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TV-Kabelnetz: Docsis 3.1 soll Schwäche beim Upstream überwinden

Der neue Kabelnetz standard soll die Schwäche im Upstream ausgleichen. Auch wenn Engpässe durch viele Haushalte im Shared Medium entstehen, soll Docsis 3.1 helfen.
/ Achim Sawall
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Jack Zhu, Director Fixed Access Network Product Line bei Huawei (Bild: Achim Sawall/Golem.de)
Jack Zhu, Director Fixed Access Network Product Line bei Huawei Bild: Achim Sawall/Golem.de

Durch den neuen Kabelnetzstandard Docsis 3.1 lässt sich die traditionelle Schwäche beim Upload lösen. Das sagte Jeff Wang, Präsident der Huawei Access Network Product Line, im Gespräch mit Golem.de am Rande der Fachmesse Anga Com in Köln. "Der Upstream ist immer der Schwachpunkt der Kabelnetzbetreiber."

Der chinesische Netzwerkausrüster führte vor, dass erste Kabelnetzbetreiber mit der Docsis-3.1-Technik eine Uploadrate von 1,2 GBit/s im Upstream erreichen können. Im Downstream wurden 9,4 GBit/s demonstriert. Zum Vergleich: Unitymedia bietet mit Docsis 3.0 seit Februar 2016 Downloadgeschwindigkeiten bis zu 400 MBit/s an, im Upstream werden bis zu 20 MBit/s versprochen.

Doch auch bei Docsis 3.1 müssen sich in einem Netzsegment mehrere Haushalte die Datenrate teilen. Das kann die Geschwindigkeit drastisch beeinflussen. Auch hier könne Docsis 3.1 die Datenrate in einem Netzsegment bei gesteigertem Bedarf erhöhen, um das Problem des Shared Mediums auszugleichen, sagte Jack Zhu, Director Fixed Access Network Product Line bei Huawei.

Referenzkunde in Europa

Als Referenzkunden für seine Docsis-3.1-Technik nennt Huawei den TV-Kabelnetzbetreiber TDC, der sein Netz bereits ausbaut. TDC will sich mit dem Ausbau gegen die Konkurrenz behaupten, die auf Fiber-To-The-Home setzt. Auch Vodafone Neuseeland setze bei Docsis-3.1 auf Huawei. Laut Zhu sind dazu umfangreiche Arbeiten am Netz nötig, Verstärker, Terminals und die Kabelnetzmodems beim Endkunden müssen ausgetauscht werden.

Huaweis D-CCAP (Distributed Converged Cable Access Platform) komme bei Kabelnetzbetreibern in 29 Staaten zum Einsatz, darunter Finnland, Frankreich, Japan, Russland und Brasilien, berichtet er. Der Ausrüster bietet auch eigene Endgeräte an und will zu Beginn des nächsten Jahres erste Kabelmodems für Docsis 3.1 auf den Markt bringen. Im Docsis-Bereich habe Huawei 600 Entwickler, sagte Wang.


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