TV-Kabelnetz: Primacom will auf 500 MBit/s beschleunigen

Der TV-Kabelnetzbetreiber Primacom will auf "über 400 MBit/s beschleunigen" . Das sagte Primacom-Chef(öffnet im neuen Fenster) Joachim Grendel bei dem Branchentreffen Telecommunications Executive Circle in Frankfurt. "Von heute 150 MBit/s werden wir uns in den nächsten Jahren in Richtung 400 bis 500 MBit/s beschleunigen." In einem auf Koax und Glasfaser basierenden Kabelnetz lässt sich mit DOCSIS 3.1 eine Datenübertragungsrate von 10 GBit/s erreichen. Mit Docsis 3.0 sind technisch im Moment bis zu 800 MBit/s im Download und mehr möglich.
Das Kabel solle die DSL-Anbieter nicht nur bei privaten Haushalten, sondern auch bei Geschäftskunden übertreffen, also Büros, Praxen und Ladeninhaber, erklärte Grendel: "Wir haben eine spannende Zeit vor uns – für das Kupferkabel wird es dagegen schwierig."
Primacom ist nach eigenen Angaben mit über 1,2 Millionen angeschlossenen Haushalten der viertgrößte Kabelnetzbetreiber in Deutschland und in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Rheinland-Pfalz aktiv.
Vodafone habe im vergangenen Quartal stark bei den DSL-Kunden verloren, habe diesen Verlust jedoch dank der Übernahme von Kabel Deutschland mehr als ausgleichen können, sagte Grendel.
Grendel betonte den drastischen Anstieg der genutzten Bandbreite in den Haushalten. "Wir rechnen inzwischen mit einer Verdoppelung innerhalb acht, neun Monaten."
Mnet-Chef Jens Prautsch verwies darauf, dass immer mehr Fernsehzuschauer parallel zum TV-Programm das Internet nutzten, und dass vernetzte Hausgeräte den Bandbreitenbedarf weiter antrieben.
Tele Columbus hatte sein 400-MBit/s-Angebot im April 2015 eingeführt . Der neue Tarif 2er Kombi 400 mit einer Flatrate für Telefon und Internet für Neukunden kostet 99,99 Euro pro Monat. Die Upload-Geschwindigkeit beträgt maximal 10 MBit/s.



