TV-Kabelnetz: Liberty Global soll Kauf von Kabel Deutschland planen

Der weltweit größte TV-Kabelnetzbetreiber Liberty Global bereitet ein Übernahmeangebot für Kabel Deutschland vor. Das berichtet das Manager Magazin(öffnet im neuen Fenster) ohne Angabe von Quellen. Damit wolle der US-Konzern verhindern, dass Vodafone Kabel Deutschland kauft.
Liberty-Global-Vorstandschef Michael Fries und Deutschland-Chef Lutz Schüler arbeiten demnach an einem Übernahmeangebot für den größten TV-Kabelnetzbetreiber Deutschlands. Das 2003 gegründete Unternehmen ist über 5,6 Milliarden Euro wert.
Eine Unternehmenssprecherin teilte dem Manager Magazin mit, Liberty wolle keine Marktgerüchte kommentieren. Der Konzern sei aber der Meinung, "dass Konsolidierungen auf dem stark fragmentierten deutschen Kabelmarkt notwendig sind" .
Der Aufsichtsratschef des Kabelkonzerns Liberty Global, John Malone, kaufte 2011 Kabel Baden-Württemberg für knapp 3,2 Milliarden Euro, zwei Jahre zuvor hatte er für 3,5 Milliarden Euro den Kabelkonzern Unitymedia übernommen.
Malone forderte im Oktober 2012 von der deutschen Politik, eine weitere Konsolidierung im TV-Kabelmarkt zuzulassen . "Im Vergleich zur Deutschen Telekom sind wir Winzlinge. Wir wollen weiter wachsen und bundesweit präsent sein. Nur so sind wir in der Lage, auch entsprechende Fernsehprogramme anzubieten" , sagte er.
Kabel Deutschland war es nicht gelungen, die wettbewerbsrechtlichen Bedenken des Bundeskartellamts für die Übernahme von Tele Columbus auszuräumen. Der Kaufpreis sollte 618 Millionen Euro betragen. Weil Tele Columbus unabhängig blieb, sei in einem intakten Wettbewerb eine Fusion von Unitymedia, Kabel BW und Kabel Deutschland möglich, argumentiert Liberty Global.