TV-Kabelnetz: Vodafone übernimmt Unitymedia
Vodafone hat mit Liberty Global vereinbart, die Kabelnetze von Unitymedia in Deutschland, der Tschechischen Republik, Ungarn und Rumänien für einen Preis von 18,4 Milliarden Euro zu übernehmen. Das gab Vodafone am 9. Mai 2018 bekannt(öffnet im neuen Fenster). Der Zusammenschluss steht unter Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden.
Derzeit betreibt Vodafone TV-Kabelnetze in 13 deutschen Bundesländern, Unitymedia ist in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen aktiv. Ziel sei die Zusammenführung von Breitband, Mobilfunk, Festnetz und TV-Diensten. Mit dieser Übernahme würde in Deutschland erstmals ein in allen Bundesländern mit eigener Infrastruktur vertretener Konkurrent zur Deutschen Telekom entstehen. "Wir bauen 25 Millionen Gigabit-Anschlüsse für 50 Millionen Menschen bis 2022", sagte Vodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter.
Die gemeinsame Gesellschaft würde rund 31 Millionen Mobiltelefonkunden, 7 Millionen Kabelanschlüsse sowie rund 14 Millionen TV-Haushalte auf seiner eigenen Infrastruktur haben. Unitymedia-Chef Lutz Schüler erklärte: "Ich begrüße und unterstütze die geplante Zusammenführung von Unitymedia mit Vodafone ausdrücklich."
Es wäre die größte Übernahme von Vodafone seit dem Jahr 2000, als Mannesmann, ebenfalls in Deutschland, für eine Rekordsumme von 112 Milliarden britischen Pfund übernommen wurde. Es wäre auch der größte Konsolidierungsschritt in der europäischen Telekommunikation seit mehr als einem Jahrzehnt. Vodafone hatte hierzulande im Jahr 2013 bereits den Kabel Deutschland übernommen.
Liberty-Chef erwartet klare Zustimmung von der EU
Mike Fries, Chef von Liberty Global, sagte, dass der Deal, die Kabelnetze an Vodafone zu verkaufen, einen stärkeren Konkurrenten für die Deutsche Telekom schaffen würde. "Deutschland schreit nach einem Herausforderer, den es heute nicht gibt".
Die Kombination wird eine tiefgreifende regulatorische Untersuchung auslösen und wird von Telekom und anderen heftigen Widerstand erfahren. Liberty Global und Vodafone sind jedoch zuversichtlich, dass der Kauf von den europäischen Regulierungsbehörden genehmigt wird. "Es ist keine Frage, dass es durchgeht", betonte Fries. Die Zulassung wird bis Mitte 2019 erwartet.
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