TÜV warnt: Notstrom-Hype nach Blackout

Wenn der Strom ausfällt, schmeißt man einfach das Notstromaggregat an und das Licht leuchtet wieder. – Diese Geräte sind im Baumarkt verfügbar und durchaus zuverlässig. Einstiegsgeräte mit etwa 1.000 Watt kosten ab 200 Euro. Hermann Dinkler vom TÜV-Verband betont jedoch(öffnet im neuen Fenster) : Diese kleineren Aggregate sind hauptsächlich für den Campingbereich konzipiert. Sie können einzelne Kochplatten oder eine Kühlbox betreiben – eine komplette Wohnungsversorgung sei damit nicht möglich.
Mittlere Generatoren mit drei bis sechs Kilowatt Leistung erreichen bei voller Tankfüllung eine Laufzeit von acht bis zwölf Stunden. Diese können eine Wärmepumpe oder Heizungsumwälzpumpe temporär versorgen. Beim Kauf sollten Verbraucher auf Leistung, Tankinhalt und maximale Laufzeit achten. Für empfindliche Elektronik empfiehlt sich ein Gerät mit Inverter, das Spannungsschwankungen verhindert, so der TÜV. Sonst sind teure Bauteile schnell Elektroschrott.
Lebensgefahr durch Kohlenmonoxid
Die größte Gefahr geht von den Abgasen aus. Notstromaggregate dürfen niemals in Wohnräumen betrieben werden – es besteht akute Lebensgefahr durch eine Vergiftung mit Kohlenmonoxid. In Mehrfamilienhäusern könnte der Betrieb auf dem Balkon möglich sein, allerdings sind Konflikte mit Nachbarn wegen Abgasen und Lärm programmiert, denn leise sind die Geräte nicht.
Wer die Geräte im Keller nutzen möchte, muss erhöhte Sicherheitsanforderungen erfüllen. Eine Abluftleitung nach draußen ist zwingend erforderlich, eine zusätzliche Zuluftversorgung wird empfohlen, so der TÜV. Bei größeren Generatoren, die an das Hausnetz angeschlossen werden sollen, ist die Installation durch einen Elektrofachbetrieb unerlässlich. Ein Netztrennschalter verhindert die Rückspeisung ins öffentliche Stromnetz.
Explosionsgefahr durch Kraftstofflagerung
Besondere Vorsicht ist bei der Kraftstofflagerung geboten. Im Keller oder der Garage dürfen maximal 20 Liter Benzin gelagert werden, in der Wohnung selbst nur ein Liter. Diese Beschränkung limitiert die praktische Nutzungsdauer erheblich. Das Nachfüllen darf nur bei ausgeschaltetem und abgekühltem Motor erfolgen, um eine Entzündung zu vermeiden.
Benzindämpfe sind schwerer als Luft und können sich besonders in Kellerräumen ansammeln. Bereits bei niedrigen Temperaturen verdunstet genug Kraftstoff, um in Verbindung mit Luftsauerstoff ein explosives Gemisch zu bilden. Wer größere Kraftstoffmengen lagern will, muss die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen beachten.
Stromspeicher als Alternative?
Als Alternative bieten sich Stromspeicher an, allerdings liefern auch diese nur begrenzt Energie. Einen längeren Blackout können sie nicht überbrücken. Beim Kauf sollten Verbraucher auf das GS-Zeichen oder ein TÜV-Prüfzeichen achten, um hohe Sicherheitsstandards zu gewährleisten.