Twitch-Leak: Passwörter, E-Mails und Paypal-Konten wohl doch entwendet

Offiziell will Twitch keinerlei Nutzerdaten verloren haben. Sicherheitsforscher sehen das völlig anders.

Artikel veröffentlicht am ,
Keine gute Woche für das Streaming-Portal
Keine gute Woche für das Streaming-Portal (Bild: Twitch)

Schon kurz nachdem der Twitch-Hack (oder Leak) bekannt wurde, deutete sich an, dass das Thema allein durch die gigantische Datenmenge noch lange nachhallen wird. Denn noch ist nicht gänzlich klar, was in den 125 Gigabyte direkt aus dem Herzen des Streaming-Portals überhaupt enthalten ist. Die Entwarnung folgte trotzdem bereits: Twitch beteuert offiziell, dass keine Login-Daten und keine Zahlungsinformationen an die Öffentlichkeit gelangt sind. Unabhängige Experten, die sich die Daten in den vergangenen Tagen genauer angeschaut haben, sehen das anders.

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Dem neuesten Bericht nach enthalten einzelne Daten durchaus private Informationen - und das im Klartext. Gefunden wurden Passwörter, E-Mail-Adressen und sogar Details einzelner Paypal-Konten. Letztere befinden sich in einer Datei, in der Twitch Rückerstattungen gesammelt hat. Dort zu sehen sind E-Mail-Adressen der Paypal-Konten, Ablehnungsgründe und Summen.

Auch Twitch-Mitarbeiter sind laut Angaben des Threatpost-Artikels betroffen. Demnach sind Namen, Kontaktadressen und die jeweilige Position einzelner Personen zu finden.

Neue Tools und Pläne bekannt

Ein weiterer großer Teil des Leaks sind interne Tools, die viel über die aktuellen Pläne von Twitch verraten. So gibt es Spuren eines Steam-Konkurrenten namens Vapor und einen dazugehörigen Chat sowie erste Nachweise, dass Twitch die Konkurrenz mit einem eigenen Tool sehr genau beobachtet und Zuschauerzahlen von Gaming-Livestreams anderer Plattformen auswertet.

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Erfreulich dürfte folgender Fund sein: Anscheinend arbeitet Twitch an einer neuen Hürde für Bot-Nutzer. Damit will man Streamern, die ihre Zuschauerzahlen mithilfe von Bots und Scripts künstlich erhöhen, das Leben schwermachen. Privacysharks beschreibt das Tool als umfangreiche Analyse der Zuschauerdaten, um feststellen zu können, ob sich ein nachvollziehbares Bild ergibt oder die Einschaltquote nicht zum Kanal passt.

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Bei den aktuellen Funden handelt es sich womöglich weiterhin nur um die Spitze des Eisbergs. Twitch selbst spricht zwar nur vom Verlust "einiger Daten", wahrscheinlicher ist aber die Behauptung des Hackers, der den gesamten Quellcode erbeutet haben will. Sofern das zutrifft, drohen der Plattform künftig noch zahlreiche Angriffe Dritter, die dank des Codes Schwachstellen deutlich einfacher und schneller ausfindig machen können.

Inzwischen ist auch klar, was die Ursache für den Leak war. Twitch spricht von einer Fehlkonfiguration eines Servers, der es Angreifern ermöglichte, in das System einzudringen. Da nun offenbar doch die Möglichkeit besteht, dass private Daten in die Öffentlichkeit gelangt sind, sollte man als Zuschauer, insbesondere aber als Streamer, umgehend sämtliche Zugangsdaten ändern. Die wichtigen Stream-Keys, mit denen Streamer ihre Inhalte auf die Plattform bringen, hat Twitch übrigens schon geändert. Nach eigener Aussage aber nur "aus einem Übermaß an Vorsicht".

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Vögelchen 11. Okt 2021 / Themenstart

Für was? Das klang jetzt nicht so, als sei das Ding für dich essenziell wichtig. Aber...

Hotohori 08. Okt 2021 / Themenstart

Zur Sicherheit sollte man das bei so einer Meldung immer direkt machen, völlig egal ob es...

Harioki 08. Okt 2021 / Themenstart

Es scheint doch so, dass Twitch durch unzureichende Sicherheitsmaßnahmen und der damit...

CmdrJameson 08. Okt 2021 / Themenstart

Wenn Du normaler Nutzer und kein Streamer bist, dann könnte es höchstens sein, dass Deine...

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