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TSMC: Spatenstich für 10-Milliarden-Chip-Fabrik in Dresden

Laut TSMC -Chef C.C. Wei kann Europa mit der neuen Fabrik seinen Chipbedarf decken. Der Steuerzahler trägt die Hälfte.
/ Achim Sawall
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Spatenstich mit politischer Prominenz und TSMC-Chef (Bild: Bundesregierung/Steffen Kugler)
Spatenstich mit politischer Prominenz und TSMC-Chef Bild: Bundesregierung/Steffen Kugler

Die neue Fabrik in Dresden werde den Halbleiterbedarf der schnell wachsenden europäischen Automobil- und Industriesektoren decken. Das sagte TSMC-Chef C.C. Wei am 20. August 2024 beim Spatenstich für das neue Halbleiterwerk. "Mit der hochmodernen Produktionsanlage werden wir die innovativen Fertigungsmethoden von TSMC viel näher zu unseren europäischen Kunden und Partnern bringen" , erklärte Wei.

Zehn Milliarden Euro kostet der Standort, der deutsche Steuerzahler trägt die Hälfte der Summe. Bei der Grundsteinlegung im Dresdner Norden waren auch EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Bundeskanzler Olaf Scholz anwesend.

Weiterer Anbieter in Dresden

TSMC ist das mit Abstand größte Unternehmen auf der Welt, das als reiner Auftragsfertiger Chip-Designs auf Wafer überträgt. Bosch, Infineon und NXP haben jeweils 10 Prozent der Anteile an der von TSMC gegründeten European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC) erworben. In Dresden gibt es mit dem großen Werk des unmittelbaren Konkurrenten Globalfoundries einen weiteren Anbieter der Chips, die Bosch, Infineon, NXP und andere benötigen.

In der Anlage werden Chips auf 300-mm-Siliziumwafern mit Strukturbreiten von 28/22 nm und 16/12 nm mit FinFet-Technik hergestellt. Die Fertigungsanlage soll bis zum Jahr 2029 volle Auslastung erreichen und dann jährlich 480.000 Siliziumwafer produzieren. Damit werden Logik-, Mischsignal- und Funkfrequenz-Chips und eingebettete nichtflüchtige Speicher hergestellt.

Bereits existierenden Fabs produzieren 93 Prozent des Industrieabwassers

Die EU-Kommission hat die Subventionen für TSMC heute genehmigt. Diese "deutsche Maßnahme wird die Halbleiterproduktionskapazitäten in Europa stärken, unseren grünen und digitalen Wandel unterstützen und hoch qualifizierte Arbeitsplätze schaffen" , erklärte Margrethe Vestager, Exekutiv-Vizepräsidentin der EU und zuständig für Wettbewerbspolitik. Da die Maßnahme auf einen offenen Fertigungsbetrieb ausgerichtet sei, werde ein breiter Zugang zu energieeffizienten Chips auch für kleinere Unternehmen und Start-up-Unternehmen "ohne übermäßige Verfälschung des Wettbewerbs gewährleistet" .

Die bestehenden drei Chipwerke von Globalfoundries, Infineon, Bosch und X-Fab leiten bereits 8,7 Millionen Kubikmeter Abwasser ein, erklärte der Sprecher der Stadtentwässerung, Torsten Fiedler, dem MDR Sachsen(öffnet im neuen Fenster) . Das entspreche der Abwassermenge von 250.000 Einwohnern. Mit der Erweiterung von Infineon und dem geplanten Werk von TSMC wird sich die Abwassermenge der Stadt bis zum Jahr 2027 etwa verdoppeln. Ein neuer Abwasserkanal für die Chipwerke kostete 73 Millionen Euro.


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