Mixer macht alles anders

Microsoft ist mit der im Jahr 2016 zugekauften Plattform Mixer relativ neu auf dem Markt und will vor allem mit der Integration für Xbox One und Windows punkten. Wer von einer PS4 streamen möchte, hat hingegen keine Möglichkeit, dies per integrierter App zu tun. Der Fokus von Mixer richtet sich vor allem auf möglichst schnell verfügbare und mit wenig Zeitverzögerung angebotene Gameplay-Streams. Die im Vergleich zu Twitch und Youtube Gaming wesentlich kleinere Communitiy soll vor allem Neueinsteigern Vorteile bieten und richtet sich noch nicht vorrangig an die Streamer, die ihren Lebensunterhalt mit dem Spielen verdienen wollen.

  • Mixer legt Wert auf schnelle Interaktion mit dem Publikum. (Screenshot: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Bei Mixer können mehrere Spieler gleichzeitig streamen. (Screenshot: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Die Oberfläche von Mixer ist modern und aufgeräumt, ... (Screenshot: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • ... das gilt auch für die Menüs. (Screenshot: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Twitch setzt Gamification - Achievements zeigen den Status der Monetarisierung an. (Screenshot: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Im Twitch-Chat können Zuschauer ihre Streamer mit kostenlosen und bezahlten Emoticons anfeuern. (Screenshot: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Das Menü für Streamer ist bei Twitch nicht sonderlich übersichtlich.(Screenshot: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Twitch-Erweiterungen bieten Zusatzfunktionen wie virtuelle Tiere, die im Videobild leben. (Screenshot: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Die Übersichtsseite von Twitch ist nicht übersichtlich. (Screenshot: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Wer Youtube benutzt, kommt auch mit Youtube Gaming klar. (Screenshot: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Die Oberfläche ist aufgeräumt und altbekannt. (Screenshot: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Auf dem Youtube-Homescreen tauchen die Live-Kanäle noch nicht auf. (Screenshot: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Die Youtube-Gaming-Seite wirkt mit ihrem dunklen Layout moderner als das klassische Youtube. (Screenshot: Michael Wieczorek/Golem.de)
Die Oberfläche von Mixer ist modern und aufgeräumt, ... (Screenshot: Michael Wieczorek/Golem.de)
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Der späte Start von Mixer zeigt sich vor allem auf der Benutzeroberfläche, wo nahezu alle von Twitch und Youtube Gaming bekannten Features übernommen wurden. Trotzdem wirkt der Dienst wesentlich aufgeräumter und moderner. Gut eingesetzt ist die Anwendung von Gamification: Von der Xbox bekannte Achievements wurden in veränderter Form übernommen und geben nun Anreize, Streamern über einen längeren Zeitraum zu folgen. Sogenannte Sparks können durch längeres Zuschauen verdient werden und ermöglichen es, im Chat Bonus-Emoticons freizuschalten, die die Streamer unterstützen. Ein ähnliches System bietet übrigens auch Twitch, hier muss allerdings in jedem Fall Geld gespendet oder Werbespots angesehen werden.

Zuschauer müssen nicht warten

Auch die Zuschauer profitieren davon, dass der Dienst recht ähnlich wie Youtube Gaming und Twitch aufgebaut ist - man findet sich sofort zurecht. Die Suche nach Kanal oder Spiel ist komfortabel, wenn auch lange nicht so detailreich umgesetzt wie bei Twitch. Hinzu kommt, dass aufgezeichnete Streams nur schwer zu finden sind - allerdings verspricht Microsoft hier mit kommenden Updates Besserung.

Die große Besonderheit von Mixer ist die geringe Latenz: Das FTL-Protokoll soll Interaktionen nahezu in Echtzeit ermöglichen. Für Zuschauer bedeutet dieser Geschwindigkeitszuwachs allerdings auch, dass keine eigene Auflösung gewählt werden kann - gestreamt wird, was die geringstmögliche Verzögerung bedeutet. Wer darauf keinen Wert legt, kann zwischen Full-HD mit 30 Bildern pro Sekunde und 720p mit 60 fps wählen. Die Bitrate liegt bei maximal 10 MBit/s.

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Es gibt keine Aufzeichnungsfunktion wie bei Youtube Gaming, die bei einem späteren Einschalten das Zurückspulen ermöglicht.

Streamer können zu viert antreten

Warum sollte man den Underdog wählen? Mixer ist nur auf wenigen Hardwareplattformen präsent, die Suche nach archivierten Videos ist im Vergleich zu Twitch und Youtube Gaming aufwendig und auf der PS4 gibt es keine native App für das Streaming. Auf der anderen Seite hat die kleinere Community Vorteile, wenn man schnell gefunden werden möchte - und vielleicht ist gerade das Gameplay von der PS4 per angeschlossenem PC mit Capture-Karte genau die Marktlücke für angehende Streamer?

Grundsätzlich unterstützt Mixer aber fast alle Plattformen und hat mobile Apps ebenso im Angebot wie Apple TV, Kindle und Chromecast. Die Implementation in Windows 10 und Xbox One bedient potenziell ein breites Publikum in 21 Sprachen.

Einzigartig in unserem Vergleich ist das Multiplayer-Streaming: Bis zu vier Spieler können gleichzeitig ihre Erlebnisse teilen. Der Zuschauer kann zwischen den einzelnen Streamern umschalten und bekommt so einen Überblick auch in komplexen Multiplayer-Partien.

Auch der Chat ist komplett auf Geschwindigkeit ausgelegt, was die Moderationsfunktionen einschränkt. Anders als bei Twitch und Youtube Gaming können lediglich menschliche Moderatoren hinzugeschaltet werden, die Möglichkeiten einer automatisierten Moderation sind nur gering.

Geld oder Spiele

Die Regeln für eine native Monetarisierung bei Mixer sind komplex - aber niedrigschwellig. Ab 750 Followern, 50 Zuschauern während des gesamten Streams in den letzten zwei Monaten und Anzeichen für ein Wachstum des Kanals besteht die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Das Dashboard zeigt ähnlich wie bei Twitch und Youtube Gaming den aktuellen Fortschritt des Kanals an - und bietet damit einen Überblick über den Weg zum eigenen Einkommen per Streaming.

Auch hier können wie bei den anderen Diensten Einnahmen durch Werbespots und Abonnements (für 6 Euro im Monat) generiert werden. Mikrostransaktionen wie Cheering bei Twitch und spezielle Emoticons werden per XP und sogenannter Sparks integriert - diese können aber nicht gegen Geld erworben werden. Mixer setzt eher auf Anreize wie verbesserten Support und die Vergabe von Codes für den Spielerwerb - also mehr Kompensation als Monetarisierung. Trotzdem ist ein Kanalsponsoring ebenso möglich wie die Implementation von Diensten wie Patreon.

Mixer ist dank geringer Latenz, Multiplayer-Funktionen und geringer Hürden bei der Monetarisierung für Zuschauer und Streamer gleichermaßen einen Blick wert.

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 Youtube Gaming macht alles nachFazit 
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Pansen 15. Dez 2017

Genau, der Streamer bekommt allerdings nur 50% davon, geht leider nicht alles an ihn.

Zeperus 13. Dez 2017

Um übermorgen ist vid.me Geschichte :/

SoulEvan 12. Dez 2017

Wenn man Spiele liebt, investiert man auch die Zeit dafür! Was habe ich von einem Spiel...

Pansen 06. Dez 2017

Für die Wissenschaft!

stuempel 05. Dez 2017

Bis zur Übernahme durch MS hieß das Ding noch Beam.



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