Truth Social: Trumps Twitter-Klon in Schwierigkeiten

Donald Trumps soziales Netzwerk ist alles andere als ein Erfolg. Nicht einmal seinen Hoster kann Truth Social angeblich bezahlen.

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Der frühere US-Präsident Donald Trump ist mit Truth Social noch nicht sehr erfolgreich.
Der frühere US-Präsident Donald Trump ist mit Truth Social noch nicht sehr erfolgreich. (Bild: Jonathan Drake/Reuters)

Wenn der frühere US-Präsident Donald Trump noch sein Twitter-Konto hätte, würde er derzeit vermutlich aus allen Rohren feuern. Schließlich ist er nach der Razzia der US-Bundespolizei FBI in seinem Anwesen in Mar-a-Lago wieder weltweit in den Schlagzeilen. So muss er sich beispielsweise darauf beschränken, mit seinem neuen Sprachorgan Truth Social "offiziell" die Rückgabe von beschlagnahmten Dokumenten zu fordern. Doch auch um diese Plattform steht es derzeit nicht besonders gut.

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Nach einigen Startschwierigkeiten im Februar 2022 scheint das Netzwerk mehr oder weniger vor sich hin zu dümpeln. Zwar hat die FBI-Razzia dem Twitter-Klon in einer Woche fast 88.000 neue Nutzer beschert. Doch langfristig könnten die rechtlichen Probleme sowohl Trump als auch Truth Social mehr schaden als nutzen.

Erfolg von Trumps Popularität abhängig

So heißt es in einer Börsenmitteilung von Digital World Acquisition, die die neu gegründete Firma Trump Media & Technology Group (TMTG) an die Börse bringen will: "Der Erfolg der Unternehmensfusion hängt zum Teil von der Popularität der Marke TMTG und dem Ruf und der Popularität ihres Vorsitzenden, Präsident Donald J. Trump, ab." Der Wert der Marke TMTG könnte sinken, wenn die Popularität von Trump leiden würde. "Das Image, der Ruf, die Popularität und das Talent" Trumps würden wichtige Faktoren für den Erfolg sein.

Schon jetzt soll TMTG finanzielle Probleme haben. Einem Bericht des US-Senders Fox News zufolge hat das Unternehmen seit März 2022 nicht mehr seine Rechnungen beim Hostinganbieter Rightforge bezahlt. Dieser hat sich darauf spezialisiert, technische Infrastruktur für konservative Projekte "ohne Zensur durch Big Tech" bereitzustellen.

Millionen Schulden beim Hoster

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Dem Bericht zufolge schuldet Truth Social dem Provider bereits 1,6 Millionen US-Dollar. Rightforge drohe mit rechtlichen Schritten, um das Geld von Trumps Firmen einzufordern, berichtete Fox unter Berufung auf mehrere nicht namentlich genannte Personen, die mit dem Thema vertraut seien. Trump solle zwar eine Mehrheitsbeteiligung an Truth Social halten. Doch seine finanzielle Beteiligung an der Plattform sei gering bis nicht vorhanden, zudem habe er keinen Einfluss auf das Tagesgeschäft.

Rightforge-CEO Martin Avila wollte auf Anfrage von Fox News die Streitigkeiten zwischen den beiden Unternehmen nicht dementieren. Er stellte sich in einer Stellungnahme jedoch hinter Trumps Projekt: " Rightforge glaubt an die Mission von Präsident Trumps Plattform für freie Meinungsäußerung und möchte den Präsidenten auch weiterhin bei seinen Medienbestrebungen unterstützen."

Darüber hinaus ist Trumps Netzwerk damit gescheitert, sich Truth Social als Markennamen schützen zu lassen. Der Name sei den bereits eingetragenen Markern The Truth Network und Vero - True Social "zum Verwechseln ähnlich", entschied das US-amerikanischen Patent- und Markenamt.

Gewaltaufrufe gegen FBI

US-Medien attestierten dem Netzwerk außerdem ein Problem mit der Moderation von Inhalten. So soll ein Mann, der versucht hatte, in ein FBI-Büro einzudringen, auf Truth Social zu Gewalt gegen die Bundespolizei aufgerufen haben. Zudem fänden sich dort weitere Gewaltaufrufe, berichtete der Wirtschaftsdienst Bloomberg. Ein Ausschuss des US-Repräsentatenhauses wandte sich deshalb besorgt in einem Brief (PDF) an TMTG-Chef Devin Nunes, der früher als Republikaner selbst dem US-Kongress angehörte.

Im Gegensatz dazu entfernt das Netzwerk angeblich Beiträge, die sich beispielsweise für ein Recht auf Abtreibung einsetzten oder sich den Kongressanhörungen zum Sturm auf das Kapitol widmeten. Truth Social wies die Behauptungen als "am offensichtlichsten dumm" zurück. Der Sturm auf das Kapitol vom 6. Januar 2021 hatte letztendlich dazu geführt, dass Trump seine Zugänge zu Twitter, Facebook und Youtube verloren hatte.

Langfristige Finanzierung unklar

Bislang ist die Truth-Social-App laut Bloomberg rund 3,2 Millionen Mal heruntergeladen worden. Damit ist die Zahl von Donald-Trump-Followern deutlich niedriger als die 80 Millionen, die er auf Twitter hatte. Inwieweit das Netzwerk sich damit langfristig finanzieren lässt, ist auch Digital World Acquisition noch nicht ganz klar.

So schrieb das Unternehmen im Mai dieses Jahres: "Es kann sein, dass TMTG niemals Betriebseinnahmen erwirtschaftet oder jemals einen rentablen Betrieb erreicht. Sollte es TMTG nicht gelingen, diese Risiken zu bewältigen, wird das Unternehmen höchstwahrscheinlich scheitern." Es wäre nicht die erste Firma Trumps, die dieses Schicksal ereilt.

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Rulf 02. Sep 2022 / Themenstart

na immerhin leiht ihm keine einzige amerikanische bank auch nur einen cent mehr... seinen...

forenuser 30. Aug 2022 / Themenstart

Es sind mindestens 32 Millionen Downloads und mindestens 320 Millionen aktive Nutzer...

forenuser 30. Aug 2022 / Themenstart

Aber bitte in den Rücken schießen, wie es sich für aufrichtige gehört.

LeeRoyWyt 29. Aug 2022 / Themenstart

selbst für Trump nur schwer zu unterscheiden: https://youtu.be/DP7yf8-Lk80?t=49

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