TSMC & Energie: Strom in Taiwan wird teurer - und damit auch Chips

Großkunden wie Halbleiterhersteller TSMC werden mehr für Strom bezahlen müssen, andere Industriezweige sind ausgenommen.

Artikel veröffentlicht am , Johannes Hiltscher
Großabnehmer - in erster Linie Kunden mit Hochspannungsanschluss - sollen in Taiwan bald mehr für Strom bezahlen.
Großabnehmer - in erster Linie Kunden mit Hochspannungsanschluss - sollen in Taiwan bald mehr für Strom bezahlen. (Bild: Wikimedia Commons/CC-BY 3.0)

Großkunden sollen in Taiwan ab September 2022 15 Prozent mehr für Strom bezahlen - das gab das Wirtschaftsministerium des Landes bekannt. Dem untersteht der größte Energieversorger Taipower, weshalb das Ministerium die Preise vorgibt. Die Preissteigerung ist allerdings extrem ungleich verteilt - für die meisten Haushalte sollen die Preise stabil bleiben, auch von der Corona-Pandemie betroffene Branchen werden ausgenommen.

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Der Grund für die Preissteigerungen ist derselbe wie hierzulande: Die steigenden Kosten fossiler Energieträger. Und von denen hängt Taiwans Energieproduktion stark ab. Im Jahr 2020 erzeugte das Land 80 Prozent seines Strombedarfs aus Kohle und Gas. Zwar soll der Anteil der Kohle von 45 Prozent 2020 auf 30 Prozent 2025 sinken - allerdings soll die Differenz in erster Linie Gas ausgleichen. Und bei beiden steigen die Preise.

Für die Halbleiterbranche ist das aufgrund des hohen Energiebedarfs ein Problem. Die Stromrechnung von TSMC schätzt ein Bericht für 2019 auf 32,9 Milliarden Neue Taiwan Dollar (aktuell etwa 1,06 Milliarden Euro). Da die angekündigte Preiserhöhung die erste seit Jahren ist, müsste der größte Chip-Fertiger 150 Millionen Euro mehr für Strom zahlen - sofern der Bedarf gleich bliebe. Gleiches gilt für andere große Fertiger wie UMC, in Deutschland bangt Globalfoundries gar um das Gas für sein Werk in Dresden.

Preissteigerung wird kritisiert

Nachdem Strom in Taiwan über Jahre subventioniert wurde, gibt es bereits Kritik an der geplanten Erhöhung. Ökonomen, Wirtschaftsverbände und die oppositionelle Nationale Volkspartei Chinas (Kuomintang) fürchten um die Wettbewerbsfähigkeit der betroffenen Unternehmen. Unzufriedenheit erregt speziell die ungleiche Verteilung der Mehrkosten. Privathaushalte müssen erst ab einem monatlichen Strombedarf von über 1.000 kWh mit höheren Preisen rechnen.

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Ganz ausgenommen sind Unternehmen in von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Branchen - Lebensmittelhersteller, Landwirtschaft und Fischerei, Einzelhandel sowie Kinos und Fitnessstudios. Die gestiegenen Kosten werden sich wohl im Preis der Halbleiter niederschlagen, die Maschinenbaubranche kündigte bereits an, die Preissteigerung an Kunden weiterzugeben. Bei Halbleitern käme aber rein rechnerisch lediglich eine Steigerung im Promillebereich zustande. Den 150 Millionen Euro Mehrkosten steht ein Jahresumsatz von 34,5 Milliarden Euro (ebenfalls 2019) gegenüber.

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