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Breakaway soll Broadcaster und Zuschauer zusammenbringen.
Breakaway soll Broadcaster und Zuschauer zusammenbringen. (Bild: Amazon Game Studios)

Twitch: Der Zuschauer als Spielmacher

Breakaway soll Broadcaster und Zuschauer zusammenbringen.
Breakaway soll Broadcaster und Zuschauer zusammenbringen. (Bild: Amazon Game Studios)

Spielentwickler wollen Let's Playern und ihren Zuschauern gleichermaßen mehr Macht und frische Möglichkeiten geben. Golem.de hat sich auf der Twitchcon 2016 umgehört, welche Auswirkungen das langfristig haben könnte.

Nur mal so als Gedankenspiel: Mitten im Finale der Champions League fragt der Moderator die Zuschauer zu Hause am Fernseher, ob die Kicker auf dem Platz sich für ein paar Minuten nur noch wie Krabben bewegen sollen. Bei der Abstimmung per Internet findet die Mehrheit das gut, und die armen Fußballspieler müssen vorübergehend versuchen, den Ball nur noch mit merkwürdigen Bewegungen ins gegnerische Tor zu befördern.

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Im Actionspiel Streamline ist der Krabbenmodus ein kleiner Gag. Entwicklungschef Seth Sivak erzählt auf der Twitchcon 2016, dass er und sein Team ihn eigentlich gar nicht mögen. Aber nachdem sie ihn probeweise in frühe Versionen eingebaut hatten, wollten sie die Fans nicht enttäuschen und haben nun nur dafür gesorgt, dass die Abstimmungen nicht allzu oft angeboten werden.

Eigentlich hat Streamline noch spannendere Elemente der Interaktion zu bieten: Es ist eines der ersten Games, in denen Streamern sowie Spieler und Zuschauer direkt miteinander zu tun haben. Der Streamer setzt die Partien auf, und kann dann beispielsweise selbst in die Rolle eines Runners schlüpfen und Punkte sammeln, während Zuschauer ihn als sogenannte Hunter jagen.

Zuschauer integriert

Neu daran ist, dass diese Art der Interaktion viel stärker als etwa bei Übertragungen klassischer Multiplayermodi in das Gameplay einbettet ist - inklusive der Abstimmungsfunktionen, Auszeichnungen sowie Chat- und Statistikfunktionen. Wie sich das Ganze langfristig im Falle von Streamline und anderen Titeln entwickelt, ist derzeit noch nicht wirklich abzusehen.

Ein verwandtes, auf größere Spielerzahlen ausgelegtes Konzept verfolgt das Entwicklerstudio Spiritwalk Games mit Shardbound. In dem Taktikspiel können der Broadcaster und einzelne Spieler ihre Welten miteinander verknüpfen. "Es gibt auch die Option, dass der Broadcaster mit einer Armee antreten und gewinnen muss, die ihm die Spieler zusammengestellt haben, oder dass die Zuschauer mindestens 100 von einer vorgegebenen Anzahl von Partien gewinnen müssen", sagt Dave Cerra, Chef von Spiritwalk Games. Eine der Herausforderungen sei, die Spieler zum Mitmachen zu bewegen: "Wer zu Twitch geht, will eigentlich nicht spielen - das könnte er ja auch so - sondern zuschauen."

Das soll sich natürlich langfristig zumindest ein bisschen ändern. Twitch investiert kräftig in Mechanismen, die Kundschaft vom passiven Zugucken zum aktiven Mitmachen zu bewegen. Die größte Hoffnung setzt das Unternehmen in Breakaway, das bei den Amazon Game Studios entsteht.

In Breakaway treten zwei Teams aus vier Mitgliedern an, die jeweils einen Helden steuern. Sieger ist, wer einen golden glänzenden Ball (offizieller Name: Relic), besonders oft ins gegnerische Tor bewegt - in diesem Fall ein rot oder blau eingefärbtes Energiefeld.

An interaktiven Elementen gibt es einerseits die Möglichkeit, dass Broadcaster selbst mitspielen - und sich in laufende Partien einklinken können, die so plötzlich in ihrem Stream vor Tausenden von Zuschauern auftauchen. Zum anderen gibt es den sogenannten Metastream, das sind Statistiken und Ähnliches, den der Broadcaster auf Wunsch einblenden kann.

Zuschauer braucht volle Übersicht

Die Ausrichtung auf Twitch habe aber auch ein paar wesentlich subtilere Auswirkungen, meint Kreativchef David Verfaillie. "Eine ganz merkwürdige Sache war, dass wir irgendwann gemerkt haben: Je mehr Spaß die Zuschauer haben, desto mehr macht auch das Spiel an sich Spaß". Nach und nach habe sein Team die Kampfarenen deshalb immer weiter verkleinert, bis irgendwann fast alle der insgesamt acht Teilnehmer mehr oder weniger gleichzeitig zu sehen sind.

Außerdem haben die Entwickler irgendwann gemerkt, wie wichtig Pausen sind. Zum einen für die Spieler, zum anderen aber auch für die Broadcaster. Deren Job wird durch die erweiterten Möglichkeiten schließlich viel stressiger: Sie müssen mitspielen, gleichzeitig aber auch die virtuellen Kameraperspektiven zumindest im Auge behalten.

Zusätzlich müssen sie Statistiken ein- und ausblenden und möglicherweise auch noch im Chat mitmischen. Um das möglichst gut in den Griff zu bekommen, hat das Team sogar ein Broadcastingstudio mitsamt Ausrüstung nachgebaut, und damit die nötigen Tests durchgeführt.


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