TV-B-Gone-Fernbedienung: WM-Kritiker schaltet Fernseher in Bars aus

In Frankreich hat ein Gegner der Fußball-WM in Bars mithilfe einer Fernbedienung die Fernseher während der Übertragung der Spiele ausgeschaltet. Damit will er gegen die Weltmeisterschaft in Katar protestieren, die unter anderem wegen Menschenrechtsverletzungen und der Unterdrückung von Homosexualität im Land sowie Korruptionsvorwürfen bei der Vergabe in der Kritik steht.
Der Aktivist verwendet zum Ausschalten der Fernseher die Universalfernbedienung TV-B-Gone(öffnet im neuen Fenster) , wie die französische Zeitung Le Parisien(öffnet im neuen Fenster) berichtet. TV-B-Gone wurde 2004 vom Hacker Mitch Altman konstruiert; mit der Fernbedienung können Fernseher innerhalb weniger Sekunden bis maximal knapp über einer Minute ausgeschaltet werden.
Die TV-B-Gone verwendet dafür intern gespeicherte Kodierungen für TV-Fernbedienungen, die nach der Aktivierung nacheinander abgefragt werden. Auf diese Weise wird irgendwann die passende Kodierung ausgewählt und der Fernseher über ein IR-Signal ausgeschaltet, Nutzer müssen nicht - wie bei normalen Universalfernbedienungen - manuell danach suchen. Die Kodierungsdatenbanken können auf den US-Markt oder auf Europa eingestellt werden. Es gibt zwei Versionen der TV-B-Gone; die leistungsstärkere kann Fernseher im Umkreis von bis zu 100 Metern ausschalten.
Ausschalten von Fernsehern soll Diskussion in Gang bringen
Der Aktivist will durch das Ausschalten der Fernseher eine Diskussion mit den Fans anstoßen. Es soll nicht darum gehen, fehlende politische Entscheidungen auf die Fans auszulagern und ihnen den Spaß am Fußball zu vermiesen.
Den Fernseher während des Spiels auszuschalten, sei auch für Barbesitzer nicht besonders gut, betont der Aktivist. Der von Le Parisien befragte Aktivist erklärt, er würde den Fernseher daher eher in den Werbepausen ausschalten - die Werbung wolle sowieso niemand sehen.



