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Eugene hat ein Drittel einer Jury davon überzeugt, er sei ein Mensch.
Eugene hat ein Drittel einer Jury davon überzeugt, er sei ein Mensch. (Bild: Eugene-Projekt/Screenshot: Golem.de)

Turing-Test: Zweifel an Eugene Goostmans Intelligenz

Eugene hat ein Drittel einer Jury davon überzeugt, er sei ein Mensch.
Eugene hat ein Drittel einer Jury davon überzeugt, er sei ein Mensch. (Bild: Eugene-Projekt/Screenshot: Golem.de)

Der Chatbot Eugene Goostman soll den Turing-Test bestanden haben. Kritiker bezweifeln diese Aussage. Solche Tests scheitern jedoch immer an ihren Kriterien.

Die Software gab vor, ein 13-jähriger Junge aus der Ukraine zu sein. Der Chatbot Eugene Goostman soll kürzlich zehn Mitglieder einer 30-köpfigen Jury davon überzeugt haben, sie kommunizieren mit einem Menschen statt mit einer Maschine. Die Veranstalter des Tests an der University of Reading in Großbritannien verkündeten daraufhin, Eugene Goostman habe den Turing-Test bestanden und es sei das erste Mal.

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Jetzt mehren sich Zweifel an dieser Aussage. Dass in der Pressemitteilung von Supercomputern die Rede ist, kritisieren zahlreiche Medien, denn es handele sich um eine Software, genauer einen Chatbot, der allenfalls auf einem kräftigen Computer laufe. Für den Test ist es letztlich egal, ob ein Supercomputer dahintersteckt oder nicht.

Niveau eines 13-Jährigen

Die University of Reading behauptet, es sei das erste Mal, dass für einen solchen Test eine Unterhaltung zwischen Mensch und Computer frei gestaltet werden konnte. Es gab keine Themenvorgabe. Allerdings gab es ein Hauptkriterium: Der Computer sollte sich als 13-Jähriger ausgeben, der aus der Ukraine stammt. Damit sollten etwaige falsch beantwortete Wissensfragen oder seltsame Antworten bereits im Vorfeld entschuldigt werden, kritisiert etwa Mike Masnick bei Techdirt.

Viel schwerer wiegen die Vorwürfe gegen den Initiator des Tests, Kevin Warwick, er blähe gerne seine eigenen Projekte in den Medien auf. So habe er als Teil eines Teams unter der Leitung Mark Gassons an derselben Universität 2010 verkündet, er habe einen Menschen mit einem Computervirus infiziert. Tatsächlich habe es sich um einen implantierten Computerchip gehandelt, der mit einem Softwarevirus infiziert war. Das Team habe auf die Gefahren präparierter Herzschrittmacher und dergleichen aufmerksam machen wollen, hieß es in dem Artikel dazu, den die BBC veröffentlichte.

Der medienaffine Professor Warwick wurde von The Register "Captain Cyborg" getauft, da er sich mehrfach Chips implantieren ließ und sich selbst als Cyborg bezeichnete. Warwick hat weitreichende Experimente in der Vernetzung von Chips und dem menschlichen Nervensystem absolviert und forscht auch auf dem Gebiet der Roboterethik.

Wie viele Beine hat ein Kamel?

Inzwischen wurden auch Unterhaltungen mit Eugene Goostman veröffentlicht. Sie wurden mit einer früheren Version des Chatbots geführt. Schon bei einfachen Wissensfragen scheiterte der Chatbot. Er konnte beispielsweise nicht beantworten, wie viele Beine ein Kamel hat, und wollte stattdessen wissen, welchen Beruf der Fragende habe. Immerhin lobte der Chatbot Goostman seinen Vorgänger Eliza aus dem Jahre 1960, alle seine Nachfolger seien lediglich Parodien, schreibt er in einer Konversation mit dem Experten für Theoretische Informatik Scott Aaronson.

Die Unterhaltung zeigt, wie leicht es ist, zumindest Eugene Goostmans Vorgänger zu überlisten. Allerdings ist Aaronson auch ein Experte. Zu den Mitgliedern der Jury beim Turing-Test gehörten unter anderem Robert Llewellyn, der in der TV-Serie Red Dwarf den Roboter Kryten spielte, sowie Lord Sharkey, der sich um die posthume Rehabilitation Alan Turings kümmerte. Der Entwickler Chris Dixon moniert deshalb, ein solcher Test könne nicht nur einmal mit einer handverlesenen Jury gemacht werden.

Wann ist ein Computer menschengleich?

Doch wann ist ein Rechner nicht mehr von einem Menschen zu unterscheiden? Einer der Hauptkritikpunkte an dem Turing-Test: Er berücksichtige lediglich die Funktionalität und nicht ein mögliches Bewusstsein der Maschine. Der Philosoph John Searle stellte dazu 1980 das Gedankenexperiment "Chinesisches Zimmer" auf, in dem er beschrieb, dass auch Menschen mit Hilfe von aufgestellten Regeln den Eindruck erwecken können, eine fremde Sprache zu beherrschen, ohne dass sie sie wirklich verstehen. Mit dem Experiment wollte Searle untermauern, dass Computer nur mit Hilfe eines von Menschen geschriebenen Programms kein eigenes Bewusstsein entwickeln können.


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Anonymouse 11. Jun 2014

Naja, kommt natürlich darauf an, was man für Fragen gestellt hat. Wenn man den 10...

Baron Münchhausen. 11. Jun 2014

Nur eines der vielen Quellen: http://derstandard.at/2000001907538/Zweifel-an-bestandenem...

SelfEsteem 11. Jun 2014

Na hier mal nicht so bissig, so bloede ist der Thread garnicht. Hast Du denn mal nach...

Anonymer Nutzer 10. Jun 2014

Da Kennt das Teil keine passende Antwort und Kontert mit einer Gegenfrage.

a user 10. Jun 2014

korrekt. aber seelengläubige bracuhen immer eine ausrede (denn sie setzten gerne...



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