Firma E14N dadurch vor allem mit dem Betrieb von Identi.ca beschäftigt waren.

Charakterwechsel

Künftig soll nun statt Status.net die Neuentwicklung Pump.io zum Einsatz kommen. Doch mit dem Wechsel wird sich der Charakter des Webservices deutlich ändern. Pump.io ist deutlich näher an herkömmlichen sozialen Netzwerken wie Facebook orientiert. Eine Zeichenbegrenzung gibt es nicht mehr, neben Textnachrichten können auch andere Objekte wie beispielsweise Bilder gepostet werden.

Insgesamt erscheint Pump.io bislang vom Funktionsumfang allerdings sehr rudimentär. Verschiedene Funktionen des bisherigen Systems stehen nicht mehr zur Verfügung. So war es beispielsweise bisher bei Identi.ca möglich, Nachrichten automatisch parallel auf Twitter zu posten. Viele nutzten daher Identi.ca und Twitter gleichzeitig. Derartige Dienste sieht Pump.io nicht vor, sie können jedoch durch externe Dienste bereitgestellt werden, welche die API-Schnittstellen von Pump.io nutzen.

Dezentrales Facebook

Evan Prodromou will erreichen, dass sich Pump.io tatsächlich als dezentrales Netzwerk etabliert. So werden Neuregistrierungen an zufällige Server des Netzwerks weitergeleitet. Schon jetzt steht eine Reihe öffentlich nutzbarer Pump.io-Server zum Testen zur Verfügung.

Während Status.net unter der AGPL-Lizenz stand, wurde die neue Software Pump.io unter der deutlich liberaleren Apache-2.0-Lizenz veröffentlicht. Die AGPL ist eine speziell für Webapplikationen vorgesehene freie Softwarelizenz, die jedem die Nutzung des Quellcodes erlaubt, die aber fordert, dass Änderungen an der Software weitergegeben werden müssen. Anders als bei der GPL fordert die AGPL dies auch dann, wenn man die Software selbst nur nutzt und nicht weiterverbreitet. Code unter der Apache-2.0-Lizenz kann auch in proprietären Projekten verwendet werden.

Die alte Status.net-Software wird künftig vermutlich an anderer Stelle weiterentwickelt. Es gibt bereits zwei Forks unter den Namen GNU Social und Free & Social.



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jonsger 05. Mai 2013

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