TV-Kabelnetz: Schnelle Node Splits und zusätzlich 20 GBit/s im Kabelnetz

Giax hat Technik entwickelt, die Glasfaserleistung auf bestehende Koaxialkabel-Infrastruktur bringen soll. Mit der GigaHFC-Technik sollen sich in nur wenigen Tagen Netzsegmentierungen (Node Splits) machen lassen. Dies bringt den Nutzern schnell höhere Datenraten.

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Das GigaHFC-System
Das GigaHFC-System (Bild: Giax)

Das Unternehmen Giax aus Erlangen hat eine Technik entwickelt, mit der TV-Kabelnetzbetreiber hohe Datenraten erzielen können, ohne das Koaxialkabel komplett durch Glasfaser zu ersetzen. Chief Technology Officer Holger Stadali sagte Golem.de: "Das GigaHFC-System ermöglicht so eine Vervielfachung der im Koaxialkabel der Kabelnetzbetreiber verfügbaren Datenrate. Auf der Kabelkundenseite muss sich nichts ändern, denn es werden weiter die gleichen Endgeräte für den TV-Empfang beziehungsweise für Internet und Telefonie über den Docsis-Standard genutzt."

Technisch wird eine auf Glasfaser basierende 10G-Ethernet-Verbindung mit einem GigaHFC-Gateway-Node in das Koaxialkabelnetz gebracht. Hierdurch entsteht ein Ethernet-Overlay-Netzwerk mit bis zu 10 GBit/s im Upstream und 10 GBit/s im Downstream. Die so gewonnene zusätzliche Kapazität im Koaxialnetz wird über sogenannte DOCSIS-Remote-PHY-Geräte wieder in vom Endkunden empfangbare Signale gewandelt.

In wenigen Tagen läuft es

Ohne Glasfaserkabel legen zu müssen, sollen sich hinter einem installierten Fiber Node so lange Node Splits auf Koaxialbasis umsetzen lassen, bis die Kapazität der Giax-Ausrüstung erschöpft sei. "Das Deployment dieser Remote PHYs inklusive der Zuführung über das GigaHFC-System von Giax lässt sich binnen Tagen realisieren", erklärte Stadali.

Mit der GigaHFC-Technik könnten Kabelnetzbetreiber ihre Netze günstig ausbauen. Auch Überlastsituationen im Kabelnetz können so deutlich schneller behoben werden. Bei einigen Kabelnetzbetreibern soll ein Node Split sonst laut Betreiberkreisen oft Jahre dauern.

Die erreichbare Datenrate sind 10 GBit/s im Downstream und 10 GBit/s im Upstream. Somit können auch symmetrische Verbindungen in Zukunft realisiert werden. Mit den Datenraten des künftigen Kabelstandards Docsis 3.1, die parallel über das gleiche Koaxialkabel laufen, summieren sich laut Stadali die Datenraten auf bis zu 30 GBit/s über ein einzelnes Koaxialkabel.

Die Ausrüstung ist vor allem Hardware, die durch Embedded-Software unterstützt wird. Stadali: "Unsere Geräte implementieren sowohl Modem- als auch Ethernet-Switch-Funktionalitäten, um verzweigte Architekturen zu ermöglichen." Die Ethernet-Daten würden in die Hochfrequenz moduliert und demoduliert. Mit dem GigaHFC könnten die Kabelnetzbetreiber in ihrem Access-Netzwerk ein geswitchtes 10G Ethernet betreiben.

Die Technik sei auch für die hochratige Anbindung von Businesskunden sowie für das Mobilfunk-Backhauling geeignet. GigaHFC wurde in dieser Woche auf dem Cable Congress in Brüssel angekündigt.

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