Türkei: Baykar K2 Kamikazedrohne mit 2.000 km Reichweite vorgestellt
Der türkische Drohnenhersteller Baykar hat die Kamikazedrohne K2 öffentlich vorgestellt(öffnet im neuen Fenster) und dabei Testvideos veröffentlicht, die Schwarmflüge mit fünf Einheiten in verschiedenen Formationen zeigen. Das Unternehmen spricht von einem autonomen Navigationsanteil. Ob die gezeigte Koordination tatsächlich einem vollwertigen Schwarm entspricht oder eher einer Parallelformation, lässt sich anhand des Materials nicht abschließend beurteilen, wie Defence-Network berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
Die K2 ist als Starrflügler mit Heckpropeller ausgeführt und bringt ein Startgewicht von 800 Kilogramm mit, wovon 200 Kilogramm auf den Gefechtskopf entfallen. Die Spannweite beträgt 10 Meter, die Länge 5,1 Meter. Optisch fällt die Drohne durch nach hinten angewinkelte Tragflächen und zusätzliche Canard-Flügel(öffnet im neuen Fenster) am Rumpfvorderteil auf, die an einen Hammerhai erinnern.
Reichweite über 2.000 Kilometer, GPS-unabhängig
Laut Hersteller soll die K2 mehr als 2.000 Kilometer Reichweite erreichen, über 13 Stunden in der Luft bleiben und eine Reisegeschwindigkeit von mehr als 200 km/h halten können. Die Navigation erfolgt nach Baykars Angaben über eine Kombination aus Satellitenverbindung und einer Terrain-referenzierten visuellen Navigation, die auch ohne GPS-Signal funktionieren soll. Damit wäre die Drohne grundsätzlich resistent gegenüber einer elektronischen Störung der Satellitennavigation.
Die Sensorik umfasst ein elektrooptisches und infrarotfähiges Gimbal-Kamerasystem für den Einsatz bei Tag und Nacht. Die Datenübertragung soll sowohl im Line-of-Sight- als auch im Beyond-Line-of-Sight-Betrieb über Satellit funktionieren.
Schwerer als Shahed, ähnliche Reichweite
Im Vergleich mit bekannten Systemen fällt die K2 durch ihre deutlich höhere Nutzlast auf. Die iranische Shahed-136, die im Ukraine- und Irankrieg massenhaft eingesetzt wird, trägt einen Gefechtskopf von 50 bis 90 Kilogramm bei einer ähnlichen Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern. Die israelische Harop kommt auf 23 Kilogramm, das US-System Lucas auf rund 18 Kilogramm. Lediglich die russische Geran-5 bewegt sich mit geschätzten 90 Kilogramm Gefechtskopf in einer ähnlichen Gewichtsklasse, ist dabei aber deutlich schneller.
Das Unternehmen aus Istanbul hat in den vergangenen Jahren mit Exporterfolgen bei der Bayraktar TB2 und dem Kauf des italienischen Herstellers Piaggio Aerospace international Aufmerksamkeit erhalten.
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