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TV-Kabelnetz: Vodafone will mit Fiber Deep koaxiale Abschnitte kürzen

Vodafone beginnt in mehreren Pilotstädten die koaxialen Netzabschnitte so klein wie möglich zu halten. Fiber Deep dient für Node Splits.

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Docsis 3.1 Messung aus dem Jahr 2019 (Bild: Golem.de-Leser)

Vodafone will sein Kabelnetz mit Fiber Deepr ausbauen. Das gab der Netzbetreiber am 29. April 2021 bekannt. Netz-Chef Guido Weissbrich sagte, künftig solle der Glasfaseranteil vor allem im Nahbereich beim Kunden weiter steigen, um das Netz leistungsfähiger und verlässlicher zu machen.

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Vodafone will im Sommer damit beginnen, in mehreren Pilotstädten bestehende Technik durch Glasfasertechnologie zu ersetzen. Dazu sollen beispielsweise Verstärkerpunkte mit neuen Glasfaserstrecken angeschlossen und in Glasfaserknoten umgewandelt werden.

Die Glasfaser ist laut Weissbrich bisher mehrere Hundert Meter von Wohnungen und Häusern entfernt. "Dort setzen wir an und stärken durch Gigaglasfaser unsere bestehende Gigabit-Infrastruktur mittels einer Fiber-Deep-Architektur bedarfsgerecht an den richtigen Stellen."

Die koaxialen Netzabschnitte würden so klein wie möglich gehalten. Glasfaser wird im Kern also für Nodesplits eingesetzt.

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Vodafone: Weiter Koaxialkabel auf den letzten Metern

Auf den letzten Metern zum Kunden setzt Vodafone weiter auf Docsis 3.1 und den kommenden Standard 4.0. Mit dem aktuellen Standard sind, abhängig von der Netzausbaustufe, Datenraten von bis zu 5 Gigabit pro Sekunde möglich. Die nächste Generation DOCSIS 4.0 soll perspektivisch Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde erreichen.

Golem.de hatte im Mai 2019 die Nutzer von 1-GBit/s-Zugängen im Kabelnetz mit Docsis 3.1 befragt, ob sie mit der gebotenen Leistung zufrieden sind. Die kleine Umfrage ergab, dass die hohen Datenraten bei den Kunden auch ankommen. Laut Telekom-Chef Tim Höttges kann das Kabelnetz mit seiner geteilten Infrastruktur nirgendwo das Gigabit pro Sekunde liefern. Das sei einfach Einbildung. Allerdings ist die Telekom in Österreich selbst Koaxialnetzbetreiber und bewirbt dort Gigabit-Datenraten.