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Truth Social: Klage gegen Schnellzugriff auf Trumps Beiträge

Mehr als zehn Firmen zahlen schon für einen schnellen Zugang zu Trumps Social-Media-Beiträgen. Gegen das Angebot klagen Journalisten.
/ Friedhelm Greis
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US-Präsident Trump nutzt seine Plattform Truth Social als offizielles Verlautbarungsorgan. (Bild: Jonathan Ernst/Reuters)
US-Präsident Trump nutzt seine Plattform Truth Social als offizielles Verlautbarungsorgan. Bild: Jonathan Ernst/Reuters

Zwei journalistische Organisationen klagen gegen den Premiumzugang zu der Social-Media-Plattform von Donald Trump. Das Vorgehen des US-Präsidenten sei "außergewöhnlich, korrupt und verfassungswidrig", heißt es in der 30-seitigen Klageschrift(öffnet im neuen Fenster) (PDF) des Online-Mediums The Intercept und der Stiftung für Pressefreiheit. Trump ziehe finanziellen Nutzen daraus, "dass er 'marktbewegende' Regierungsinformationen an diejenigen weitergibt, die bereit und in der Lage sind, sein privates Unternehmen zu bezahlen", heißt es zur Begründung.

Die Plattform Truth Social gehört mehrheitlich Trump über dessen Medienunternehmen Trump Media & Technology Group. Von den Einnahmen profitiert der US-Präsident wirtschaftlich. Im Juli 2026 wurde bekannt, dass Firmen für den Zugang 100.000 US-Dollar im Monat oder bei einem Dreijahresabo 60.000 US-Dollar monatlich zahlen sollen.

Schon mehr als zehn Abonnenten

Firmenchef Kevin McGurn warb für den Zugang mit den Worten(öffnet im neuen Fenster): "Truth API richtet sich an Organisationen, die besonders stark von den Kosten zeitverzögerter Informationen betroffen sind. Dazu gehören Firmen im Hochfrequenz- und algorithmischen Handel, die einen maschinenlesbaren Feed mit geringer Latenz anstelle manueller Überwachung benötigen." Seinen Angaben zufolge(öffnet im neuen Fenster) gibt es bereits mehr als zehn zahlende Kunden. Trump Media meldete im zweiten Quartal 2026 einen Nettoverlust von 238,1 Millionen US-Dollar durch Abschreibungen auf Kryptowerte bei einem Umsatz von 1,7 Millionen US-Dollar.

Auch wenn sich das Angebot vor allem an Börsenhändler richtet, sehen sich die Kläger dadurch benachteiligt. "Durch den Verkauf eines bevorzugten Zugangs zu den Beiträgen des Präsidenten und anderer Nutzer ermöglicht Truth Social anderen Organisationen, sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber The Intercept und dessen Reportern zu verschaffen", heißt es in der Klage.

Kläger sehen Verstoß gegen Pressefreiheit

The Intercept sei aus Kostengründen nicht in der Lage, die API von Truth Social zu abonnieren. Zudem wolle man die privaten Geschäfte Trumps nicht unterstützen und die Verbreitung von Truth Social nicht subventionieren.

Die Stiftung für Pressefreiheit betreibt einen Trump Anti-Press Social Media Tracker(öffnet im neuen Fenster), der Trumps Beiträge, in denen er Nachrichtenmedien angreift, systematisch katalogisieren soll. Dazu werde auf einen Scraping-Dienst zurückgegriffen, der die Beiträge in Echtzeit herunterlade und archiviere. Der Stiftung zufolge ist dieser Zugang nun langsamer als über die API und werde zudem durch Pläne gefährdet, solche Tools zu unterbinden.

Die Kläger pochen darauf, gemäß dem Ersten Verfassungszusatz(öffnet im neuen Fenster)"zu denselben Bedingungen wie andere Vertreter der Presse und der Öffentlichkeit auf die öffentlichen Äußerungen von Präsident Trump zugreifen" zu können. Darüber hinaus schränke der Verfassungszusatz das Recht der Regierung ein, den Zugang zu bestimmten staatlich kontrollierten Foren zu beschränken.

Inwieweit die beiden Organisationen vor Gericht eine Benachteiligung nachweisen können, ist unklar. Für Journalisten dürfte es im Gegensatz zum Börsenhandel keine Rolle spielen, eine Nachricht nur wenige Millisekunden später als die Konkurrenz zu erhalten. Davon unbeschadet bleibt die grundsätzliche Frage, inwieweit ein US-Präsident einen bevorzugten Zugang zu seinen Informationskanälen verkaufen darf.

Ein Sprecher von Trump Media bezeichnete die Klage nach Angaben des Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) als Versuch, Trump zu zensieren und den Aktionären des Unternehmens zu schaden. "Informationen von Präsident Trump werden von unzähligen Plattformen und Nachrichtenagenturen verbreitet, von denen viele Abonnement-APIs anbieten", sagte er dem Bericht zufolge in einer Stellungnahme.


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